Besondere Vorsicht bei Alarmierung in Altenheimen
Keine Corona-Fälle: Feuerwehr voll einsatzfähig

Herford/Spenge (WB). Alle drei bis vier Tage tauscht sich Kreisbrandmeister Bernd Kröger mit den Leitern der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis Herford aus. Wichtigstes Thema: Corona und der Krankenstand. Bisher waren drei Einsatzkräfte betroffen, zunächst zwei aus Herford, die bereits genesen sind, zuletzt einer aus Spenge. „Seit vergangener Woche Donnerstag ist auch er wieder aus der Quarantäne heraus. Da er keinerlei Kontakt zu den Kameraden hatte, konnte sich niemand anstecken“, berichtet Thomas Reschke, Leiter der Spenger Feuerwehr. Gute Nachrichten also – aktuell ist die Feuerwehr coronafrei. Der allgemeine Krankenstand liegt bei zwei bis drei Prozent. „Wir sind absolut einsatzfähig“, sagt Bernd Kröger.

Freitag, 24.04.2020, 07:27 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 07:30 Uhr
Diese Männer legen ihre Schutzausrüstung an – derzeit ist die Feuerwehr im Kreis Herford trotz Pandemie einsatzbereit, es gibt keine Corona-Fälle unter den Feuerwehrleuten. Foto: Moritz Winde
Diese Männer legen ihre Schutzausrüstung an – derzeit ist die Feuerwehr im Kreis Herford trotz Pandemie einsatzbereit, es gibt keine Corona-Fälle unter den Feuerwehrleuten. Foto: Moritz Winde

Keine Lehrgänge

Damit das bei den etwa 1400 überwiegend ehrenamtlichen Feuerwehrleuten aus dem Kreis Herford auch so bleibt, hat die Feuerwehr einiges in den Abläufen umstrukturiert. „Es gibt derzeit keine Lehrgänge, Fortbildungen oder Versammlungen – nur das reine Einsatzgeschehen“, so Kröger. Und hier gilt: Wer sich krank fühlt, der bleibt zu Hause zum Schutz der anderen. Wo sich die Abstände bei der gemeinsamen Fahrt im Fahrzeug nicht einhalten lassen, wird eine Schutzmaske getragen. Eine gewisse Anzahl davon habe die Feuerwehr standardmäßig in der Ausrüstung. Jede Einsatzkraft hat eine entsprechende Maske.

Arbeiten in Schichten

„Haben wir einen Einsatz, bei dem es zum Kontakt mit einem Corona-Patienten oder einem Verdachtsfall kommt, tragen wir entsprechende Schutzausrüstung. Anschließend wird alles desinfiziert“, erklärt Kröger. Ganz besondere Vorsicht gelte immer dann, wenn die Feuerwehr in ein Alten- oder Seniorenheim ausrückt. Dafür muss es nicht zwangsläufig brennen, auch ein Fehlalarm einer Brandmeldeanlage kann dazu führen, dass die Feuerwehr losfährt. „Es gehen dann zunächst so wenig Leute wie möglich rein, die entsprechende Masken tragen, um niemanden dort anzustecken. Der Rest wartet draußen“, erläutert Kröger.

Bei der hauptamtlichen Wache in Herford oder in der Kreisleitstelle wird in Schichten gearbeitet, so dass immer nur dieselben Personen Kontakt miteinander haben. „Das gleiche gilt auch für das Personal in den Rettungswagen – auch hier sind möglichst immer dieselben gemeinsam im Einsatz“, sagt der Kreisbrandmeister.

Austausch in Videokonferenzen

Kröger tauscht sich mit seinen Leuten regelmäßig in Videokonferenzen aus. In der ersten Zeit hätte es besonders viel zu klären und regeln gegeben. „Inzwischen haben sich viele Abläufe automatisiert“, meint der 53-Jährige. Als eine der ersten Institutionen hatte die Feuerwehr zum Jahresbeginn reagiert und zum Schutze ihrer Leute und zur Sicherung der Einsatzfähigkeit Jahreshauptversammlungen und andere Zusammenkünfte abgesagt.

„Es wäre vermessen zu glauben, an uns gehe Corona vorbei. Die Feuerwehrleute kommen aus der Mitte der Gesellschaft, man muss sich auf alles einstellen und lernen, damit umzugehen“, sagt der Kreisbrandmeister. Bisher sei das aber sehr gut gelungen.

Wie haben die Abteilungen, bei denen es die drei Corona-Fälle gab, reagiert? Zu großer Aufregung kam es da jedenfalls nicht. Es wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen. „Das liegt sicher auch daran, dass wir Feuerwehrleute regelmäßig mit Gefahrensituationen zu tun haben und wissen, wie wir damit umzugehen haben“, schätzt Kröger

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