Wahlkampf wird auch ins Internet verlagert
SPD fragt Herforder nach Wünschen

Herford (WB). „Always look on the bright side of life“ (Blicke stets auf die Sonnenseite des Lebens) – dieses Lied von Monty Python hat Bürgermeister Tim Kähler (SPD) einmal als Lieblingslied angegeben. In Krisenzeiten kein schlechtes Motto. Für die bevorstehende Kommunalwahl im September kommt die SPD Herford jedoch mit einem anderen Slogan daher: „Zusammen sind wir Herford“. Kähler bewirbt sich am 13. September um eine zweite Amtszeit.

Donnerstag, 30.04.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 09:32 Uhr
SPD-Bürgermeister-Kandidat Tim Kähler (vorne), seine Wahlkampfmanagerin Elsa Krauch und der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Besler sagen Danke mit diesem Banner an der Wiesestraße. Foto: Ralf Meistes
SPD-Bürgermeister-Kandidat Tim Kähler (vorne), seine Wahlkampfmanagerin Elsa Krauch und der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Besler sagen Danke mit diesem Banner an der Wiesestraße. Foto: Ralf Meistes

Postkarten und Slogan

Zum Wahlkampfauftakt wird die SPD in den kommenden Tagen an jeden Herforder Haushalt eine Postkarte verschicken. Darauf befindet sich die Frage: „Was sind Ihre Wünsche für Herford?“ Die SPD will mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. „Wir haben das in der Vergangenheit ja häufig in Veranstaltungen gemacht. Die sind derzeit leider nicht möglich. Bürgerbeteiligung ist uns sehr wichtig, deshalb hoffen wir, dass sich viele an der Aktion beteiligen“, sagt der Bürgermeister.

Ursprünglich waren Diskussionsabende, unter anderem in der Markthalle geplant, die aufgrund der Corona-Pandemie jetzt voraussichtlich ausfallen werden. Die Postkarten, ebenso wie zwei Banner, die über der Wiesestraße und der Hermannstraße hängen, tragen den Slogan: „#zusammensindwirHerford“.

„Das soll sich wie ein roter Faden durch unseren Wahlkampf ziehen“, sagt SPD-Stadtverbandsvorsitzender Thomas Besler. Gerade in der jetzigen Zeit sei der Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft besonders wichtig. Auf den Postkarten, die in diesen Tagen verschickt werden, befindet sich auch ein kleines Gewinnspiel. Die Quizfrage: „Wer waren in den letzten 15 Jahren die Bürgermeister von Herford?“ Mit Bruno Wollbrink und Tim Kähler waren es natürlich zwei SPD-Mitglieder, wobei spitzfindige Beobachter der Kommunalpolitik darauf hinweisen könnten, dass Bruno Wollbrink 2009 als Einzelbewerber und nicht als SPD-Kandidat angetreten ist.

Wahlkampf im Netz

Da derzeit niemand sagen kann, wann Veranstaltungen, also auch Wahlkampfveranstaltungen, wieder stattfinden können, verlagert sich der Wahlkampf ins Internet. „Wir haben uns gut darauf vorbereitet. Aber es ist natürlich kein Ersatz für die Bürgergespräche, die wir in den vergangenen Jahren geführt haben“, betont Kähler. In dem Zusammenhang bedankte sich Kähler bei den Vertretern der anderen Ratsparteien und Gruppierungen, die in dieser Krisenzeit eben keine reine Parteipolitik gemacht hätten. Zugleich dankte er den Mitarbeitern. Es habe sich gezeigt, dass die Stadt Herford in Krisenzeiten gut aufgestellt sei. Dies gelte sowohl für die Verwaltung als auch für die städtischen Betriebe.

Vor und nach der Pandemie

Die Entwicklung der Stadt Herford müsse auch in der Corona-Krise weitergehen, fordert Tim Kähler. Der 52-Jährige betont, vor der Pandemie habe es eine „Politik der vollen Kassen“ gegeben. Auch die Fördertöpfe auf Bundes- und Landesebene seien sehr voll gewesen. Ein Umstand, von dem gerade auch Herford profitiert habe. Für dieses Jahr rechnet die Stadt mit einem Defizit von 20 Millionen Euro. Dennoch müsse auch im Rat darüber gesprochen werden, wie der Einzelhandel in Herford unterstützt werden kann, welche Hilfe den Kultureinrichtungen und Sportvereinen zuteil werden kann. Derzeit könne niemand sagen, wie sich die Finanzkraft Herfords entwickeln werde. Impulse für die Stadtentwicklung will Kähler aber weiterhin liefern.

Von Radewig bis Güterbahnhof

Vier Punkte spricht Tim Kähler zum Thema Stadtentwicklung konkret an. Die Verschönerung der Innenstadt müsse weitergehen. Auch dadurch könne der Einzelhandel weiter gestärkt werden. Die Modernisierung der Markthalle sei ein wichtiger Baustein gewesen, mit dem Archäologischen Fenster am Münster soll ein weiterer dazukommen. Er wolle im Gespräch mit den Ladeninhabern und Anwohnern auch die Entwicklung der Radewig vorantreiben.

Der Kauf des ehemaligen Zaky-Geländes in der Löhrstraße durch die Stadt sei wichtig für die Fortentwicklung in diesem Bereich gewesen. Auch die Bereiche Stiftberg und Güterbahnhof müssten in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden.

Verkehr

Mit dem Verkehrskonzept versuche die Stadt Herford den Individualverkehr, den Öffentlichen Personennahverkehr sowie den Radverkehr in Einklang zu bringen. In der Debatte müsse es auch um neue Antriebsformen für Autos und Busse geben. „Ich bin dagegen, dass hier das eine gegen das andere ausgespielt wird“, sagte Kähler. Mit Blick auf den Radverkehr müssten Strecken verbessert werden. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass mit E-Bikes größere Strecken zurückgelegt würden.

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