Nordwestdeutsche Philharmonie in Herford: erste Konzerte des künftigen Chefdirigenten Jonathon Heyward
Jetzt gibt er den Takt vor

Herford (WB). Bei der Nordwestdeutschen Philharmonie beginnt eine neue Ära. Nachdem Jonathon Heyward im vergangenen Jahr seinen Vertrag als zukünftiger Chefdirigent unterschrieben hat , gibt er in dieser Woche die ersten Konzerte.

Mittwoch, 26.02.2020, 03:26 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 09:32 Uhr
Dirigent Jonathon Heyward (27) sucht die Herausforderung. Anfang 2021 übernimmt er offiziell die Leitung der NWD. Foto: Moritz Winde
Dirigent Jonathon Heyward (27) sucht die Herausforderung. Anfang 2021 übernimmt er offiziell die Leitung der NWD.

„We are on the same page“: Auf diesen Nenner bringt der 27-Jährige das Verhältnis zu den Musikern der NWD. Diese gleiche Wellenlänge beinhaltet laut Heyward, dass das Orchester hart arbeite und dass es die beste Musik machen wolle. Die Beobachtungen, aus dem Probeneindruck gewonnen, passen zu den Ergebnissen eines Klassik-Rankings. Danach ist die NWD das Orchester mit den weltweit meisten Aufführungen pro Jahr.

Balance und Mischung

Demnächst also unter der Leitung von Jonathon Heyward: Noch sei er der designierte Chefdirigent, sagt Intendant Andreas Kuntze. Anfang 2021 wird der Mann aus South Carolina den derzeitigen Chef Yves Abel ablösen. Doch weiß Kuntze, dass sich bereits jetzt die Blicke der Konzertbesucher auf den „Neuen“ richten werden. Dessen Konzert beginnt mit der Ouvertüre zu Rossinis Einakter „Die goldene Leiter“. Auf Zoltan Kodalys „Tänze aus Galanta“ folgt Beethovens vierte Sinfonie. Der 27-Jährige, der seinen Wohnsitz in England in der Nähe von Dover hat, spricht von einer guten Balance, die Mischung stimme. Zudem sei das Programm für das Orchester anspruchsvoll.

Proben im NWD-Studio: Über das Verhältnis zu den Orchestermusikern sagt Heyward: „Wir sind auf derselben Wellenlänge.“

Proben im NWD-Studio: Über das Verhältnis zu den Orchestermusikern sagt Heyward: „Wir sind auf derselben Wellenlänge.“ Foto: Moritz Winde

Die Musiker freuen sich über das, was der Chefdirigent ihnen zutraut. Schlagwerker Dan Townsend lobt den künftigen Chef: „Es ist schön zu wissen, dass wir vorankommen. Dass da jemand ist, der uns herausfordert.“

Im Orchesterbetrieb ist diese Zustimmung lebensnotwendig; denn die Musiker sprechen bei der Besetzung der Chefdirigentenstelle ein entscheidendes Wort mit. So auch bei Heyward. Zwei Konzerte hatte er vor zwei Jahren mit der NWD außerhalb von OWL gegeben. Schon während der Proben hätten sich viele Musiker für den jungen Mann begeistert, erinnert sich Kuntze. Nachdem sich der positive Eindruck in den Konzerten bestätigte, machte die NWD-Leitung dem Dirigenten das Chef-Angebot. Ein Angebot, mit dem Heyward überhaupt nicht gerechnet hatte. „I was shocked“, erinnert er sich, doch sei ihm die Antwort leicht gefallen: „Ich wusste sofort, dass ich es mögen würde, mit dem Orchester zu arbeiten.“

Erste Stelle als Chefdirigent

Längst hat der Dirigent den ersten Freudenschock verdaut – und arbeitet maßgeblich am Programm für die nächste Saison mit. Anfang Januar beginnt die zweite Hälfte und Heyward kündigt an, er werde drei Konzerte dirigieren. Den Anfang machte er mit Mahlers sechster Sinfonie – ein ambitionierter Chefdirigenten-Start, der zu dem Anspruch passt, mit dem Orchester neue Herausforderungen zu suchen. Vor kurzem hat er sein Engagement als Assistent beim Hallé Orchestra in Manchester beendet. In OWL erhält der 27-Jährige seine erste Stelle als Chefdirigent. Ursprünglich wurde er als Cellist ausgebildet, es folgte ein Dirigierstudium in Boston.

In den nächsten Jahren wird Heyward häufig in OWL zu Gast sein, speziell in Herford, dem Standort des Orchesters. Er sei kleine Städte gewohnt, sagt er. Die Größe sage nichts über den Charakter einer Stadt aus. Überhaupt verfüge Herford über eine „amazing history“. Möglichst schnell will der „Neue“ möglichst viel lernen – seine unkomplizierte Art wird ihm viele Türen öffnen.

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