Herford, Bielefeld und Gütersloh stimmen neues Radverkehrskonzept ab
Region wächst auf dem Fahrradsattel zusammen

Herford/Bielefeld/Gütersloh (WB). Nach gut einem Jahr intensiver interkommunaler Zusammenarbeit liegt es nun vor: das integrierte Radverkehrskonzept der Regiopolregion Bielefeld .

Sonntag, 24.05.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 10:20 Uhr
Entlang der Hauptverkehrsstrecken zwischen Herford, Bielefeld, Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück sollen die Radverkehrswege ausgebaut werden. Kernstück des regionalen Konzepts ist der Radschnellweg zwischen Herford und Gütersloh. Foto: Stadt Herford
Entlang der Hauptverkehrsstrecken zwischen Herford, Bielefeld, Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück sollen die Radverkehrswege ausgebaut werden. Kernstück des regionalen Konzepts ist der Radschnellweg zwischen Herford und Gütersloh. Foto: Stadt Herford

Bequem und vor allem unbehelligt vom Autoverkehr mit dem Fahrrad in die Nachbarstädte pendeln, das ist die Vision, die sich in dem 344 Seiten starken Konzept niederschlägt. Ermöglicht werden soll dies durch ein flächendeckendes Alltagsradwegenetz, einheitliche Qualitätsstandards und attraktive Verknüpfungsmöglichkeiten mit dem ÖPNV. Die Stadt Herford geht voran und will das Konzept als erste der Partnergemeinden am 5. Juni im Rat beschließen.

Die Regiopolregion Bielefeld ist eine Stadt-Umland-Kooperation des Oberzentrums Bielefeld mit seinen Nachbarkommunen. Sie wurde 2016 mit dem Ziel gegründet, eine abgestimmte und gemeinsam ausgerichtete Standortentwicklung zu etablieren und somit die Lebensqualität in der Regiopolregion zu sichern und weiter zu erhöhen. Das Radverkehrskonzept ist das erste große Gemeinschaftsprojekt.

Ganzheitlicher Ansatz

Bürgermeister Tim Kähler lobt die interkommunale Zusammenarbeit: „Hervorzuheben ist der ganzheitliche Ansatz bei einem so wichtigen Thema wie der Mobilität. Wir verfolgen das gemeinsame Ziel, dass das Fahrrad als attraktives, sicheres und gleichberechtigtes Alltagsverkehrsmittel in der Regiopolregion genutzt und anerkannt wird.“

Wichtiger Baustein dafür sei der geplante Radschnellweg „OWL 2.0“ von Herford über Bielefeld und Gütersloh bis nach Rheda-Wiedenbrück, der das Rückgrat des regiopolen Radverkehrsnetzes darstellen soll. Die Erarbeitung des integrierten Radverkehrskonzepts für die Regiopolregion Bielefeld wurde im Frühjahr 2019 als interkommunales Gemeinschaftsprojekt in Auftrag gegeben. Das Konzept dient als Grundlage für eine systematische Radverkehrsförderung über die kommunalen Grenzen hinweg und soll dazu beitragen, die starken Pendlerverflechtungen zwischen dem Oberzentrum Bielefeld und seinen Nachbarkommunen für den Radverkehr attraktiver und somit umweltfreundlicher zu gestalten. Neben einem Radverkehrsnetz und einer Gesamtstrategie für den Lückenschluss enthält es auch Aussagen zu Fahrradabstellanlagen, öffentlichen Leihsystemen und Marketingansätzen.

Enge Abstimmung

Das regiopole Radverkehrskonzept wurde in enger Zusammenarbeit der Regiopolkommunen und den Kreisen Herford, Gütersloh und Lippe ausgearbeitet und abgestimmt. Darüber hinaus fand im Sommer 2019 eine breit angelegte Online-Beteiligung statt, die durch drei lokale Beteiligungsworkshops ergänzt wurde. Bei der Konzeption des regiopolen Radverkehrsnetzes wurden die Trassen berücksichtigt, die in den kommunalen und kreisweiten Radverkehrskonzepten als Hauptrouten ausgewiesen sind und sich in besonderem Maße als interkommunale Verbindungen eignen. Auf diese Weise wurden die verschiedenen Ansätze harmonisiert und Synergien erzeugt. Gleichzeitig wurden die Anbindungen in die Nachbarkommunen außerhalb der Regiopolregion mitgedacht. Damit passt sich das regiopole Radverkehrsnetz nahtlos in das großräumliche Radverkehrsnetz OWL ein, das zurzeit im Rahmen der Regionale 2022 erarbeitet wird.

Nach der Stadt Herford wird die Stadt Bielefeld das Konzept voraussichtlich im Juni beschließen. Die anderen Kommunen planen ebenfalls einen zeitnahen Konzeptbeschluss. Anschließend sollen eine gemeinsame Umsetzungsstrategie erarbeitet und erste Maßnahmen angestoßen werden.

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