Hexenverfolgung in Herford: Thomas Huber hat historischen Fantasyroman geschrieben
Zeitreise in die Dunkelheit

Herford (WB). Mit einer Zeitmaschine durch die Jahrhunderte reisen – den großen Menschheitstraum greift Thomas H. Huber in einem Fantasy-Roman auf. Und dieser Traum führt den 59-Jährigen nach Herford.

Montag, 09.03.2020, 19:00 Uhr
Thomas H. Huber, der heute in Löhne wohnt, zeigt seinen Fantasyroman Hexenkolk – im Hintergrund die Stelle der Aa, an der die so genannte Wasserprobe stattfand. Foto: Hartmut Horstmann
Thomas H. Huber, der heute in Löhne wohnt, zeigt seinen Fantasyroman Hexenkolk – im Hintergrund die Stelle der Aa, an der die so genannte Wasserprobe stattfand. Foto: Hartmut Horstmann

„Hexenkolk – Wiege des Fluchs“ heißt das Buch, das Thomas Huber bei „Books on Demand“ veröffentlicht hat. Die Handlung beginnt im Herford des 21. Jahrhunderts – ein New Yorker Wissenschaftler und seine Begleiter beschäftigen sich mit einem angeblichen Fluch, der Jahrhunderte zurückliegen soll: Eine wegen des Vorwurfs der Hexerei verurteilte Herforderin soll ihn gegen ihren Henker ausgesprochen haben. Und dieser Fluch soll bei einem Nachfahren des Henkers wirksam werden.

30 Frauen waren angeklagt

Harter Stoff – und ein paar Seiten weiter springt die Handlung ins 17. Jahrhundert – genauer gesagt ins Jahr 1627. An einem Sonntag dieses Jahres erreichte die Hexenverfolgung in Herford ihren Höhepunkt: 30 Frauen wurden aus ihren Häusern geholt, denn ihnen wurde vorgeworfen, im Bund mit dem Teufel zu stehen.

Zu dem, was sie über sich ergehen lassen mussten, zählte die so genannte Wasserprobe in der Aa am Radewiger Kolk. Dabei wurden die angeklagten Frauen gefesselt und ins Wasser gelassen. Falls sie nicht untergingen, sondern oben schwammen, galt dies als Beweis für Hexerei.

Elisabeth aus Heidelberg

An diesem Tag soll der verhängnisvolle Fluch ausgesprochen worden sein, dessen Auswirkungen im Roman bis in die Gegenwart reichen. Erkannt hat dies ein New Yorker Professor, der mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet ist. So gilt für ihn das Zeit-Raum-Gefüge nicht.

Obwohl Huber viele historische Bezüge verarbeitet hat, spricht er von einem Fantasyroman. Sicherlich spiele das Geschichtliche eine wichtige Rolle, aber eben auch der Unterhaltungswert.

Der Autor, in Heidelberg geboren und aufgewachsen, kam der Liebe wegen nach Herford, seit 2014 wohnt er in Löhne. Für einen historisch interessierten Menschen wie Huber war bereits die erste Wohnung in Herford ein Signal: Er wohnte in der Elisabethstraße – benannt nach der Äbtissin, die über die Grenzen Herfords hinaus als Aufklärerin bekannt war. Als der Autor erfuhr, dass diese Elisabeth im Heidelberger Schloss geboren wurde, war seine Begeisterung für das geschichtsträchtige Herford endgültig geweckt.

Zudem gelang es ihm so, zumindest eine historische Brücke nach Heidelberg zu schlagen. Doch Thomas Huber versuchte noch einen draufzusetzen, indem er den Bürgermeister von Heidelberg anschrieb und sich nach der Möglichkeit einer Städtepartnerschaft mit Herford erkundigte: Das Stadtoberhaupt habe auf die vielen bereits bestehenden Städtepartnerschaften hingewiesen. „Na ja, einen Versuch war es wert“, so Huber.

Schreiben ist Entspannung

Dann lieber ein Fantasyroman als Brückenschlag. Fast 500 Seiten umfasst der „Hexenkolk“ – eine beachtliche Leistung für jemanden, der als Handelsvertreter auch beruflich eingespannt ist. Doch Schreiben sei für ihn Entspannung, versichert der 59-Jährige: „Wenn andere auf den Tennisplatz gehen, setze ich mich an mein Laptop.“ Die Möglichkeiten eines Fantasyromans geben ihm Freiheiten im Umgang mit der Geschichte.

So hat er die Wasserprobe am Hexenkolk etwas verändert. Und obwohl Elisabeth erst dreieinhalb Jahrzehnte nach dem schwärzesten Tag der Hexenverfolgung in Herford ins Frauenstift kam, spielt die Aufklärerin in dem Buch eine Rolle.

Das Aufklärerische setzt der Autor gegen die Kräfte der Dunkelheit. „Es war eine finstere Zeit”, sagt er. Daher spricht er auch vom Mittelalter – und nicht von der Frühen Neuzeit, zu der das Jahr 1627 eigentlich gehört.

Erschienen ist das Buch in einem Books on Demand-Verlag. Das heißt, dass es im Buchhandel bestellt werden kann, aber erst auf Bestellung gedruckt wird.

Thomas H. Huber: Hexenkolk - Wiege des Fluchs. 495 Seiten. Verlag: Tredition. 16,99 Euro.

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