Mitte August soll der Verkehr wieder fließen, doch es droht die nächste Vollsperrung
B61: Die Buddelei geht weiter

Herford/Löhne (WB). Der guten Nachricht folgt die schlechte: Wenn die B61 zwischen Herford und Löhne Mitte August wieder freigebeben werden soll, wird die Freude über die freie Fahrt nicht lange halten. Noch in diesem Jahr plant Straßen NRW rund um den Sender zwei weitere Vollsperrungen.

Samstag, 27.06.2020, 07:07 Uhr aktualisiert: 27.06.2020, 07:20 Uhr
Noch ist es eine Großbaustelle, doch schon in etwa sechs Wochen soll die B61 freigegeben werden. Dann wurde mehr als ein Jahr unter Vollsperrung gearbeitet – doppelt so lange, wie geplant. Foto: Moritz Winde
Noch ist es eine Großbaustelle, doch schon in etwa sechs Wochen soll die B61 freigegeben werden. Dann wurde mehr als ein Jahr unter Vollsperrung gearbeitet – doppelt so lange, wie geplant. Foto: Moritz Winde

Seit dem 7. August wird die Geduld der Auto- und Lastwagenfahrer schon auf eine harte Probe gestellt. So lange ist die wichtige Verbindungsachse, auf der normalerweise täglich 12.000 Fahrzeuge unterwegs sind, bereits gesperrt. Eigentlich sollte die 2,5 Millionen Euro teure Sanierung (200.000 Euro mehr als geplant) zwischen Sender- und Hägerstraße Ende 2019 fertig sein . Doch es gab Komplikationen, die den Zeit- und Kostenplan durcheinanderwirbelten. „Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände“, formuliert es Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW.

Knackpunkt sei die Verlegung der Hochdruckhauptgasleitung nach Hannover gewesen. Um die Schnellstraße auf 2,2 Kilometern mit einem Radweg ausstatten zu können und die Kurve in der Senke zu entschärfen – hier gab es einige verheerende Unfälle – musste die Fahrbahn und die darunter verlaufenenden Versorgungsleitungen versetzt werden.

Schweißtreibender Job: Die Hannover-Gasleitung wird sandgestrahlt, um das Rohr vor Korrosion zu schützen.

Schweißtreibender Job: Die Hannover-Gasleitung wird sandgestrahlt, um das Rohr vor Korrosion zu schützen. Foto: Moritz Winde

Das heißt: Auch die Hauptgasleitung nach Hannover sowie die Brücke über den Nagelsbach erhielten einen neuen Standort – mehrere Meter von der alten Strecke entfernt. Die Bundesstraße 61 bekommt an dieser Stelle ein komplett anderes Gesicht.

Erst sei ein Spezialunternehmen in Verzug geraten, dann sei der regnerische Winter gekommen und zu guter Letzt habe die Baufirma mehrere Wochen den fest eingeplanten Urlaub genommen, sagt Sven Johanning. „Wir können den Unmut der Verkehrsteilnehmer verstehen. Doch uns sind die Hände gebunden. Wir wären gerne früher fertig geworden.“

So muss die Behörde den Autofahrern die nächste bittere Botschaft überbringen: Zwischen Magdeburger Straße und Hombergstraße soll die B61 im Herbst eine neue Fahrbahn erhalten – natürlich unter Vollsperrung.

Ebenfalls noch in diesem Jahr ist eine Großbaustelle auf der anderen Seite des Senders geplant. Die Herforder beziehungsweise Vlothoer Straße zwischen Herford und Vlotho wird saniert – und zwar auf einer Länge von 2,7 Kilometern zwischen der Auffahrt zur A2 und Exter. „Wir koordinieren derzeit noch die Umleitungsstrecken“, sagt Sven Johanning. Klar aber ist schon jetzt: Entspannter wird die Verkehrslage rund um den Sender sicher nicht werden.

Die B61 verläuft mitten durch Felder, Wälder und Wiesen. Sie verbindet Herford und Löhne.

Die B61 verläuft mitten durch Felder, Wälder und Wiesen. Sie verbindet Herford und Löhne. Foto: Moritz Winde

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