Susanne Büttner aus Herford kümmert sich liebevoll um zwölf Küken
Plötzlich Entenmama

Herford (WB). Sie betreibt in Elverdissen einen Pferdehof, kandidiert für den Stadtrat (CDU) und ist seit Kurzem stolze Entenmama: Susanne Büttner päppelt derzeit zwölf Küken per Hand auf. Das kleine Federvieh entwickelt sich prächtig.

Donnerstag, 30.04.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 08:54 Uhr
Handzahm: Susanne Büttner hat mit dem unverhofften Nachwuchs ihre helle Freude. Foto: Moritz Winde
Handzahm: Susanne Büttner hat mit dem unverhofften Nachwuchs ihre helle Freude.

Man kann sich vorstellen, welch große Augen die 62-Jährige vor etwa anderthalb Monaten macht. An jenem Nachmittag entdeckt sie plötzlich 14 grünlich schimmernde Eier auf der Terrasse ihres Hofes, der idyllisch mitten in der Natur hinter Dallmanns Deele liegt. Von dem Muttertier aber fehlt jede Spur. Vermutlich nahm sie vor Schreck Reißaus und ließ ihren Nachwuchs im Stich. „Wir haben bis zum Abend gewartet, ob die Mama nicht doch noch wiederkommt“, sagt Susanne Büttner.

Brutmaschine gekauft

Dem war aber nicht so. Die Nacht hätte den sicheren Tod der Embryos bedeutet – zum einen wegen der tierischen Fressfeinde, zum anderen wegen der Kälte. Die Tierliebhaberin aber lässt es nicht soweit kommen und nimmt die Eier in ihre wärmende Obhut. „Ich konnte es nicht übers Herz bringen, sie einfach liegen zu lassen.“

Am nächsten Tag kauft Susanne Büttner eine Brutmaschine und legt die 14 Kostbarkeiten unter die Heiz-Elemente. Zwischendurch wendet sie die Eier und beträufelt sie mit Wasser – so sollen annähernd dieselben Bedingungen wie unter dem Bauch der richtigen Entenmama in der freien Wildbahn geschaffen werden.

Nach 28 Tagen schlüpft das Küken

Und tatsächlich: Exakt 28 Tage dauert es, bis das erste Ei einen Knacks bekommt. „Schon vorher habe ich mein Ohr an die Eier gehalten und bemerkt: Darin bewegt sich etwas. Das war ein ganz wunderbares Gefühl.“

Der Aufwand und das Herzblut zahlen sich aus: Nach und nach schlüpfen die Küken aus ihren Schalen. Lediglich zwei schaffen den Start ins Leben nicht. Die zwölf Geschwister aber sind wohlauf, sie entwickeln sich prima.

Inzwischen sind die kleinen Stockenten fast zwei Wochen alt. Sie genießen es, auf dem Rasen herumzuwatscheln und ein Bad zu nehmen – Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höhe. Susanne Büttner füttert sie mit Haferflocken und gekochten Eiern. Wenn’s zu kalt wird, geht’s unter die Wärmelampe.

Jungtiere werden ausgewildert

So sehr die 62-Jährige ihre Freude an den gefiederten Babys hat: In zwei bis drei Monaten, wenn „ihre“ Kinder fliegen können, endet der Job als Entenmama. Dann werden die Jungtiere ausgewildert. „Wir werden sie an unserem Teich aussetzen“, sagt Susanne Büttner. Wer weiß, vielleicht findet die Familie ja doch noch zusammen. Das wäre dann ein richtiges Happy-End.

Was für ein Gewusel: Zwölf von vierzehn Küken haben den Start ins Leben gemeistert.

Was für ein Gewusel: Zwölf von vierzehn Küken haben den Start ins Leben gemeistert. Foto: Winde

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