Sa., 15.02.2020

2013 lehnte Rat einen Erwerb ab – Preis liegt jetzt bei 2,1 Millionen Stadt hätte C&A-Gebäude für 780.000 Euro kaufen können

Das ehemalige C&A-Gebäude am Janup hätte die Stadt Herford im Jahr 2013 für 780.000 Euro kaufen können. Damals lehnte der Stadtrat ab. Jetzt will die Stadt die Immobilie erneut kaufen. Eigentümer Rainer Döring möchte 2,1 Millionen Euro haben.

Das ehemalige C&A-Gebäude am Janup hätte die Stadt Herford im Jahr 2013 für 780.000 Euro kaufen können. Damals lehnte der Stadtrat ab. Jetzt will die Stadt die Immobilie erneut kaufen. Eigentümer Rainer Döring möchte 2,1 Millionen Euro haben. Foto: Ralf Meistes

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Die Herforder Stadtverwaltung soll in Verhandlungen mit dem Löhner Unternehmer Rainer Döring treten, mit dem Ziel, dass die Stadt das ehemalige C&A-Gebäude am Janup erwirbt. Einen entsprechenden Ratsbeschluss haben SPD, Grüne, Linke und FDP am 10. Februar gefasst. Der Geldkoffer, den Wirtschaftsförderer Dieter Wulfmeyer mitführen müsste, um den Ankauf zu tätigen, wäre groß.

Langfristige Verträge mit Mietern

2,1 Millionen Euro will Rainer Döring für das Gebäude mit der Adresse Janup 4 haben. Angeboten wird die Immobilie auf der Internetseite der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford. Laut Homepage wäre im Falle eines Kaufs eine Provision in Höhe von 3,57 Prozent fällig, was zusätzliche knapp 75.000 Euro bedeuten würde. Und mit den Geschäften Expert-Döring, Action und Sanitärhaus Westerholt sind drei Mieter mit langfristigen Verträgen in dem Gebäude untergebracht. Sollte die Stadt also das ehemalige C&A-Gebäude kaufen, um es abzureißen, dann müsste sie die Mieter aus ihren Verträgen herauskaufen.

Wohnungsbaugesellschaft WWS hat Vorkaufsrecht

„Alles in allem ein ordentlicher Batzen Geld“, wie ein CDU-Ratsmitglied betont. Dabei hätte die Stadt Herford im Jahr 2013 die Immobilie für 780.000 Euro kaufen können. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WWS hatte seinerzeit ein Vorkaufsrecht. Die Politik lehnte einen Kauf ab. Nimmt man alles zusammen, dann würde die Stadt heute mehr als dreimal so viel bezahlen, für ein Gebäude, das man anschließend abreißen möchte.

Vor dem Hintergrund sollen Verhandlungen mit Rainer Döring geführt werden, um den Preis zu senken. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.

Stadt hat Erfahrung im Ankauf von Immobilien

Im Fall der Zaky-Immobilien im Bereich Löhrstraße/Kirchgasse soll die Stadt über 500.000 Euro mehr bezahlt haben, als durch ein Gutachten ermittelt worden ist. Die Häuser Dohm-Hotel, Standort Carl-Severing-Haus sowie die Gebäude an der Kirchgasse sollen die Stadt knapp zwei Millionen Euro gekostet haben. Die Stadt hatte hier Handlungsbedarf gesehen, weil sich über die Jahre der Zustand der Häuser und des Umfelds verschlechtert hat. Für den Erwerb von zwei Häuser am Gehrenberg vor einigen Jahren, die später abgerissen worden sind, um einen Zugang zum Altstadt-Center zu schaffen, sollen drei Millionen Euro geflossen sein.

Gespräche mit dem Innenstadtverein

Die Überlegungen, das Döring-Gebäude zu kaufen, stehen im Zusammenhang mit einer Gesamtplanung für die Radewig. Geht es nach dem Willen der Stadt, so soll eine Fläche von der Löhrstraße (Dohm-Hotel) bis zum Janup überplant werden. Mit den Bürgern der Radewig sowie mit den Mitgliedern des Innenstadtvereins will die Stadtverwaltung zusammenkommen, um über die künftige städtebauliche Entwicklung der Radewig zu beraten. Das Vorkaufsrecht der WWS besteht im Übrigen noch heute: Jetzt ist allerdings der Preis ein anderer.

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