Bundesgerichtshof lehnt Revision der Verteidigung ab
Taxischläger muss Haft antreten

Herford (WB). Fast fünf Jahre nach der Tat am Herforder Bahnhof ist die juristische Aufarbeitung des Falls endgültig abgeschlossen: Im so genannten Taxischläger-Prozess hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Revision der Verteidigung abgelehnt.

Mittwoch, 15.04.2020, 06:06 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 06:10 Uhr
Die brutale Tat ereignete sich am 7. November 2015 vor dem Herforder Bahnhof. Foto: Moritz Winde
Die brutale Tat ereignete sich am 7. November 2015 vor dem Herforder Bahnhof. Foto: Moritz Winde

Damit ist klar: Der Angeklagte muss in Kürze seine Haft antreten.

Vor anderthalb Jahren hatte das Bielefelder Landgericht den ehemaligen Boxer – er war zum Tatzeitpunkt 25 Jahre alt – zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung verurteilt . Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann im November 2015 einen damals 34-jährigen Taxifahrer ins Wachkoma geprügelt hatte, aus dem der zweifache Familienvater wohl niemals aufwachen wird.

Die Anwälte des Angeklagten legten Rechtsmittel gegen die Entscheidung ein – und sind nun gescheitert. Der BGH verwarf die Revision als unbegründet, wie Sprecherin Inka Klein auf Anfrage mitteilte.

Zum Urteil gehört außerdem die Zahlung von Schadensersatz – und zwar in Höhe von 150.000 Euro. Der Bielefelder Opferanwalt Georg Schulze, der die Ehefrau des Taxifahrers als Nebenklägerin vertritt, dämpft jedoch die Erwartungen. „Ich gehe nicht davon aus, dass bei ihm auch nur ein einziger Cent zu holen ist. Das ist unheimlich traurig für die Familie. Sie hat den Prozess zwar gewonnen, finanziell entschädigt wird sie aber vermutlich nicht. Das ist extrem ungerecht. Der Fall ist eine große Tragödie.“

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