Corona: noch keine Testergebnisse der List-Schüler – weniger Besucher im H2O
Kreis rät von Schulausflügen ab

Herford (WB). Ob Schüler des Friedrich-List-Berufskollegs mit dem Corona-Virus infiziert sind, bleibt offen. Die Ergebnisse wurden erst für Montagabend, spätestens für Dienstag erwartet.

Dienstag, 10.03.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 09:40 Uhr
Ein Plakat am Haupteingang zum Klinikum weist auf die Sicherheitsvorkehrungen hin. Foto: Moritz Winde
Ein Plakat am Haupteingang zum Klinikum weist auf die Sicherheitsvorkehrungen hin. Foto: Moritz Winde

Wie berichtet, sind 34 Schüler und zwei Lehrer seit ihrer Rückkehr am Samstag von einer Skifreizeit in Südtirol vorsorglich unter häuslicher Quarantäne . Südtirol gilt als Corona-Risikogebiet. Fünf Schülerinnen und Schüler hatten leichte grippale Symptome gezeigt. „Die Gruppe hatte sich bei uns gemeldet“, erklärt Kreissprecherin Petra Scholz. Bei ihrer Ankunft seien Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vor Ort gewesen. Die Gruppe sei zunächst im Bus geblieben. Die fünf betroffenen Schüler hätten selbst Mundabstriche gemacht und aus dem Bus gereicht. Ein älteres Ehepaar aus Bünde, das sich beim Urlaub in Italien mit dem Virus infiziert hatte, ist ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Den beiden gehe es „den Umständen entsprechend gut“, teilt der Kreis mit.

Bislang 28 Tests am Klinikum

Am Klinikum kommt alle zwei Tage eine Task Force zusammen, um die Lage zu bewerten. Zudem stehe der Leiter der Abteilung für Krankenhaushygiene, Dr. Johannes Baltzer, täglich im Austausch mit dem Kreisgesundheitsamt . Patienten, die mit einem Corona-Verdacht ins Klinikum kämen, sollten sich per Klingelknopf (Nachtglocke) melden. „Sie werden abgeholt und in ein isoliertes Patientenzimmer geführt“, sagt Sprecherin Monika Bax. Andere Krankenhäuser, etwa in Bielefeld und Lippe, haben extra für Corona-Verdachtsfälle ein Zelt vor dem Eingang aufgebaut. „Derzeit können wir aber alles noch über die Notaufnahme bewerkstelligen.“ Sollte sich die Lage ändern, könne man in wenigen Stunden ein solches Zelt aufbauen.

Nach wie vor werden in den Hausarztpraxen oder den Krankenhäusern in der Regel nur dann Abstriche gemacht, wenn eine Person aus einem Risikogebiet kommt oder mit Infizierten Kontakt hatte und zudem Symptome zeigt. Die Zahl ist überschaubar. Im Klinikum beispielsweise wurden seit Ende Februar 28 Tests gemacht. Derzeit fragten vermehrt Schulleitungen an, ob Schulausflüge in nicht ausgewiesene Risikogebiete abgesagt werden müssten. „Da durch solche Fahrten das Infektionsrisiko und die Ausbreitung des Virus deutlich erhöht werden, rät das Gesundheitsamt zur Verschiebung oder Einschränkung solcher Fahrten“, teilt der Kreis mit.

Bürgertelefon gefragt

Die Corona-Gefahr scheint sich auf den Besuch des H2 O auszuwirken: „In der vergangenen Woche hatten wir zehn Prozent, also etwa 700 bis 800 Besucher weniger“, sagt Betriebsleiter Markus Diering. Bäder in anderen Städten müssten Rückgänge um bis zu 30 Prozent verkraften. Der bereits hohe Standard der Hygienemaßnahmen werde durch zusätzliche Desinfektionen erweitert. „Und die Hitze der Sauna ist gegen Keime sowieso gut.“ Als Vorsichtsmaßnahme hat die Kita in Stedefreund ihren Flohmarkt (28. März) abgesagt.

Das Bürgertelefon des Gesundheitsamtes verzeichnet immer mehr Anrufer. Am gestrigen Montag ließen sich mehr 120 Bürger beraten. Der Kreis Herford hatte das Telefon unter der Rufnummer 05221 – 13 15 00 freigeschaltet. Dort können Ratsuchende ihre Fragen rund um Coronaviren-Infektionen stellen. Das Bürgertelefon ist wochentags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr erreichbar. Auch am Wochenende werde das Telefon vorläufig stundenweise besetzt sein, teilt der Kreis mit. Bis zu sechs Mitarbeiter bearbeiten die Anfragen.

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