Grundschulstart für 2554 Kinder in Herford – Oberhaus-Schüler gehen klassenweise auf Hof
Pausenglocke wird per Hand geläutet

Herford (WB). Geduldig stehen die Mädchen und Jungen an ihrem Treffpunkt auf dem Hof der Wilhelm-Oberhaus-Grundschule. Ein Schild zeigt den Platz für jede einzelne Klasse. Die meisten Kinder tragen einen Mundschutz, als sie ihren Lehrern ins Schulgebäude folgen. Der erste „normale“ Schultag nach dem Corona-Lockdown zeigt: Heute ist vieles anders, aber Schüler und Lehrer machen das Beste daraus. Für insgesamt 2554 Kinder in Herford fiel am Montag der Grundschul-Startschuss.

Montag, 15.06.2020, 17:27 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 17:30 Uhr
Schulstart nach der Zwangspause: Die Schüler der zweiten Klasse der Oberhaus-Grundschule sitzen mit Blickrichtung nach vorne und hören Lehrer Tim Eickhoff zu. Foto: Kathrin Weege
Schulstart nach der Zwangspause: Die Schüler der zweiten Klasse der Oberhaus-Grundschule sitzen mit Blickrichtung nach vorne und hören Lehrer Tim Eickhoff zu. Foto: Kathrin Weege

„Ein Teil der Schüler beginnt um 8 Uhr, die anderen um 8.15 Uhr. Wir haben sie nach Gebäudeflügeln unterteilt. So entzerren wir den Start am Morgen“, erklärt Schulleiterin Simoné Schnasse. Auf den Fluren tragen die Kinder den Mundschutz noch. Nehmen sie an ihrem fest zugewiesenen Tisch Platz, können sie ihn abnehmen.

Feste Sitzordnung

„Wir haben eine feste Sitzordnung. Anders als sonst sind alle Tische nach vorne zur Tafel ausgerichtet. Hufeisenform oder Tischgruppen sind wegen der Infektionsgefahr nicht möglich“, sagt Schnasse. An reinen Frontal-Unterricht müssen sich Kinder und Lehrer erst gewöhnen. Kommen sich Schüler und Pädagogen in „Erklär-Situationen“ näher, tragen beide Parteien ihren Mund-Nasen-Schutz. Aktuell besuchen 193 Mädchen und Jungen die Schule. Die ersten und zweiten Klassen sind vier Stunden am Tag da, die dritten und vierten fünf Stunden. „Wir haben das Glück, dass das ganze Kollegium an Bord ist“, sagt Schnasse.

30 Sekunden Händewaschen

Wenn die Kinder in ihren Klassenraum kommen, waschen sie sich zunächst gründlich die Hände. „20 bis 30 Sekunden mit ordentlich Seife und vor allem auch zwischen den Fingern“, erklärt eine Zweitklässlerin, was für sie nun eine Selbstverständlichkeit ist. Die Jacken hängen auf den Stuhllehnen, denn die Garderoben sind gesperrt. Auf den Fluren ist die Geräuschkulisse deutlich lauter als vor Corona. Klassenraumtüren bleiben geöffnet. Überhaupt werde sehr auf regelmäßiges Lüften geachtet, betont Simoné Schnasse.

Flatterband teilt Pausenhof

Die Lehrer entscheiden selber über zehnminütige Frühstückspausen. Für die großen 15-Minuten-Pausen gehen die Kinder auf den Schulhof. Dann kann getobt werden! Flatterband teilt das Areal in zwei Hälften. Die Pausenglocke der Schule ist aktuell nicht aktiv. Das Ende läuten die Lehrer selber mit einer kleinen, goldenen Glocke ein. „Es sind immer nur zwei unserer acht Klassen draußen. Auf der einen Seite können die Kinder Fußball spielen, auf der anderen an die Spielgeräte gehen“, erläutert die Schulleiterin. Die Seiten würden jeden Tag gewechselt, so dass alle auch mal an die Spielgeräte kommen.

Eines haben die Kinder schon gut verinnerlicht: Jetzt ist mehr Geduld gefragt. So warten die Kleinen beispielsweise vor den Toiletten – mit gebührendem Abstand. Die WCs sind anders als vor Corona „unisex“ – für Mädchen und Jungen gleichermaßen, allerdings nur aus bestimmten Klassen. Außerdem gibt es Benutzerlisten.

Und wenn sich der Schultag dem Ende neigt, dann ist es wie zum Start: Gruppenweise und der Reihe nach verlassen die Kleinen das Gebäude wieder – mit Abstand.

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