Mitglieder von Parents und Fridays for future verteilen sechzig Plakate auf dem Alten Markt in Herford
Klima-Demo fast ohne Demonstranten

Herford (WB). „Was möglich ist, machen wir möglich” hatte es in einem Telefonat mit dem Ordnungsamt geheißen, in dem die Klimaaktivisten der Gruppen Parents 4 future (P4F) und Fridays for future (FFF) ihre unbemannte Demonstration in der Innenstadt kurz vor knapp doch noch bewilligt bekommen haben.

Freitag, 24.04.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 17:10 Uhr
60 Klimaschutz-Plakate sind am Freitag für gut eine Stunde auf dem Alten Markt verteilt worden. Eine Aktion der Gruppen Parents und Fridays for future. Foto: Daniela Dembert
60 Klimaschutz-Plakate sind am Freitag für gut eine Stunde auf dem Alten Markt verteilt worden. Eine Aktion der Gruppen Parents und Fridays for future. Foto: Daniela Dembert

Ein schriftlicher Aufhebungsbescheid untermauert die behördliche Entscheidung, anlässlich des globalen Klimastreiks eine Plakatdemo auf dem Alten Markt durchführen zu dürfen. Eine Begründung für den Kurswechsel liefert das Schreiben nicht.

Ausgestattet mit Mundschutz und den Sicherheitsabstand von 1,50 Metern einhaltend, brachten Marina Görs und Svenja Winkler von den Parents gemeinsam mit Julie Mettenbrink von den Fridays die etwa 60 Plakate und Schilder, die zuvor an vier Sammelstellen abgegeben und abgeholt worden waren, auf den Alten Markt. Dort wurden sie großräumig verteilt, um zu verhindern, dass Betrachter einander zu nah kommen.

Plakatdemo war zunächst verboten

Trotz der erst einen Tag zuvor erteilten Genehmigung sei doch eine recht ansehnliche Anzahl an Transparenten zusammen gekommen, freut sich Svenja Winkler, Sprecherin der P4F. „Da sieht man, dass das Netzwerk funktioniert.”

Wegen der Sorge, es könne auf dem Platz zu Menschenaufläufen kommen, hatte die Stadtverwaltung die Plakatdemo zunächst verboten. „Es macht sicher Sinn, über solche Entscheidungen zu diskutieren. Sie einfach auszuhebeln ist aber keine Lösung”, meint Winkler und ergänzt: „Wir hätten diese Aktion niemals trotz Verbot durchgeführt.”

Befürchtete Massenaufläufe bleiben aus

Achtsamkeit und Rücksichtnahme sind in den Augen der Aktivisten positive Erscheinungen während der Corona-Krise, die sie sich auch im Hinblick auf das Klimamanagement wünscht. Zwar sei das öffentliche Leben nahezu zum Stillstand gekommen, für den Klimawandel gelte das aber nicht, sagen die Aktivisten. Ihnen ist es ein Anliegen, während der Krise weiter für Maßnahmen zum Klimaschutz einzutreten – und das nicht nur online.

Die Schilder, die zunächst unter den wachsamen Augen zweier Polizisten verteilt wurden, durften eine Stunde lang auf dem Alten Markt ausliegen und von Passanten betrachtet werden. Weil es nicht zu den befürchteten Massenaufläufen kam, zogen sich die beiden Einsatzkräfte bald zurück. Es oblag den Organisatoren, Menschen auf etwaige Verstöße gegen die Kontaktsperre hinzuweisen.

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