Neuer Bußgeldkatalog: seit April 947 Verstöße in Herford gegen Tempolimits
61 Mal ist der Lappen weg

Herford (WB). Einmal nicht auf den Tacho gesehen, zu flott unterwegs und schon geblitzt – da kann es nach dem neuen Bußgeldkatalog, der seit 28. April in Kraft ist, nicht nur teuer werden. Denn: Wer innerorts mehr als 21 km/h zu schnell unterwegs ist, der muss seinen Führerschein für einen Monat abgeben. Punkte gibt’s obendrauf.

Freitag, 26.06.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 08:32 Uhr
Symbolfoto Foto: dpa
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„In Herford wurden seit Inkrafttreten der neuen Regeln bereits 947 Verstöße gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen registriert. In 61 der Fälle wurde ein vierwöchiges Fahrverbot fällig“, sagt Stadtsprecherin Susanne Körner auf Anfrage. Das sind gut 6,5 Prozent. Im Vergleich dazu: Im ganzen Jahr 2019 wurden nur 64 Fahrverbote ausgesprochen. Von den 61 Autofahrern, die seit April geblitzt wurden, hätten sechs auch schon nach dem alten Katalog den Schein abgeben müssen, die restlichen 55 wurden wegen der neuen Regelungen.

Etwas Schonfrist hatten die Autofahrer in Herford in den ersten Wochen. „Zum Start der Corona-Pandemie wurde zwei Monate lang weniger geblitzt. Es wurde mehr Personal für die Überwachung der Einhaltung der Corona-Vorschriften benötigt“, sagt Körner.

Kontrollschwerpunkte

Schwerpunkte der Tempokon­trollen des städtischen Ordnungsamtes sind Tempo-30-Zonen – insbesondere an Kindertagesstätten und Grundschulen. In die Radarfalle tappen zu schnelle Raser besonders häufig auf der Schwarzenmoorstraße, aber auch auf der Diebrocker Straße und der Stadtholzstraße in Höhe des Tierparks sowie am Ortsausgang der Salzufler Straße. Dort wurde in diesem Jahr ein Verkehrsrowdy mit Tempo 96 gemessen – 50 sind erlaubt.

Ist das Fahrverbot erst mal ausgesprochen, heißt das aber nicht immer gleich: Lappen vorübergehend abgeben. Stellt das Verbot beispielsweise aus beruflichen Gründen ein besonderes Problem dar und kann dies glaubhaft versichert werden, kann es in eine Geldstrafe umgewandelt werden. „Hier gilt, dass die Geldbuße verdoppelt wird, sie ist aber mindestens 200 Euro hoch. Liegt die eigentliche Buße bei 80 Euro, würde eine Verdopplung 160 Euro bedeuten, doch sind die 200 Euro nicht erreicht. In diesem Fall würden 280 Euro fällig“, erklärt Kai-Uwe Reinhard aus dem Ordnungsamt der Stadt.

Das Fahrverbot gilt ab Eintreten der Rechtskraft des Bescheides. Nach Erhalt des Bescheids haben Betroffene die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen Einspruch gegen den Führerscheinentzug einzulegen. 2019 hat es in Herford in 150 von 22.000 Fällen Einsprüche gegeben. Wer keine Voreintragungen hat, kann sich den Zeitraum innerhalb von vier Monaten aussuchen.

Punkte fürs Falschparken

Doch nicht nur für Raser gibt es Punkte. Auch wer sein Auto falsch abstellt, kann belangt werden: beispielsweise wer verkehrsgefährdend oder behindernd auf einem Rad- oder Gehweg parkt oder eine Feuerwehrzufahrt blockiert (vor oder in Feuer­­wehr­zu­­fahrt: Kosten 55 Euro; werden Einsatz­­­fahr­­zeuge behindert, sind es 100 Euro und ein Punkt). Acht Punkte in Flensburg insgesamt führen zum längerfristigen Führerscheinentzug.

Das ist besonders teuer

Hier wird es besonders teuer: Zu schnelles Fahren in der unmittelbaren Nähe von Kindern, älteren oder hilfebedürftigen Menschen, wenn deren Gesundheit gefährdet wird: 80 Euro und ein Punkt.

Wer mit Schneeketten zu schnell unterwegs ist und die erlaubten 50 km/h um 10 km/h überschreitet, bekommt laut Bußgeldrechner seit der StVO-Novelle ein Bußgeld von 20 bis 30 Euro aufgebrummt.

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 70 km/h droht ein Bußgeld zwischen 600 bis 680 Euro und obendrein gibt’s zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot.

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