In Coronazeiten stechen Herforder ihr Gemüse selbst
Selbstversuch auf dem Spargelfeld

Herford/Bad Salzuflen (WB). Das Angebot der Familie von Laer, auf ihrem Feld an der Sylbacher Straße in Bad Salzuflen selbst Spargel zu stechen, hat am Wochenende für ein großes Besucheraufkommen gesorgt. Bianca Hobe und ihre Tochter Alina gehören zu den Herfordern, die zum Stechmesser griffen.

Montag, 27.04.2020, 07:17 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 07:20 Uhr
Es hat klappt! Bianca Hobe und ihre Tochter Alina freuen sich über die erste selbstgestochene Spargelstange. Denn das edle Gemüse aus der Erde zu holen, ist gar nicht so einfach. Foto: Hoffmeier
Es hat klappt! Bianca Hobe und ihre Tochter Alina freuen sich über die erste selbstgestochene Spargelstange. Denn das edle Gemüse aus der Erde zu holen, ist gar nicht so einfach. Foto: Hoffmeier

Wer am Samstag an dem Feld vorbeifuhr, für den konnte tatsächlich ein Eindruck von Normalität entstehen, auch wenn hier keine üblichen Erntehelfer vor Ort waren: Die Fläche ist voll mit Menschen und auch vor dem Verkaufswagen hat sich eine lange Schlange gebildet. Bei genauerem Hinsehen rufen nicht nur Sicherheitsabstand und Desinfektionsmittel-Spender die aktuelle Situation wieder vor Augen, sondern es wird auch klar, dass sich hier viele Besucher das erste Mal am Spargelstechen versuchen.

Spargelstechen bei von Laer in Bad Salzuflen

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  • Foto: Sophie Hoffmeier
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Das trifft auch auf Bianca Hobe und Tochter Alina zu. Bevor es für die Herforderinnen auf das Feld geht, bekommen sie von Jessica Niehaus frisch desinfiziertes Werkzeug und eine Anleitung in die Hand gedrückt, die ihnen Schritt für Schritt erklärt, wie sie vorgehen müssen.

Eimer nach einer Stunde gut gefüllt

Die Anzahl an Stechmessern ist auf 70 begrenzt, sodass sich nur eine begrenzte Anzahl Menschen gleichzeitig auf der 40.000 Quadratmeter großen Fläche aufhalten kann. Axel Generotzki nimmt Alina und Bianca Hobe in Empfang und zeigt ihnen den Platz, an dem sie sich einordnen können.

Vorsichtig legt Annika den Spargel zunächst mit den Fingern frei, um ihn dann weiter freizubuddeln. Dann kommt das Messer zum Einsatz. „Beim Einstechen ist der richtige Winkel essenziell“, verrät Axel Generotzki und macht es vor. „Bei ihm sieht es so einfach aus“, sagt Alina Hobe, während sie die Markierung am Messer betrachtet.

Von der Höhe passt es so. Doch den passenden Winkel und das richtige Maß an Kraft zu erwischen, erweist sich im Selbstversuch schwieriger als gedacht. Trotzdem hält sie nach ein paar Anläufen die gestochene Spargelstange in den Händen.

Nach einer Stunde Feldarbeit und mit einem gut gefüllten Eimer ziehen Mutter und Tochter ein positives Fazit. „Es ist zwar anstrengend, aber macht auch großen Spaß“, sagt Alina. Und Bianca Hobe ergänzt: „Das einmal gemacht zu haben, lässt uns den Spargel mehr wertschätzen. Und es zeigt, wo der Preis herkommt.“

Ernterekord: 18 Kilo

Über einen gesonderten Weg geht es runter vom Feld zum Wiegen bei Mitarbeiterin Eva Kipp. Am Ende haben Bianca und Alina Hobe stolze 1,8 Kilo zusammen. „Es ist eine tolle Erfahrung, die wir gerne noch einmal machen würden“, sagen beide. Die Besucher gehen am Samstag im Schnitt mit drei bis vier Kilogramm nach Hause. Kilopreis: 4,50 Euro. Der Ernterekord eines Stechers liegt sogar bei 18 Kilogramm. Die 300 Besucher ernteten am Auftakttag zwei Drittel des Feldes ab.

Constantin von Laer zeigt sich überrascht von der großen Resonanz: „Und das, obwohl wir im Wesentlichen nur über die Sozialen Medien auf die Aktion aufmerksam gemacht haben.“ Das Spargelstechen im Selbstversuch wird auch an den kommenden Wochenenden angeboten. Dank des schnellen Wachstums tauchen schon nach drei Tagen neue Spitzen auf dem Feld auf. Dann kann wieder fleißig zum Stechwerkzeug gegriffen werden.

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