Messerattacke an der Diebrocker Straße in Herford: Clans sind polizeibekannt
Familienfehde offenbar Hintergrund der Bluttat

Herford (WB/mor). Erst soll er versucht haben, seinen Rivalen zu überfahren, dann wurde der 18-Jährige mit einem Messer mehrfach im Gesicht getroffen: Bei dem blutigen Streit an der Diebrocker Straße vom Freitagabend soll es sich um zwei verfeindete Kurdenfamilien handeln. Sie sind für die Justiz keine Unbekannten.

Dienstag, 24.03.2020, 07:07 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 07:10 Uhr
Die Messerattacke am Marktkauf vor drei Jahren ging auf das Konto der kurdischen Clans. Foto: Moritz Winde
Die Messerattacke am Marktkauf vor drei Jahren ging auf das Konto der kurdischen Clans. Foto: Moritz Winde

Mitglieder der Clans sind in der Vergangenheit immer wieder aufeinander losgegangen – und zwar mitten in der Öffentlichkeit. Den Herfordern dürfte die Attacke am Marktkauf in Erinnerung sein. Ende März 2017 hatte ein damals 19-Jähriger gegenüber dem Supermarkt-Parkplatz im Deichkamp mit einem Messer zweimal auf einen 17-Jährigen eingestochen. Er wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Auch die Hammerattacke auf einen Taxifahrer am Bahnhof vom Oktober soll auf das Konto der Familien gehen. Bei den Auseinandersetzungen soll es um Drogengeschäfte gegangen sein – und natürlich um jede Menge gekränkte Ehre.

Bielefelds Polizeisprecherin Hella Christoph wollte die Zusammenhänge der Taten am Montag nicht bestätigen, dementierte sie aber auch nicht. Ein Herforder Polizist, der namentlich nicht genannt werden sollte, bestätigte dem WESTFALEN-BLATT allerdings: „Ja, es handelt sich um die beiden Familien.“

Die Ermittler versuchen derzeit die Hintergründe und vor allem das Motiv zu klären. Keine leichte Aufgabe: Zwar waren Dutzende Clanmitglieder am Tatort, sie machen – wenn überhaupt – jedoch unterschiedliche Aussagen zum Ablauf des Geschehens. Festnahmen habe es nach Angaben von Hella Christoph nicht gegeben.

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