Offenbar kreisweit deutlich mehr klinische Fälle als offizielle Statistik ausweist
Mathilden-Hospital: Patienten infiziert

Herford (WB). Nicht nur Mitarbeiter, auch die ersten Patienten sind im Mathilden-Hospital mit dem Coronavirus infiziert. „Es handelt sich um fünf Personen, sie werden isoliert von allen anderen versorgt“, sagt Geschäftsführer Dr. Georg Rüter. Die Zahl der infizierten Mitarbeiter ist von acht auf zwölf gestiegen. „Auf einer Station, aber nur auf dieser, haben wir mit dem Virus ein Problem.“

Sonntag, 05.04.2020, 16:10 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 16:12 Uhr
Fünf mit dem Coronavirus infizierte Personen werden im Mathilden-Hospital behandelt. Foto:
Fünf mit dem Coronavirus infizierte Personen werden im Mathilden-Hospital behandelt.

Bei Angehörigen stieß die Aussage von Donnerstag zunächst auf Unverständnis, dass angeblich kein Patient im Mathilden-Hospital infiziert sei. „An dem Tag haben wir erfahren, dass mein Opa Corona hat“, sagt Desiree Barron. Der 89-Jährige habe Lungenkrebs und sei seit dem 27. März wegen einer Lungenpunktion im Krankenhaus. Ihm gehe es „den Umständen entsprechend“. „Er wird sich dort angesteckt haben“, sagt die 25-Jährige, die mittlerweile unter Quarantäne steht. Sie arbeitet in der Pflege und kümmert sich mit ihren Eltern um Opa und Oma, ist entsprechend sensibilisiert. „Bevor wir mit der Diagnose sicher waren, mussten wir erst das Ergebnis des zweiten Tests abwarten“, erklärt Rüter die Diskrepanz zwischen den Angaben von Donnerstag und Freitag. Keiner der Infizierten zeigte Symptome.

Auch im Krankenhaus in Enger, Fachklinik für Geriatrie, sind nach WESTFALEN-BLATT-Informationen mittlerweile zwei Patienten von dem Virus befallen. Einer wurde ins Klinikum, einer ins Bünder Lukas-Krankenhaus gebracht. Im Klinikum werden zehn Infizierte behandelt. „Neun liegen auf der Infektionsstation, einer auf der Intensivstation“, sagt Sprecherin Monika Bax. Damit gibt es also mindestens 16 bestätigte Corona-Fälle in den Krankenhäusern im Kreis Herford. Die offizielle Statistik des Kreises von Freitag weist allerdings nur halb so viele infizierte Patienten auf. Woher die Diskrepanz rührt, war auf Anfrage beim Kreis nicht zu erfahren.

Andrang im Akutzentrum

Mit dem Corona-Diagnose- und Behandlungszentrum an der Oststraße 23 in Herford gibt es seit Mittwoch eine neue Möglichkeit für die Untersuchung und Behandlung. Nach Angaben des Kreises wurden hier an den ersten zwei Tagen mehr als 200 Patienten vorstellig. 150 bis 200 Menschen können täglich behandelt werden. Das Akutzenrum arbeitet ohne Termine. Voraussetzung für eine Behandlung sind Symptome wie Atemwegsbeschwerden oder Fieber und möglichst ein telefonischer Kontakt zum Hausarzt.

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