Nuredin Bytyci musste seine Bar nach nur drei Monaten schließen
Der finanzielle Schuh drückt

Herford (HK). Die bisherige Zeit war schön, aber kurz: Gerade mal drei Monate währte der Öffnungszeitraum der Cocktailbar „Richters Bar“ an der Radewiger Brücke. Dann kam Corona – und mit dem Virus die Existenzangst, die viele Gastronomen erfasst.

Freitag, 24.04.2020, 12:02 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 13:00 Uhr
Nuredin Bytyci im Dezember 2019 vor seinem Start in die Selbstständigkeit: Gerade mal drei Monate war „Richters Bar” geöffnet, dann kam Corona. Zum Glück komme ihm sein Vermieter entgegen, sagt der 29-Jährige. Foto: Hartmut Horstmann
Nuredin Bytyci im Dezember 2019 vor seinem Start in die Selbstständigkeit: Gerade mal drei Monate war „Richters Bar” geöffnet, dann kam Corona. Zum Glück komme ihm sein Vermieter entgegen, sagt der 29-Jährige. Foto: Hartmut Horstmann

Der 29-jährge Nuredin Bytyci, der mit der Bar den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, bildet da keine Ausnahme. Natürlich habe er Angst, räumt der ehemalige Westdeutsche Meister im Cocktailmixen ein. Zum Glück komme ihm aber sein Vermieter in diesen schweren Zeiten entgegen.

Mit Start zufrieden

Viele Herforder kennen das Haus am Fluss noch als Café Wien, in der es leckeren Kaffee und Kuchen gab. Nach einem umfangreichen Umbau hat das Fachwerkhaus im Innern seit Mitte Dezember das Aussehen einer Cocktailbar. Ein gastronomisches Angebot, das offenbar auf Interesse gestoßen ist. „Mit dem Start bin ich sehr zufrieden“, sagt Bytyci. Den Gästen habe das neue Lokal gefallen. Er habe auch schon einige Stammgäste gewonnen.

Dann die Unterbrechung – und der 29-Jährige, der mittlerweile in Herford lebt, traf bei seinen Gängen durch die Stadt immer mal wieder auf frühere Gäste, die die derzeitige Schließung bedauern.

Trinken und erleben

Viele Gastronomen sind bemüht, in der schwierigen Zeit mit einem Liefer- oder Abholservice über die Runden zu kommen. Nuredin Bytyci sieht hier für seine Bar kein großes Potenzial. Bei der Lieferung von Essen möge das funktionieren, aber er glaube nicht, dass die Nachfrage nach Cocktails sehr groß sei. Die Gäste wollen nicht einfach nur trinken, sondern nach seiner Erfahrung als Bartender auch sehen und erleben, wie ein Cocktail gemixt wird.

Einen Antrag auf Soforthilfe hat Bytyci gestellt und auch schon Geld bewilligt bekommen. Dennoch drückt der finanzielle Schuh gewaltig bis schmerzhaft. Wie lange er eine Schließung durchhalten könne? Der 29-Jährige überlegt kurz: „Vielleicht zwei Monate, aber dann wird es sehr kritisch.“

Meister-Mixer

Noch gibt sich der Meister-Mixer kämpferisch. Er hofft darauf, schon bald Tische und Stühle wieder nach draußen stellen zu können. In der Radewig beim Blick auf die Aa Cocktails genießen beziehungsweise sie den Gästen servieren zu können – diese Perspektive hält den gastronomischen Jungunternehmer bei Laune.

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