Debatte über geplante Blütenpracht vor dem ehemaligen Schiller in Herford
Eine Fassade, in der es summt

Herford (WB/ram). Eine bunte Blumenfassade soll die Gäste der Gastronomie „Das Wohnzimmer“ (ehemals Schiller) begrüßen. Nach Auskunft des Investors Lars Uhlen soll der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes an der Ecke Schiller-/Kurfürstenstraße bis November abgeschlossen sein. Eine Mehrheit im Bauausschuss begrüßte jetzt Uhlens Pläne.

Donnerstag, 28.05.2020, 11:54 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 12:16 Uhr
Durch die Corona-Krise haben sich die Arbeiten am ehemaligen Schiller verzögert. Im November soll Eröffnung sein. Foto: Winde
Durch die Corona-Krise haben sich die Arbeiten am ehemaligen Schiller verzögert. Im November soll Eröffnung sein. Foto: Winde

Doch es gab im Vorfeld auch Kritik. Der Beirat für Stadtbildpflege begrüßt die Sanierung des ehemaligen Schiller, spricht sich allerdings gegen die Blumendeko vor der Fassade aus. Das denkmalgeschützte Gebäude wirke für sich. Kritik, die auch Herbert Even (Die Grünen) und eine Mehrheit der SPD-Mitglieder im Bauausschuss zum Ausdruck brachte.

Die Idee, dass vor der Fassade ein freistehendes Raumgitter angebracht wird, an dem dann in Blumenkästen die Pflanzen hängen, „geht aus meiner Sicht auf keinen Fall“, betonte Even.

Kritik stimmt Lars Uhlen nachdenklich

Die Kritik ist nicht spurlos an Lars Uhlen vorbei gegangen. „Nach der Mitteilung des Beirats für Stadtbildpflege hatte ich mit dem Projekt Blumenfassade eigentlich schon abgeschlossen. Die Entscheidung, ob ich das jetzt noch umsetze, ist offen. Ich will nichts machen, an dem dann ständig herumgekrittelt wird“, sagte Uhlen auf Anfrage.

Dabei befürwortete eine Mehrheit Uhlens Idee. „Da entsteht doch mal etwas Neues, Innovatives. Der Investor nimmt viel Geld in die Hand und sichert zu, zweimal im Jahr die Blumenkästen komplett neu zu bepflanzen. So viel Engagement sollten wir belohnen“, sagte Bauausschussvorsitzender Werner Seeger (CDU).

Aus Sicht der CDU sei dies ein lohnenswerter Versuch. Sollte die Fassade mit den Blumen am Ende nicht wirken, bestehe immer noch die Möglichkeit, die Stahlkonstruktion, die 25 Zentimeter vor der Fassade angebracht wird, wieder zu demontieren. „Mir gefällt das“, sagte Eckhart Klemens (FDP). Er räumte ein, dass man über Geschmack streiten könne. Verwundert zeigte er sich über die ablehnende Haltung der Grünen.

FDP: „Da müsste den Grünen das Herz aufgehen“

„Sie sprechen permanent von Biodiversität, fordern überall Gründächer, aber wenn jemand eine Fassade mit Blumen bestücken möchte, lehnen Sie ab. Eigentlich müsste Ihnen angesichts der grünen Planung doch das Herz aufgehen“, sagte Klemens an die Adresse von Herbert Even.

Hans-Jürgen Rühl (SPD) bedauert, dass die historische Fassade hinter den Blumen verschwinde. „Wenn man vor die Fenster jeweils einen Blumenkasten gesetzt hätte, dann hätte ich dem zugestimmt. So finde ich das überzogen“, so Rühl. Zudem beschäftige ihn die Frage, wie die Kästen im Winter aussehen. Der Kritik widersprach SPD-Kollege Horst-Walter Laege: „Ich finde es erfrischend.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7427139?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Gesundheitsminister Spahn hat Corona
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Nachrichten-Ticker