Fr., 14.02.2020

Herbert Even will erneut als Bürgermeisterkandidat der Grünen in Herford antreten Anlauf Nummer drei

Für den Wahlkampf gewappnet: Johannes Ridderbusch (von links), Sprecher des Grünen-Stadtverbandes in Herford, Ratsfrau Irene Broßeit (57), Bürgermeisterkandidat in spe Herbert Even (64) und Angela Schmalhorst, die sich nicht erneut um ein Ratsmandat bewirbt.

Für den Wahlkampf gewappnet: Johannes Ridderbusch (von links), Sprecher des Grünen-Stadtverbandes in Herford, Ratsfrau Irene Broßeit (57), Bürgermeisterkandidat in spe Herbert Even (64) und Angela Schmalhorst, die sich nicht erneut um ein Ratsmandat bewirbt. Foto: Ralf Meistes

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Nach 36 Jahren endet die gemeinsame Ratsarbeit von Herbert Even und Angela Schmalhorst. Während Even weiter macht und sogar als Bürgermeister-Kandidat für Bündnis 90/Die Grünen in Herford in die Kommunalwahl gehen will, kandidiert Schmalhorst nicht erneut für den Stadtrat. Auf Listenplatz 1 steht stattdessen Irene Broßeit, die seit 2004 für die Grünen im Stadtrat sitzt.

Auf einer Stadtverbandsversammlung von Bündnis90/Die Grünen Ende März soll Herbert Even offiziell zum Bürgermeisterkandidaten seiner Partei nominiert werden. Es ist der dritte Anlauf des 64-Jährigen im Rennen um das Bürgermeisteramt. 2014 landete er bei etwa elf Prozent. Even lebt seit fast 40 Jahren in Herford. Geboren in Hannover, aufgewachsen im Oldenburger Land, verschlug es ihn 1976 zum Studium nach Ostwestfalen-Lippe, genauer gesagt nach Bielefeld.

Von Beruf Soziologe, leitet Even seit 30 Jahren als Geschäftsführer die Firma Comuna Metall mit Sitz in Enger-Oldinghausen. Mit seinen etwa 100 Beschäftigten produziert das Unternehmen Blockheizkraftwerke und ist auch für deren Wartung zuständig. Even ist unverheiratet und kinderlos.

Leistungsbilanz mit 30 Punkten

Mit Blick auf die Kommunalwahl am 13. September sagt der erfahrene Ratsherr: „Ich denke, wir haben als Grüne einiges vorzuweisen, auch, was die zurückliegende Legislaturperiode im Herforder Stadtrat betrifft.“ Auf etwa 30 Punkte haben die Grünen ihre Leistungsbilanz 2014 bis 2020 zusammengefasst. „Eigentlich waren es 60 Punkte, aber wir wollten die wesentlichen Entwicklungen auf einer Seite zusammenfassen“, sagt Angela Schmalhorst. Sie wird – nach 36 Jahren Ratsarbeit – nicht erneut für den Stadtrat kandidieren. Rückblickend sei in den vergangenen sechs Jahren der Start der Umnutzung der britischen Kasernen auf dem Stiftberg hervorzuheben. Außerdem verfüge Herford über einen ausgeglichenen Haushalt. „Und wir haben im Stadtrat den Klimanotstand ausgerufen“, betont Schmalhorst. Ihr Wunsch für die bevorstehende Wahl: „Dass die Zahl der Grünen Mandatsträger von fünf auf sieben oder acht wächst.“

Die Grünen waren in den vergangenen Jahren häufig das Zünglein an der Waage. Angesichts eines Stadrats, in dem sich sieben Parteien beziehungsweise Gruppierungen und mit Martin Wolf noch ein Einzelkämpfer tummeln, wird die Suche nach Mehrheiten immer schwieriger. „Wir haben in den vergangenen sechs Jahren gezeigt, dass wir in der Lage sind, Allianzen zu schmieden“, sagt Even. Und in der Tat. Wenn es um die wichtigen Haushaltsverabschiedungen ging, stimmten die Grünen mal mit der CDU, mal mit der SPD. Immer, das zeigt auch der Haushaltsbegleitbeschluss für dieses Jahr, war eine grüne Handschrift deutlich erkennbar.

„Personalführung spielt wichtige Rolle“

Mit Blick auf die bevorstehende Bürgermeisterwahl sagt Even, der jetzige Amtsinhaber Tim Kähler habe vieles „ordentlich gemacht“. Der SPD-Bürgermeister habe in der Stadt eine gewisse Dynamik hervorgerufen. Deshalb wolle er Kähler auch gar nicht so sehr kritisieren. Even wäre aber nicht Even, wenn er dann nicht doch bei der Aufzählung der eigenen Akzente auch auf den Bürgermeister zielte.

Ein Bürgermeister müsse die unterschiedlichen Strömungen, die es im Stadtrat gebe, zusammenführen können. „Er muss auf den Kompromiss ausgerichtet sein“, sagt Even. Außerdem zähle die Stadt inklusive Tochtergesellschaften etwa 1000 Mitarbeiter. „Da spielt Personalführung eine wichtige Rolle.“ Es gehe darum, dass sich das städtische Personal wertgeschätzt fühle. Erfolge für die Stadt seien nicht nur Erfolge des Bürgermeisters, sondern des Kollektivs. Even: „Gleiches gilt im Übrigen bei Misserfolgen.“

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