Geschäftsführer Kasner plant spannendes Projekt an der Dieselstraße
Wie die WWS gewerblichen Mietern hilft

Herford (WB). Vielleicht war es ganz gut, dass Magnus Kasner an der jüngsten Ratssitzung nicht persönlich teilgenommen hat. Der Geschäftsführer der WWS Wohn- und Wirtschafts- Service Herford GmbH hätte vermutlich rote Ohren bekommen, angesichts des Lobes, das die Ratspolitiker über den 50-Jährigen ausgeschüttet haben. Seit Kasner 2009 das Investitionsprogramm für die WWS angeschoben habe, sei es mit der Gesellschaft stetig bergauf gegangen, befand beispielsweise CDU-Fraktionschef Wolfgang Rußkamp, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der WWS ist.

Mittwoch, 17.06.2020, 16:00 Uhr
Zehn Häuser der ehemaligen Britensiedlung in der Birkenstraße hat die WWS 2017 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erworben. Wie schon in anderen Quartieren sind auch hier die Fassaden mit einem besonderen Farbkonzept gestaltet worden. Foto: Ralf Meistes
Zehn Häuser der ehemaligen Britensiedlung in der Birkenstraße hat die WWS 2017 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erworben. Wie schon in anderen Quartieren sind auch hier die Fassaden mit einem besonderen Farbkonzept gestaltet worden. Foto: Ralf Meistes

Das Ganze hat sehr viel Geld gekostet. In den vergangenen elf Jahren sind mehr als 140 Millionen Euro in den WWS-Immobilienbestand geflossen. Es hat aber zugleich dazu geführt, dass die WWS fast alle ihrer 3737 Wohneinheiten vermietet hat. Fast jeder fünfte Mieter in Herford folgt damit dem WWS-Motto „Wir wohnen schön“.

WWS schüttet Geld an Konzern Stadt aus

Was die Politiker derzeit besonders freut: Die WWS erwirtschaftet Überschüsse, mit denen sie zum einen ihr Eigenkapital stärkt, das allerdings mit 26,9 Prozent noch verbesserungswürdig ist. Angepeilt ist mindestens eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent. Und die WWS schüttet in diesem Jahr eine Million Euro an die städtische Holding HVV aus, die damit unter anderem die Kultureinrichtungen finanziell stützt. Kasner gibt das Lob gerne weiter an seine Mitarbeiter.

33 Gewerbeeinheiten

In Corona-Zeiten läuft aber auch für die städtische Wohnungsbaugesellschaft nicht alles glatt. Neben den 234.000 Quadratmetern Wohnfläche vermietet die WWS auch noch 6000 Quadratmeter Gewerbefläche. Vereinzelt hätten Mieter der insgesamt 33 Gewerbeeinheiten bereits angekündigt, dass sie corona-bedingt Schwierigkeiten hätten, ihre Miete zu bezahlen. „Wir suchen dann gemeinsam mit dem Mieter nach einer Lösung“, betont Kasner.

Gleiches gilt für das Elsbach-Haus. Betrieben wird das Haus an der Goebenstraße von der Objektgesellschaft Elsbach Areal, deren Geschäftsführer Kasner ebenfalls ist. 11.000 Quadratmeter Gewerbefläche hat die Objektgesellschaft hier vermietet. Die Mietausfälle für beide Gesellschaften seien beherrschbar, betont Kasner. Das Gesamtvolumen, das durch Mietstundungen oder Mieterlass entstanden sei, liege derzeit bei etwa 40.000 Euro. „Natürlich müssen wir reagieren, wenn beispielsweise in einem Restaurant oder in einem Reisebüro über Wochen die Umsätze vollständig ausfallen. Es besteht auch das Risiko, dass wir einige Gewerbemieter komplett verlieren“, sagt Kasner.

14 Millionen für Investitionen und Instandhaltung

Auf die Investitionstätigkeit der Wohnungsbaugesellschaft soll die aktuelle Corona-Krise zunächst keine Auswirkungen haben. „Wir werden, wie geplant, 14 Millionen Euro für Investitionen und Instandhaltung ausgeben.“ Für Herbert Even, Bürgermeister-Kandidat der Grünen, sind die Investitionen der vergangenen Jahre ein Schlüssel für den Erfolg der WWS. „Es zeigt sich, dass kommunale Unternehmen, wenn sie investieren und ein vernünftiges Produkt anbieten, erfolgreich sein können am Markt“, sagte Even in der jüngsten Ratssitzung. Er lobte die Arbeit der beiden Geschäftsführer, Magnus Kasner und Heinz-Dieter Klein. Diese würden sich auch mit Zukunftstechnologien im Bereich der Gebäudewirtschaft beschäftigten.

Kasners klar formuliertes Ziel: „Die WWS soll bis 2050 klimaneutral sein.“ Längst schon gibt es Mieterstrom, regelmäßig werden auf den Dächern der WWS-Häuser Photovoltaikanlagen angebracht.

Power-to-Gas-Anlage

Für die Gebäude an der Dieselstraße plant die WWS nun ein Projekt, das es in der Wohnungswirtschaft bislang deutschlandweit nur in Augsburg gibt. Der Strom aus einer Photovoltaikanlage wird zunächst in Wasserstoff und dann in synthetisches Erdgas umgewandelt. Die Power-to-Gas-Anlage der Firma Exytron (Rostock) soll auch in Herford installiert werden. Das Erdgas kann in Tanks gespeichert werden und mit einem Blockheizkraftwerk und Brennwertthermen Wärme und Strom für die Mieter erzeugen. Ein weiterer Vorteil: „Es entstehen kein Feinstaub und keine weiteren Emissionen“, erläutert Kasner.

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