20 Teilnehmer demonstrieren in Herford gegen den Corona-Shutdown
Kalte Dusche für Protestler

Herford (WB). Pech für die etwa 20 Demonstranten: Da hatte es eine gefühlte Ewigkeit nicht geregnet, doch als sich der Protestmarsch am Freitag gegen 17.15 Uhr in Bewegung setzte, begann es zu tröpfeln. Trotz der kalten Dusche ging’s einmal quer durch die Innenstadt. Die Teilnehmer wollten sich schließlich Gehör verschaffen. Sie alle einte die Kritik am Shutdown.

Freitag, 22.05.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 19:38 Uhr
„Maskenpflicht = Narrenpflicht“ finden diese jungen Frauen. Der Protestzug startete am Freitag auf dem Gänsemarkt. Nach einer Stunde löste sich die Versammlung wieder auf. Sie blieb störungsfrei und friedlich. Foto: Moritz Winde
„Maskenpflicht = Narrenpflicht“ finden diese jungen Frauen. Der Protestzug startete am Freitag auf dem Gänsemarkt. Nach einer Stunde löste sich die Versammlung wieder auf. Sie blieb störungsfrei und friedlich. Foto: Moritz Winde

Axel Michaelis und Andreas Bentrup hatten die Demonstration angemeldet. Sie sind nicht nur alte Studienfreunde, sondern auch überzeugte Gegner des Corona-Lockdowns. „Alle Einschränkungen müssen sofort aufgehoben werden“, forderten die beiden 60-Jährigen.

Demo in Herford gegen den Shutdown

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Die Betriebswirte sehen die behördlich verhängten Verbote in keinem angemessenen Verhältnis zum wirtschaftlichen Schaden. „Der geht weltweit in die Billionen“, befürchtete Bentrup. Virusleugner seien sie allerdings nicht. Abstandhalten sei schon in Ordnung, betonte Michaelis, um kurz darauf ein Transparent mit folgender Aufschrift in die Höhe zu halten: „Coronapanik führt in Ruin und Diktatur.“

Neben eher gemäßigten Positionen hatten sich unter die Demonstranten auch Hardliner aus der rechten Szene und Verschwörungstheoretiker gemischt. Ein Mann sagte, die WHO sei zwielichtig, werde ferngesteuert – und Corona sei reine Erfindung. „Jeder darf hier seine Meinung vertreten“, kommentierte Axel Michaelis. Auch einige Sympathisanten der Linken waren vor Ort. Zwischenfälle habe es nicht gegeben, hieß es von der Polizei.

Die meisten Passanten quittierten die überschaubare Versammlung mit einem Kopfschütteln. Nach einer Stunde verstreuten sich die durchnässten Teilnehmer. Doch sie wollen wieder kommen. Es soll nicht die letzte Demo dieser Art in Herford gewesen sein.

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