Kreis will Immobilie bauen und hofft auf 100-Prozent-Förderung
Herford bekommt neues Frauenhaus

Herford (WB). Die prekäre Wohnsituation im Frauenhaus Herford – dem einzigen im Kreis – ist seit Jahren bekannt. Genauso lange wird in der Politik über eine Lösung diskutiert. Die scheint jetzt gefunden zu sein: Aller Voraussicht nach wird schon bald eine neue Unterkunft für Frauen und Kinder in Not errichtet.

Freitag, 19.06.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 09:30 Uhr
Wenn Frauen Opfer von häuslicher Gewalt werden, ist das Frauenhaus oft die einzige Zufluchtsstätte. Foto: dpa
Wenn Frauen Opfer von häuslicher Gewalt werden, ist das Frauenhaus oft die einzige Zufluchtsstätte. Foto: dpa

Der Kreis beabsichtigt, ein Grundstück der Kirchengemeinde Herford-Mitte in Innenstadtnähe zu pachten und dort ein neues Frauenhaus zu errichten. Dieses würde wiederum an den vor 40 Jahren gegründeten Verein Frauenhaus vermietet, der aktuell die Einrichtung betreibt und hier weiter tätig sein würde.

Da der Bund ein Förderprogramm aufgelegt hat, könnten etwa 80 Prozent der Investitionssumme aus Berlin kommen, der Rest vom Land. Kreisausschuss und Kreistag wollen das Vorhaben in der nächsten Woche beschließen. Der Kreis würde das zu bebauende Grundstück im Erbbaurecht erwerben.

Mindestens zehn Plätze

Da der Bedarf gestiegen ist, soll die Platzzahl im Frauenhaus aufgestockt werden. Derzeit gibt es in der Einrichtung, deren Adresse nicht öffentlich genannt wird, neun Plätze für Frauen plus ihrer Kinder. Im neuen Haus sollen es mindestens zehn sein. Da der Kreis über die Planungen in nicht-öffentlicher Sitzung berät, macht er keine konkretere Angaben, auch nicht zum Investitionsvolumen. Nur so viel: „Das derzeitige Gebäude ist nicht mehr in einem angemessenen Zustand, vor allem die Sanitärräume“, sagt Landrat Jürgen Müller.

Die Linke im Herforder Rat hatte bereits Ende 2018 den Erwerb einer neuen Immobilie beantragt. Eine Sanierung des Bestandsgebäudes sei nicht sinnvoll, zudem sei das Haus ständig überbelegt. Bürgermeister Tim Kähler hatte damals zugesichert, gemeinsam mit Landrat Jürgen Müller und den Bürgermeisterkollegen im Kreis über Möglichkeiten einer Verbesserung der Situation für das Frauenhaus zu beraten.

Das Land und der Kreis Herford bezuschussen den Trägerverein über freiwillige Leistungen. Darüber hinaus werden Spenden zur Refinanzierung der Sach- und Personalaufwendungen gesammelt. Um den weiteren Ausbau und Betrieb von Frauenhäusern bundesweit zu sichern, hat der Bund ein Förderprogramm mit einem Volumen von 120 Millionen Euro aufgelegt. Auch das Land hatte angekündigt, dazu einen Beitrag zu leisten.

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