Einzelhändler bereiten sich auf Geschäftsöffnung am Montag vor
Es geht wieder los

Herford (WB). Herfords Einzelhändler stehen in den Startlöchern. Er sei gerade dabei, die Schaufensterscheiben zu putzen, sagt Buchhändler Wolf-Dieter Otto. Ab Montag kann sein Laden, in dem auch der HK-Servicepoint angesiedelt ist, wieder öffnen – und Otto sagt: „Endlich!”

Freitag, 17.04.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 17.04.2020, 15:40 Uhr
Wolf-Dieter Otto will an der Kasse einen so genannten Spuckschutz anbringen. Zudem plant er die Installation einer Ampel, um die Kundenfrequenz im Buchladen steuern zu können. Foto: Hartmut Horstmann
Wolf-Dieter Otto will an der Kasse einen so genannten Spuckschutz anbringen. Zudem plant er die Installation einer Ampel, um die Kundenfrequenz im Buchladen steuern zu können. Foto: Hartmut Horstmann

Kunden stützen Buchhandel

Zu den neuen Corona-Regelungen zählt, dass ab Montag Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Metern wieder für Kunden zugänglich sind – die Dimension entspricht ungefähr der Größe eines Handballfeldes. Unabhängig von der Größe dürfen auch Buch-, Auto- und Fahrradhändler wieder öffnen.

Dass auch die Zeit der Schließung für die Buchhandlungen keine arbeitsarme Zeit war, zeigt sich bei einem Fototermin. Während sich Wolf-Dieter Otto mit Mundschutz, Plastikfolie und Holzbrett in Position bringt, klopft es an der Schaufensterscheibe. Kunden lassen sich bestellte Bücher von einer Mitarbeiterin herausgeben. „Wir hatten tatsächlich gut zu tun“, sagt der Buchhändler. Dies habe er auch von anderen Vertretern seiner Branche gehört.

Zu den Maßnahmen, die der Einhaltung der Hygienevorschriften dienen, zählt die Folie (so genannter Spuckschutz), die Otto an der Kasse anbringt. Um zu verhindern, dass sich zu viele Kunden im Laden aufhalten, plant er die Anschaffung einer Ampel, die entweder mit einer Lichtschranke oder von einem Mitarbeiter bedient wird.

Friseure warten auf 4. Mai

Nach seinem Kenntnisstand ist ein Kunde pro zehn Quadratmeter zulässig. „Dann kämen wir auf maximal 20 – das wäre mir eigentlich schon zuviel“, sagt Otto. Er freut sich auf Montag, bedauert nur, dass er nicht rechtzeitig zum Friseur gehen kann.

Für die Friseure wird bekanntlich eine Öffnung zum 4. Mai in Aussicht gestellt. Nico Palmisano hatte indes mit einer Öffnung schon ab kommender Woche gerechnet. So habe man schon Termine ausgemacht, die jetzt wieder verschoben werden müssten. An Anrufen besteht offenbar kein Mangel.

Manche Leute versuchten auch, heimlich Termine zu bekommen, verrät Palmisano. „Aber darauf lassen wir uns nicht ein. Das ist ja verboten.“

Zu den Modegeschäften, die unter die 800-Quadratmeter-Regelung fallen, zählt Lerrys im Elsbachhaus. Am Donnerstag war Inhaber Thomas Lehrich bereits in Sachen Hygiene unterwegs. Mundschutz, Desinfektionsmittel und Scheiben an der Kasse gehören auch für ihn zum Repertoire.

Zudem würden die Mitarbeiter angehalten, darauf zu achten, dass die Kunden den Sicherheitsabstand einhalten. Ob der Kundenandrang nach der Schließung groß sein wird, kann Lehrich nach eigenen Angaben nicht so recht einschätzen: „Vielleicht wird es sogar eher moderat losgehen.“

Noch Fragen zur Hygiene

Anders sieht es laut Heike Benneker für die Fahrradbranche aus. Es ist Frühling und angesichts des verspäteten Saisonstarts erwartet die Geschäftsführerin der Hiddenhauser Bike Arena Benneker einen „extrem hohen Zulauf“. Auch in der Schließungsphase war die Werkstatt geöffnet, zudem gab es viele Onlineberatungen und -bestellungen. Auch Benneker hat die Hygiene-Vorschriften im Blick, sie sagt: „Die Kunden freuen sich drauf.“

Hochmotiviert sind nach eigener Aussage auch Nicolas Tscheche und sein Team. Er geht davon aus, dass zumindest zwei seiner drei Schuhgeschäfte in der Innenstadt öffnen werden, sagt aber hinsichtlich der von der Politik kommunizierten Vorgaben: „Was mir fehlt, sind klare Leitlinien.“ Zudem ist er skeptisch hinsichtlich des Nutzens eines gläsernen Spuckschutzes an der Kasse. „Braucht man das oder braucht man das nicht?“, fragt er.

Diese Frage wird sich bis Montag klären lassen. Denn trotz mancher Vorbehalte zeigt sich Tscheche gut vorbereitet. Was die Vorkehrungen zur Hygiene angehe, orientiere er sich an den Drogerien und Supermärkten. Also sollte alles glatt gehen. Tscheche abschließend: „Wir können es kaum abwarten, wieder aufzumachen.“

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