Herforder Gesamtschulleiter favorisiert alternatives Konzept für weitere Jahrgangsstufen
Beratungstag statt Unterricht

Herford (WB). Die Rückkehr zu einem geregelten Unterricht für alle Jahrgangsstufen dürfte eine der Nagelproben bei der Bewältigung der Corona-Krise werden. Abiturienten und Zehntklässler sind, wie berichtet, am Donnerstag nach fast sechswöchiger Zwangspause erstmals wieder in die Schule zurückgekehrt , um sich auf ihren Abschluss vorzubereiten.

Montag, 27.04.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 09:42 Uhr
Die Gesamtschule Friedenstal ist vom vorsichtigen Neustart an den Schulen mit den Entlassschülern der zehnten Klassen sowie den Abiturienten bereits jetzt mehr als jede andere in Herford betroffen. Foto: Bexte
Die Gesamtschule Friedenstal ist vom vorsichtigen Neustart an den Schulen mit den Entlassschülern der zehnten Klassen sowie den Abiturienten bereits jetzt mehr als jede andere in Herford betroffen. Foto: Bexte

Doch wie könnte dies für die anderen Jahrgangsstufen funktionieren? Frank Braksiek, Leiter der Gesamtschule Friedenstal, hat sich dazu Gedanken gemacht. Denn seine Schule ist mit den Entlassschülern der zehnten Klassen sowie den Abiturienten bereits jetzt mehr als jede andere betroffen. „Für zwei Jahrgänge bekommen wir das aktuell hin, für mehr reichen bei den jetzt vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen die Raumkapazitäten aber nicht aus.“

„Andere Städte sind weiter“

Sollte der Unterricht für alle anderen Stufen auch wieder zum Thema werden, plädiert Braksiek dafür, den Kontakt der Schüler auf einen Tag in der Woche zu beschränken. „Nur an diesem Tag sollten die Schülerinnen und Schüler in der Schule sein.“ Sie würden dann aber nicht wie üblich unterrichtet. „Wir treffen uns, um abzusprechen, was sie in den nächsten Tagen selbstständig lernen und erarbeiten sollen und schauen, was sie in den zurückliegenden Tagen gemacht haben. Das wäre dann so ähnlich wie ein Beratungstag“, erläutert der Schulleiter. Auch wenn es zunächst nur ein Schultag pro Woche sei: „Der ist ganz wichtig, um den persönlichen Kontakt zu halten.“

In diesem Zusammenhang kritisiert Braksiek die digitale Ausstattung der Herforder Schulen. In anderen Kommunen, etwa in Bünde, würden bereits digitale Arbeitsplattformen wie Logineo oder IServ benutzt, über die sich Schüler und Lehrer austauschen könnten. „Herford kann das noch nicht.“ Derzeit würde der Kontakt per Mail gehalten, in einigen Fällen allerdings auch per Post. „Oder wir bringen den Schülern etwas vorbei.“

Stadt startet Digitaloffensive

Die Stadt hatte im Februar eine Digitaloffensive für die elf Grund- und sieben weiterführenden Schulen angekündigt. Der Bund stellt dafür in den kommenden fünf Jahren aus Mitteln des Digitalpaktes 2,7 Millionen Euro zur Verfügung, gut 300.000 will die Stadt drauflegen.

Ab dem 4. Mai sollen laut NRW-Schulministerium auch die Grundschulen ihren Betrieb wieder aufnehmen – sollte die Entwicklung der Infektionsraten dies zulassen. Der Unterricht würde zunächst auf die vierten Klassen beschränkt, um die Kinder auf den im Sommer bevorstehenden Wechsel auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten. Eine verbindliche Entscheidung soll in dieser Woche getroffen werden.

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