Aufhebung des Verbots: Musik ist erlaubt
NWD spielt vor Altenheimen

Herford  (WB). Eine Anfrage vom WESTFALEN-BLATT in Düsseldorf sorgt für Musik: Ab Mai wird die Nordwestdeutsche Philharmonie Mini-Konzerte mit vier oder fünf Musikern vor Alten- und Pflegeheimen geben. Dies teilt Herfords Bürgermeister Tim Kähler mit, der auch Vorsitzender der NWD-Trägerversammlung ist.

Freitag, 17.04.2020, 16:55 Uhr
Bald wieder möglich: Ständchen von Musikern vor Pflegeheimen. Foto: Daniela Dembert
Bald wieder möglich: Ständchen von Musikern vor Pflegeheimen. Foto: Daniela Dembert

Wie mehrfach berichtet, hatte die Stadt Herford zuvor ein Mini-Konzert, über welches im HK berichtet worden war, zum Anlass genommen, weitere Kurzauftritte zu untersagen. Initiator des Ständchens vor dem Heinrich-Windhorst-Haus war der frühere NWD-Posaunist Manfred Dunst, begleitet wurde er von vier Musikern des Orchesters.

Grund für das Verbot war der Verweis auf das coronabedingte Versammlungsverbot. Und tatsächlich gab es Anfang April eine Auskunft des Landes, wonach unter dieses Versammlungsverbot auch Konzerte von mehr als zwei Musikern vor Altenheimen fallen.

Kritik in den sozialen Medien

Vor allem in den sozialen Medien machte sich großer Protest breit. Von Herzlosigkeit und fehlendem Augenmaß war die Rede. Das HK wandte sich daraufhin an die Pressestelle des zuständigen Fachministeriums . Angesichts der besonderen Härten, unter denen Menschen in Altenheimen gerade leiden, verwies ein Pressesprecher hinsichtlich des Versammlungsverbots auf mögliche Ausnahmen.

Er kündigte an, das Ministerium werde sich mit den Behörden im Kreis Herford in Verbindung setzen. Dies ist offenbar geschehen – und so teilte die Stadt Herford am Freitag mit: “Nachdem das Land NRW seine Rechtsauffassung zum Auftritt von mehr als zwei Musikern vor Pflegeheimen verändert hat, hat Bürgermeister Tim Kähler sofort Kontakt mit der NWD aufgenommen.”

Bürgermeister wollen zuhören

Er freue sich, dass die NWD ab Mai im Kreisgebiet und darüber hinaus kleine Konzerte vor Alten- und Pflegeheimen geben wird, um die Bewohner zu erfreuen, sagt Kähler. Die kleinen Konzerte seien mit Landrat Jürgen Müller und den anderen Bürgermeistern im Kreis abgestimmt. Soweit es sich einrichten lässt, wollen die Bürgermeister bei den Konzerten dabei sein.

In Richtung Land fügt Kähler hinzu: „Ich hätte mich gefreut, wenn wir diese Rechtsauffassung vom Land NRW bereits bei unserer ersten Anfrage Anfang April erhalten hätten. Dann hätten wir schon über Ostern vielen Heimbewohnern eine Freude bereiten können.“

Auch anderen Musikgruppen in der Größenordnung von drei bis fünf Personen sind solche Klein-Konzerte erlaubt. Die Stadt Herford bittet die Interessierten um eine vorherige Abstimmung mit der Ordnungsabteilung.

Kommentare

Axel Hüllhorst  schrieb: 18.04.2020 11:38
Späte Einsicht
Als Musiker freue ich mich natürlich über die aktuelle Wendung in dieser "Ständchen" Frage. Somit ist hoffentlich auch der Weg für andere Musiker frei, die vor dem Verbot gerne für unsere älteren Menschen musiziert hätten.

Aber !, warum bitteschön wollen jetzt die Bürgermeister des Kreises plötzlich an den kleinen Konzerten teilnehmen? Unteranderem die, die es vorher für zu gefährlich und vorbildlos gehalten haben...

Liebe Politiker, lieber Herr Kähler, Bleiben Sie bitte zu Hause!

Wenn sich jetzt ein Bürgermeister neben die Musiker gesellt, wird es über kurz oder lang auch der politische Gegner sein, ein Spaziergänger oder Der- oder Diejenigen, die sich einfach an der Musik erfreuen wollen.

Diese Aufmunterung sollte für unsere "weggesperrten" Seniorinnen und Senioren sein und jetzt nicht als politische Bühne genutzt werden. Schließlich gilt es weiterhin, Kontakte so gering wie möglich zu halten und auf höchste Sicherheit zu achten.


1 Kommentare
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