1500 Berufsschüler besuchen wieder Kollegs – Grundschulen erwarten 633 Kinder
Schulstart mit Masken-Empfehlung

Herford (WB). Der Schulstart an diesem Donnerstag stellt für alle Bildungseinrichtungen im Kreis Herford eine enorme Herausforderung dar – in Sachen Hygiene und Abstand, aber auch beim Unterricht selber.

Mittwoch, 22.04.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 22.04.2020, 17:42 Uhr
Symbolfoto. Foto: dpa
Symbolfoto. Foto: dpa

Alleine an den fünf Berufskollegs des Kreises werden 1500 Schüler auf einen Schlag wieder unterrichtet. „Das liegt daran, dass wir sehr viele Bildungsgänge und entsprechend viele Absolventen haben“, erklärt Norbert Burmann, Dezernent des Kreises Herford. Das sei etwa ein Drittel aller Schüler. 8000 besuchen die Berufskollegs insgesamt, wegen der Arbeit in den Ausbildungsbetrieben sind im Schnitt 4500 davon da.

Zwei Räume ständen im Schnitt pro Klasse zur Verfügung. „Bei den Lehrern sind nicht alle im Einsatz. Das Ministerium sagt, dass Ältere und Risikogruppen zumindest nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden sollen. Sie können aber an Hintergrundprozessen arbeiten“, erklärt Burmann.

Tragen von Masken zu empfohlen

Landrat Jürgen Müller und Bürgermeister Tim Kähler hätten sich abgestimmt, an den Schulen das Tragen von Masken zu empfehlen. „Ab Montag gilt in NRW die Maskenpflicht. Wir appellieren an die Schüler, diese an den Kollegs zu tragen. Gerade in den Fluren ist es nicht immer möglich, entsprechend Abstand zu halten“, sagt Norbert Burmann. Ein Vorteil der Kollegs sei, dass die Schüler schon älter seien, sich entsprechend einfacher an bestimmte (Abstands-)Regeln halten könnten.

Unterrichtet wird zunächst nicht nach dem normalen Stundenplan, sondern in den Fächern, die relevant für die Prüfungen sind. „Wir sind gut vorbereitet, werden aber, wo es noch nicht ganz passt, weiter optimieren“, meint Burmann. Die Lehrkräfte seien sensibilisiert und angesprochen worden, dass sie darauf achten, wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

633 Grundschüler starten am 4. Mai

Mit dem Empfang von 633 Schülern aus den vierten Klassen haben die zwölf Herforder Grundschulen bis zum 4. Mai noch etwas Zeit. Auf Basis der Anordnungen für die weiterführenden Schulen beginnen Leiterinnen wie Theresa Nolte an der Grundschule Radewig schon mal mit den Vorbereitungen. Namenskärtchen werden beschriftet, die Wege auf den Fluren und in den Klassen mit aufgeklebten Pfeilen markiert. Nolte: „Die Klebepfeile sind bestellt, wir rechnen noch in dieser Woche mit der Lieferung.“

Klassen mit 15 Kindern

Die Klassen seien ausgemessen worden um jene Räume zu ermitteln, die gut 15 Kindern ausreichend Platz bieten, um die geforderten Abstände einhalten zu können: „Wir gehen davon aus, dass wir mit halben Klassenstärken an den Start gehen.“ Entsprechend seien die Lehrer, die nicht unter die Kriterien einer Risikogruppe fallen, auf die Räume, auf Schulhof- und Toilettendienste einzuteilen. Nolte: „Die Pausen werden gestaffelt eingeläutet, so dass niemals alle Kinder auf einmal auf dem Schulhof sein werden.“ Wer auf Toilette müsse, sollte sich rechtzeitig melden: „Wir können jeweils nur einen Schüler auf die Toilette lassen.“ Auch das werde überwacht.

Theresa Nolte sehnt die Ankunft der Kinder herbei, am liebsten wäre es ihr, wenn die Drittklässler kurz danach folgen könnten. Sorgen, wonach ein Rudel über Wochen eingesperrter Grundschulkinder nur schlecht strengen Hygienerichtlinien zu unterwerfen sei, hege sie nicht: „Die Kinder kommen ja mit sechs bis acht Wochen Corona-Erfahrung zurück in die Schule. Sie wissen inzwischen, wie wichtig die Einhaltung dieser Regeln ist.“

Die Zeit des Hausunterrichts über die Zoom-Plattform habe Möglichkeiten und Grenzen des digitalen Lernens vor Augen geführt. Nolte: „Die Kinder wollen sich endlich wieder sehen und miteinander reden. Die sozialen Kontakte untereinander und die Anleitung durch einen richtigen Lehrer sind für eine Zeit kompensierbar, aber nicht zu ersetzen.“ Und bis zu den Sommerferien bleibe nur wenig Zeit.

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