Sa., 15.02.2020

Fachhochschule des Mittelstands bietet neue akademische Ausbildung ab Oktober Kreis zahlt für Hebammen-Studium

Unterzeichnung der Verträge für den ersten akademischen Studiengang der Hebammenausbildung an der Fachhochschule des Mittelstands: (vorn, von links) Friedel Heuwinkel (FHM), Anne Dreier (FHM-Rektorin), Landrat Jürgen M üller, (hinten, von links) Rainer Beurskens, Walter Niemeier (beide FHM), Marie-Luise Kluger und Angela Heiler (beide Gesundheitsamt).

Unterzeichnung der Verträge für den ersten akademischen Studiengang der Hebammenausbildung an der Fachhochschule des Mittelstands: (vorn, von links) Friedel Heuwinkel (FHM), Anne Dreier (FHM-Rektorin), Landrat Jürgen M üller, (hinten, von links) Rainer Beurskens, Walter Niemeier (beide FHM), Marie-Luise Kluger und Angela Heiler (beide Gesundheitsamt). Foto: Hillebrenner

Von Bärbel Hillebrenner

Herford (WB). Die Finanzierung ist gesichert, Verträge sind unterzeichnet, Professuren ausgeschrieben: Für den Start des ersten akademischen Studienganges der Hebammenausbildung an der Bielefelder Fachhochschule des Mittelstands (FHM) ist alles vorbereitet. Und der Kreis Herford sitzt mit im Boot, stellt er doch für zehn Studenten die Studiengebühren zur Verfügung – insgesamt etwa 280.000 Euro für den Zeitraum des dreieinhalb-jährigen Studiums.

60 Hebammen im Kreis

Etwa 60 Hebammen sind im Kreis für die Geburtshilfe tätig, selbstständig oder angestellt im Klinikum und im Mathilden-Hospital. Zu wenig: So musste im vergangenen Jahr wegen fehlender Hebammen die Geburtsstation im Klinikum mehrere Tage geschlossen werden. „Diesen Mangel muss der Kreis beseitigen, deshalb hat der Kreistag die Übernahme der Studiengebühren künftiger Hebammen beschlossen“, sagt Landrat Jürgen Müller. Immerhin betragen sie an der privaten FHM monatlich 640 Euro, wenngleich im Gegenzug die Ausbildungsvergütung bei etwa 1100 Euro liegen wird.

Die Hebamme hilft nicht nur bei der Geburt: „Ihre Arbeit geht weit darüber hinaus. Sie betreut die Mütter vor als auch nach der Geburt zu Hause“, sagt Marie-Luise Kluger, Leiterin des Gesundheitsamtes. Sie würde die Schwangeren fachlich und emotional in der Vor- und Nachsorge unterstützen. Deshalb sei die Kapazität von 60 kreisweit tätigen Hebammen schnell erreicht. 16 Bewerbungen lägen bereits vor; männliche Bewerber wären nicht dabei, obwohl auch sie bei entsprechender Qualifikation aufgenommen würden.

2500 Stunden auf Geburtsstation

Wer zu den zehn Stipendiaten gehören wird, muss sich verpflichten, nach Abschluss der Ausbildung fünf Jahre im Kreis zu bleiben. „Damit wollen wir den Kreis wieder für werdende Mütter attraktiver machen und eine Abwanderung an andere Kliniken vermeiden“, sagt Müller.

Die Bielefelder FHM kann für das erste wissenschaftliche Bachelor-Studium ab Oktober bis zu 30 Studenten aufnehmen. „Man muss allerdings eine Klinik für die praktische Ausbildung vorweisen“, sagt Rainer Beurskens, wissenschaftlicher Leiter des Studiengangs. Denn 2500 Stunden werden auf der Geburtsstation verbracht, der theoretische Unterricht findet an der FHM, für die Herforder aber auch auf dem Bildungscampus statt.

Info-Veranstaltung am 16. März

Die Hochschule bietet für mehrere Berufe aus dem Gesundheitswesen einen akademischen Bildungsweg an. „Und mit dem Bachelor-Studium Hebammenwissenschaft wollen wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken und zur guten Versorgung schwangerer Frauen beitragen“, sagt FHM-Rektorin Anne Dreier.

Am 16. März wird darüber ab 18 Uhr auf dem Herforder Bildungscampus informiert. Anmeldung unter: e.nitsche@kreis-herford.de.

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