Stadt hätte Grundstück 2013 günstiger kaufen können – Rat tagt am 5. Juni
Debatte um Döring-Immobilie

Herford (WB). Der spannendste Punkt in der nächsten Ratssitzung am 5. Juni wird im nicht-öffentlichen Teil beraten. Dann geht es um ein Grundstück am Janup, das die Stadt 2013 für 780.000 Euro hätte kaufen können und das heute 2,1 Millionen Euro kostet.

Sonntag, 24.05.2020, 22:15 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 08:38 Uhr
Was wird aus der Döring-Immobilie am Janup? Beobachter gehen davon aus, dass die Stadt einen Kauf ablehnen wird. Foto: Moritz Winde
Was wird aus der Döring-Immobilie am Janup? Beobachter gehen davon aus, dass die Stadt einen Kauf ablehnen wird. Foto: Moritz Winde

Es geht um das Gebäude Janup 4 in dem heute die Geschäfte Expert-Döring , Action und Sanitärhaus Westerholt untergebracht sind. Nachdem die Stadt 2019 ein Grundstück samt Gebäuden von der Familie Zaky in der Löhrstraße und Kirchgasse gekauft hatte, wollte sie eigentlich mit einem weiteren Zukauf des Döring-Grundstücks über eine größere innerstädtische Fläche verfügen, die überplant werden sollte.

Ziel: Janup überplanen

Einzelhändler und Geschäftsleute träumten bereits vom OWL-Forum am Janup. Doch die Planungen für das Kulturzentrum liegen aufgrund der Corona-Krise auf Eis. Außerdem waren nicht alle aus Rat und Verwaltung vom Standort überzeugt. Aber den Janup zu überplanen, dieses Ziel verfolgen Kommunalpolitiker und Stadtverwaltung schon seit vielen Jahren. Denn das ehemalige C&A-Gebäude und der Parkplatz davor werden als „offene Flanke“ in der Radewig wahrgenommen. Vor Jahren gab es Überlegungen, an der Einfahrt zum Parkplatz Janup ein Tor anzubringen, damit die Ansicht von der Straße Auf der Freiheit nicht ganz so trostlos ist.

Was einer erneuten Planung zuletzt im Wege stand, war der Preis, den der Eigentümer verlangt. „Das ist überzogen. Da gehen wir nicht mit“, heißt es aus dem Rathaus. Doch die Trümpfe, so scheint es, liegen beim Eigentümer, dem Löhner Kaufmann Rainer Döring. Er hat die ehemalige C&A-Immobilie langfristig vermietet. Im Immobilien-Portal taucht das Objekt nicht mehr auf. Es soll einen ernsthaften Kaufinteressenten geben – und das ist nicht die Stadt.

Vorkaufsrecht der städtischen WWS

Sie hatte 2013 schon einmal darüber nachgedacht, das Gebäude zu kaufen und es dann abzureißen. Der Stadtrat stimmte dagegen. Damals wie heute hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft WWS ein Vorkaufsrecht. Doch die Stadt müsste über ihre Tochtergesellschaft heute nicht nur den fast dreifachen Preis zahlen, sondern auch die derzeitigen Mieter aus dem Vertrag herauskaufen, um das Gebäude abreißen zu können. Und so wird davon ausgegangen, dass Stadtkämmerer Matthias Möllers im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung am 5. Juni den Ratsmitgliedern empfehlen wird, vom Vorkaufsrecht für das Grundstück keinen Gebrauch zu machen.

Ideen für ehemaliges Zaky-Gelände gesucht

Die Planungen für das ehemalige Zaky-Gelände sollen allerdings weiter vorangehen. Hier will die Stadt vor allem mit den Bewohnern und Einzelhändlern der Radewig ins Gespräch kommen, um Ideen für eine Neugestaltung des Areals zu sammeln. Im Fall der Zaky-Immobilien im Bereich Löhr-straße/Kirchgasse soll die Stadt über 500.000 Euro mehr bezahlt haben, als durch ein Gutachten ermittelt worden ist. Die Häuser Dohm-Hotel, Standort Carl-Severing-Haus sowie die Gebäude an der Kirchgasse sollen die Stadt Herford knapp zwei Millionen Euro gekostet haben. Sie hatte hier Handlungsbedarf gesehen, weil sich über die Jahre der Zustand der Häuser und des Umfelds verschlechtert hat.

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