51-Jähriger gibt Bonitas-Geschäftsführung ab und wechselt in den Beirat
Lars Uhlen tritt kürzer

Herford (WB). Er hat Bonitas zum zweitgrößten deutschen ambulanten Pflegedienst gemacht: Nach 25 Jahren gibt Lars Uhlen nun die Geschäftsführung ab, bleibt aber Gesellschafter. Außerdem wechselt er in den Beirat.

Donnerstag, 27.02.2020, 04:30 Uhr
Lars Uhlen in der Bonitas-Verwaltung: In Zukunft will er sich mehr Ruhe gönnen. „Ich habe seit Jahren kein Buch mehr gelesen.“ Außerdem will er sich um sein Herzensprojekt kümmern: das Restaurant „Wohnzimmer“ im ehemaligen Schiller-Komplex. Foto: Moritz Winde
Lars Uhlen in der Bonitas-Verwaltung: In Zukunft will er sich mehr Ruhe gönnen. „Ich habe seit Jahren kein Buch mehr gelesen.“ Außerdem will er sich um sein Herzensprojekt kümmern: das Restaurant „Wohnzimmer“ im ehemaligen Schiller-Komplex. Foto: Moritz Winde

Seit Neuestem ist er zudem Gesellschafter von Deutschlands größtem Pflegedienst, der Deutschen Fachpflege-Gruppe. Zusammen machen die Holdings nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 400 Millionen Euro und haben ihre Marktposition durch die Partnerschaft enorm gestärkt – zum Beispiel bei Verhandlungen mit Krankenkassen oder Politik.

Lars Uhlen trägt zwar noch viel Verantwortung, aus dem operativen Geschäft hat er sich aber zurückgezogen. Sein 50. Geburtstag habe vor einem Jahr einen Wendepunkt markiert. „Ich war durch.“ Ihm sei klar geworden: „Ich muss mein Leben ändern.“

Seit einem Vierteljahrhundert hatte sich der Herforder um sein Bonitas gekümmert. „Ich war omnipräsent, 24 Stunden, sieben Tage die Woche.“ Lars Uhlen führte die Ein-Mann-Firma zu einem Konzern, der heute 4387 Mitarbeiter an 126 Standorten beschäftigt. Insgesamt kümmert sich das Pflegepersonal um 4500 Patienten.

„Eigentlich wollte ich Koch oder Schneider werden“

Doch der geschäftliche Erfolg hat Spuren hinterlassen: „Ich konnte schlecht schlafen, mich nicht richtig konzentrieren. Alles hat mich total gestresst.“ Zeit, auf die Bremse zu treten, wieder Ruhe in sein Leben zu bringen, fand Lars Uhlen – und machte seinen engsten Vertrauten, Can Chory (36), zum Nachfolger als Geschäftsführer.

Lars Uhlen stammt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Melle. Schule sei für ihn die Hölle gewesen. „Ich wollte mir nicht von Fremden sagen lassen, was ich zu lernen hatte.“ Dementsprechend erleichtert sei er gewesen, als die Mittlere Reife geschafft war.

Eigentlich, sagt der 51-Jährige, habe er Koch oder Schneider werden wollen. Auf vielen katholischen Jugendfreizeiten habe er in der Küche gestanden, seine Kleidung gerne selbst genäht. Durch Zufall absolvierte er dann aber eine Ausbildung zum Krankenpfleger – und zwar im Mathilden Hospital.

Fünf Jahre arbeitete er in dem Beruf, dann habe er den Drang verspürt, etwas Neues zu machen. Er habe Lust auf Verantwortung gehabt. Lars Uhlen gründete am 21. März 1995 Bonitas – trotz vieler Vorbehalte. „Auf mich hat niemand eine müde Mark gewettet.“

Seine ersten Patientenbesuche machte er mit einem alten Fiat Uno. Heute gehören mehr als 700 Autos zur gelben Firmenflotte.

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