Fr., 27.03.2020

Herforder Hausärzte entscheiden – Abstrichstelle hat Kapazitäten Ab jetzt mehr Corona-Tests – aber noch nicht für jeden

In Herford sollen mehr Corona-Tests gemacht werden – die Kapazitäten sind da. Ärzte müssen weiterhin entscheiden, wer zur Abstrichstelle kommen darf.

In Herford sollen mehr Corona-Tests gemacht werden – die Kapazitäten sind da. Ärzte müssen weiterhin entscheiden, wer zur Abstrichstelle kommen darf. Foto: dpa

Von Kathrin Weege

Herford (WB). Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat empfohlen, mehr Abstriche bei möglichen Corona-Erkrankten zu machen. Das bisherige Kriterium, dass Patienten für einen Corona-Test in einem Risikogebiet gewesen sein müssen, entfällt. Mehr Tests – die sollen auch im Kreis Herford umgesetzt werden. „Unsere Abstrichstelle am H2O und auch das Labor – wir arbeiten mit Krone zusammen – haben noch Kapazitäten. Aktuell nehmen wir im Schnitt 120 Proben am Tag“, sagt Andreas Henke von der Pressestelle des Kreises Herford. Nur an Sonntagen sei deutlich weniger los – vergangene Woche waren es lediglich 26 Abstriche. „Es bleibt aber dabei, dass nur kommen darf, wer vom Hausarzt geschickt wurde. Es liegt also weiter im Ermessen der Mediziner“, so Henke.

Fortan sollen Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere auf das Coronavirus getestet werden können, wenn diese zu einer Risikogruppe gehören. Damit sind ältere Menschen gemeint. „Vor allem aber auch Pflegepersonal oder Menschen mit vielen Kontakten“, sagt Dr. Marina Koeller, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Herford. Auch chronisch Erkrankte werden bei Symptomen getestet. Kürzlich habe Koeller einen Test bei einem COPD-Patienten (COPD ist eine Lungenkrankheit) veranlasst, der in einem Supermarkt arbeitet und über Fieber und Atembeschwerden klagte. Zum Glück sei der Test negativ ausgefallen.

„Vorgesetzte machen Druck“

Es kämen immer wieder Patienten in ihre Praxis, die unbedingt getestet werden wollen, weil sie Symptome aufwiesen. „Man muss sehr gezielt nachfragen und kann dann zu einer Einschätzung kommen. Für alle gilt dieselbe Regel: Wenn kein Corona-Verdacht besteht: 14 Tage zu Hause bleiben“, erklärt Koeller. Es sei wiederholt vorgekommen, dass Vorgesetzte bei entsprechenden Symptomen Druck bei Angestellten gemacht hätten, sogar in der Praxis angerufen haben. Aber auch das ändere nichts am Prozedere. „Ich denke, dass künftig noch mehr Tests möglich sind – bei jedem. Aber noch ist es nicht soweit“, so die Ärztin.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7346380?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F