Eigentlich sollten Anfang Mai die Bäder im Kreis Herford wieder öffnen
Start der Freibad-Saison fällt ins Wasser

Spenge/Enger/Herford (WB). Der Startschuss in die Freibad-Saison wird zum Rohrkrepierer. Eigentlich sollten die Freibäder Im Kleinen Felde (Herford) sowie das Werburger Waldbad in Spenge am 1. Mai öffnen. Eine Woche später sollten die Bäder in Elverdissen (9. Mai) und Hiddenhausen (10. Mai) folgen. Doch die Corona-Pandemie lässt auch Markus Diering, Chef des Bäderbetriebs der Stadtwerke Herford, ratlos zurück, wenn er gefragt wird, wann die Bäder wieder öffnen.

Montag, 20.04.2020, 06:00 Uhr
Wann das Werburger Waldbad seine Tore öffnet, ist noch ungewiss. Dennoch ist auf einen regulären Saisonstart hingearbeitet worden. Foto: Gerhard Hülsegge
Wann das Werburger Waldbad seine Tore öffnet, ist noch ungewiss. Dennoch ist auf einen regulären Saisonstart hingearbeitet worden. Foto: Gerhard Hülsegge

Das Freibad besuchen, sich im kühlen Nass erfrischen und auf der Liegewiese Sonne tanken, ist für viele Menschen der kleine Urlaub daheim. Mit Blick auf die zeitlich nicht absehbaren Reisebeschränkungen durch die Corona-Krise wären die örtlichen Freibäder in diesem Sommer sicher stark frequentiert. Doch auch der Bäderbetrieb liegt bis auf Weiteres auf Eis.

Ob und wann die Saison starten kann und wie ein Badebetrieb mit verschärften Hygienebedingungen dann aussehen könnte, ist derzeit noch ungewiss.

Werburger Waldbad

„Wir wären theoretisch in der Lage, am 1. Mai zu eröffnen. Momentan läuft bei uns die ganz normale Aufrüstzeit”, berichtet Markus Diering über das Werburger Waldbad. Sicher ist bisher nur eines: Sollte es eine Badesaison geben, wird diese erst später beginnen.

Dass die Freibadsaison komplett entfallen könnte, weil sie bei einer wesentlich späteren Eröffnung einfach zu unrentabel wäre, sieht Diering nicht kommen: „Der Bäderbetrieb ist ohnehin ein defizitärer Bereich, da fallen die Eintrittsgelder kaum ins Gewicht. Der Komplettausfall einer Saison müsste im Übrigen vom Stadtrat beschlossen werden.“

Diering, der in der Branche gut vernetzt ist, sagt: „Man hört Unterschiedliches, wenn es um einen Öffnungstermin für die Bäder geht. Die einen sprechen von Mitte Juni, andere von Juli und wieder andere äußern, dass die Bäder in diesem Jahr gar nicht mehr geöffnet werden. Wir müssen jetzt abwarten, was entschieden wird.“

Laut Bundesregierung müssen die Freibäder zunächst geschlossen bleiben. Am 4. Mai will man beraten, wie es weitergeht. Die Verfügung der Stadt Herford vom 12. März, das Freizeitbad H2O zu schließen, gilt noch bis zum 30. April. Auch hier müsse abgewartet werden, wie die neue Verfügung aussieht.

Sollte für Bäder mit einer täglichen Besucherzahl zwischen 3000 und 4000 so behandelt werden wie Großveranstaltungen, dann müssten die Bäder sogar bis zum 31. August geschlossen bleiben. Dann ist ein Großteil der Saison vorbei. Derzeit werde in den Bädern ein minimaler Aufwand betrieben. „Wir können nicht alles zu 100 Prozent herunterfahren. Im H2O gibt es beispielsweise ein paar große Pflanzen. Die benötigen auch die richtigen Temperaturen“, sagt Diering.

Gartenhallenbad

Auch im Engeraner Gartenhallenbad laufen die Vorbereitungen für die Freibadsaison. Derzeit kümmere man sich um die Grünanlagen und erledige die anstehenden Revisionsarbeiten, um öffnen zu können, heißt es aus Mitarbeiterkreisen.

Bürgerbad Lenzinghausen

Etwas anders gelagert ist die Situation im Bürgerbad Lenzinghausen. Für die betreibende Freibad Interessengemeinschaft (FBI) sind die Eintrittsgelder eine erhebliche Komponente. „Wir brauchen einfach die besucherstarken Tage. Allein durch den Dauerkartenverkauf ist die Saison nicht zu stemmen“, erklärt Sieghart Kröger, Vorsitzender der FBI. Aber von Tagen, an denen hunderte Menschen das Bad besuchen und sich auf den Grünflächen aneinander reihen, kann derzeit nur geträumt werden.

Trotzdem starten auch in Lenzighausen allmählich die Vorbereitungen auf den Badebetrieb.

Lag der erste Grünpflegeeinsatz gewöhnlich vor dem Osterfeuer, sind bisher nur die Liegewiesen gemäht. „Die üblichen Samstagsarbeitseinsätze in großer Gruppe entfallen jetzt natürlich“, betont Kröger. Dennoch könnten sich Freunde des Bades, die im Einzeleinsatz bei den Vorbereitungen helfen möchten, beim stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Hans-Georg Itzek melden. Da das unbeheizte Lenzibad ohnehin immer erst Ende Mai/Anfang Juni öffnet, bleibt noch genug Zeit für die anstehenden Rüstarbeiten.

Für das Traditionsbad in Lenzinghausen wäre das Entfallen der Saison besonders schade, denn 2020 gibt es Grund zum Feiern: das 90-jährige Bestehen der Badeanstalt sowie die ersten fünf Jahre als Bürgerbad. Für den 22. und 23. August waren bereits Festplanungen im Gang. Am Samstagabend hätten „Von Weiden“ ein Konzert gegeben und der Sonntag sollte mit Spiel- und Spaßaktionen ganz im Zeichen der Familie stehen.

Mit dem Entscheid der Ministerkonferenz, Großveranstaltungen noch bis zum 31. August zu untersagen, ist dem nun ein Riegel vorgeschoben.

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