Gebürtige Herforderin Christiane Plischke berichtet vom Homeschooling ihrer Söhne
Von Dänemark lernen

Herford (WB). Manchmal, wenn sie etwas Glück habe, sehe sie beim Spazierengehen sogar Schweinswale. Christiane Plischke (44) liebt die Schönheit der Natur – doch zur Zeit ist auch in Dänemark Corona das alles beherrschende Thema. Mit ihren beiden Söhnen befindet sich die gebürtige Herforderin derzeit im Homeoffice. Während sie so ihrer Abteilungslehrer-Tätigkeit im Umweltamt in Kolding nachgeht, nehmen Leif (18) und Jesper (15) Plischke von zu Hause aus am Schulunterricht teil.

Dienstag, 28.04.2020, 19:51 Uhr aktualisiert: 28.04.2020, 20:00 Uhr
Homeschooling: Der 18-jährige Leif Plischke besucht in Dänemark eine Berufsschule, will duales Abitur mit einer Tischlerlehre machen. Auf dem Bildschirm ist eine aktuelle Zeichnung zu sehen und in der linken Spalte die Chat- und Sprachfunktion vom Unterricht. Foto: Jesper Plischke
Homeschooling: Der 18-jährige Leif Plischke besucht in Dänemark eine Berufsschule, will duales Abitur mit einer Tischlerlehre machen. Auf dem Bildschirm ist eine aktuelle Zeichnung zu sehen und in der linken Spalte die Chat- und Sprachfunktion vom Unterricht. Foto: Jesper Plischke

Andere Länder, andere Schulgepflogenheiten: Regelmäßig hat Christiane Plischke, die am Königin-Mathilde-Gymnasium Abitur gemacht hat, noch Kontakt in ihre Heimat. In Telefonaten erfuhr sie, wie unterschiedlich der Umgang mit dem nach Hause verlagerten Schulunterricht in der Corona-Krise gehandhabt wird. Während die Schüler in Deutschland Aufgaben bekommen, die sie – mehr oder weniger unter Aufsicht der Eltern – zu erledigen haben, erleben Leif und Jesper Plischke Online-Unterricht im Klassenverband. Als Mutter müsse sie nicht zwischen ihren Söhnen und der Schule vermitteln: „Der Kontakt findet direkt statt. Die Eltern erhalten aber Statusmeldungen.“

Seit zehn Jahren in Dänemark

Seit zehn Jahren leben die drei Plischkes in Dänemark, seit knapp einem Jahr in Fredericia, Herfords Partnerstadt. Zu den Unterschieden zum deutschen Schulsystem gehört, dass bis zur neunten Klasse alle die gleiche Schule besuchen. Dann beginnt die Spezialisierung. So geht der 18-jährige Leif zu einer Berufsschule in Vejle. Und Jesper besucht die neunte Klasse eines Internats, das 130 Kilometer von Fredericia entfernt liegt.

Christiane Plischke hebt besonders die Selbstständigkeit hervor, mit der ihre Kinder in der jetzt ungewohnten Situation schulmäßig aktiv sind. Dies könne auch das Ergebnis einer anderen Art von Pädagogik sein: „Die dänische Schule hat aus unserer Sicht einen größeren Fokus auf den einzelnen Schüler. Schule – das ist Wissensvermittlung, aber auch selbstständiges Lernen und kritische Herangehensweise.“

Während das deutsche Aufgabenprinzip an den klassischen Frontalunterricht erinnert, sprechen die dänischen Schüler während des Onlineunterrichts miteinander. Leif treffe sich schon vor dem Unterricht mit seinen Klassenkameraden, um online miteinander zu sprechen, berichtet Christiane Plischke.

Einschränkungen bis 10. Mai

Ihr Eindruck ist, dass ihre Söhne aus dem Online-Unterricht das Beste machen. Sie halten so Kontakt zu ihren Freunden. Gleichwohl freuen sie sich darauf, sie wiederzusehen.

Wann das sein wird, ist noch unklar. Bis zum 10. Mai gelten in Dänemark die aktuellen Einschränkungen. Doch immerhin können Schüler bis zur sechsten Klasse seit Mitte April wieder zur Schule gehen.

Was für die Plischke-Söhne zur Zeit neben der Schule ansteht, das sind kleine Bauprojekte im Haus oder im Garten. Ein Hochbeet ist bereits entstanden, zudem schrauben die Jungs gerne an ihren Fahrrädern. Und dann sind da ja noch die Spaziergänge an der Meerenge Kleiner Belt, verbunden mit der Hoffnung auf einen – Schweinswal.

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