Bilanz listet fast 1000 Einsätze auf – erste Kindergruppe in Herford vor der Gründung
So wichtig ist die Feuerwehr

Herford (WB). Was wäre die Stadt Herford ohne ihre Feuerwehr? Ein Blick in die Jahresbilanz reicht, um zu erkennen, wie wichtig die haupt- und ehrenamtliche Truppe für die Sicherheit der Bürger ist. Klar, der Brand des sechsstöckigen Hauses am Lübbertorwall am 3. April 2019 war das Großschadensereignis des vergangenen Jahres. „Das hat uns an die Leistungsgrenze gebracht“. sagt der neue Feuerwehrchef Karsten Buschmann.

Donnerstag, 11.06.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 09:18 Uhr
Sie zogen Bilanz für das Jahr 2019 (von links): Christoph Büker (Pressesprecher der Feuerwehr), Karsten Buschmann (Leiter der Feuerwehr), Michael Stiegelmeier und Axel Freitag (beide stellvertretende Leiter der Feuerwehr). Foto: Bexte
Sie zogen Bilanz für das Jahr 2019 (von links): Christoph Büker (Pressesprecher der Feuerwehr), Karsten Buschmann (Leiter der Feuerwehr), Michael Stiegelmeier und Axel Freitag (beide stellvertretende Leiter der Feuerwehr). Foto: Bexte

Aber auch der Großbrand eines Wohnhauses an der Salzufler Straße (26. Oktober), die Suche nach einer vermissten Person in der Werre Ende Januar oder das Feuer in einer Möbelfabrik in Falkendiek (25. Juli) bleiben in Erinnerung. 125 Brände (Vorjahr 149), darunter fünf Großbrände, zählt die jetzt vorgelegte Jahresstatistik. Hinzu kamen 488 Hilfeleistungen, 83 Brandsicherheitswachen, 275 Fehl-, Vorsorge- und blinde Alarme – insgesamt fast 1000 Einsätze.

Vervollständigt wird die Bilanz durch 242 Einsätze im vorbeugenden Brandschutz. Für all das bedarf es engagierter Mitstreiter. Doch reicht der Zahl noch aus? Neben den 40 Hauptamtlichen im Bereich Brandschutz zählen die vier Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr gut 160 Mitglieder, mit leicht steigender Tendenz.

Viele Lehrgänge abgesagt

„Dennoch liegen wir, was die Zahl der aktiven Mitglieder angeht, im Vergleich mit anderen Städten gleicher Größe im unteren Drittel“, sagt Buschmann. Es sei schwierig, außerhalb der Jugendfeuerwehr neue Kräfte zu gewinnen. „Deshalb wollen wir eine Kinderfeuerwehr gründen.“

Ende des Jahres soll die erste Gruppe für Mädchen und Jungen ab fünf Jahren an den Start gehen, um schon die kleinsten für das spannende und wichtige Thema Feuerwehr zu begeistern. Zwei junge Pädagoginnen habe man bereits für die Betreuung engagiert. Die Corona-Pandemie erschwere aber den Start.

Überhaupt Corona. „Wir fangen erst jetzt wieder langsam mit den Dienstabenden an. Es dürfen aber nur maximal neun Kameraden teilnehmen“, sagt Axel Freitag, stellvertretender Feuerwehrleiter. Auch Lehrgänge und Fortbildungen wurden abgesagt, die drei Jugendfeuerwehren (74 Mitglieder) starteten frühestens nach den Sommerferien wieder. „Mit der Grundausbildung zum Feuerwehrmann konnten wir aber vergangene Woche beginnen. Das war sehr wichtig.“ Überörtliche, weiterführende Lehrgänge fänden aber weiterhin nicht statt. „Das bedeutet dann, dass einige Kollegen nicht wie geplant befördert werden können“, erläutert der stellvertretende Feuerwehrchef Michael Stiegelmeier. Im hauptamtlichen Bereich habe das dann auch finanzielle Auswirkungen für die Betroffenen.

Der Rettungsdienst (49 hauptamtliche Kräfte auf 39,5 Planstellen) musste im vergangenen Jahr 14.500 Mal ausrücken, hinzu kamen gut 900 Krankentransporte.

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