Anbieter will weitere Roller aufstellen – CDU-Ratsfrau kritisiert Abstell-Praxis
Debatte um E-Scooter

Herford (WB). Für die einen ist es eine bequeme Art, um in Herford von A nach B zu kommen. Für andere stellen sie eine Barriere auf Geh- und Radwegen dar. Seit Mai gibt es 150 E-Scooter in Herford. Und die werden gut genutzt, so dass der Anbieter, die Firma Tier-Mobility, gerne 80 weitere Elektro-Roller in Herford aufstellen möchte, wie es aus dem Rathaus heißt.

Freitag, 03.07.2020, 06:00 Uhr
Nicht immer sind die Elektro-Roller ordnungsgemäß abgestellt. 150 E-Scooter gibt es derzeit in Herford, doch der Anbieter will weitere Roller aufstellen. Während sich die einen über das Angebot freuen, beklagen andere, dass die Roller mittlerweile an vielen Stellen Wege und Bürgersteige blockieren. Foto: Moritz Winde
Nicht immer sind die Elektro-Roller ordnungsgemäß abgestellt. 150 E-Scooter gibt es derzeit in Herford, doch der Anbieter will weitere Roller aufstellen. Während sich die einen über das Angebot freuen, beklagen andere, dass die Roller mittlerweile an vielen Stellen Wege und Bürgersteige blockieren. Foto: Moritz Winde

Doch während zumeist jüngere Herforder Spaß daran haben, mit den E-Scootern über den Wall zu fahren, ärgern sich andere darüber, dass die Zweiräder überall im Stadtgebiet verstreut abgestellt werden. „Auf manch einem Bürgersteig sind die Herforder gezwungen, Slalom zu gehen, um diesen Elektro-Rollern auszuweichen“, sagt CDU-Ratsfrau Marion Maw. Die Roller seien recht wahllos in Herford verteilt. „Auf so manchem Bürgersteig wird es da recht eng“, kritisiert Maw. Vor allem für Rollstuhlfahrer, aber auch für Leute, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind, würden die abgestellten E-Scooter zum Problem.

88 offizielle Stellplätze

Die Stadtverwaltung hat 88 offizielle Stellplätze für E-Scooter festgelegt. „Hier stehen in der Regel drei bis fünf E-Scooter“, sagt Beigeordneter Dr. Peter Böhm. Sollten die Roller mal an entlegenen Orten landen, dann gibt es laut Böhm so genannte „Ranger“, also Mitarbeiter der Firma Tier-Mobility, die die Roller orten und wieder einsammeln.

Mit einem Roller mal eben so nach Stedefreund fahren, sei nicht möglich. „Die Geräte sind so eingestellt, dass sie hinter Umgehungsstraße nicht weiterbewegt werden können“, so Böhm. Der Beigeordnete stellt noch einmal klar: „Das Fahren mit E-Scootern ist auf Radwegen, Radfahrstreifen und in der Fahrradstraße erlaubt. Wenn diese fehlen, darf auch auf die Fahrbahn ausgewichen werden.“

In der Fußgängerzone verboten

Auf dem Gehweg und in der Fußgängerzone sei das Fahren mit E-Scootern grundsätzlich verboten. Zu der Problematik, dass manche Scooter quer auf Radwegen stehen, erklärt der Beigeordnete: „Eine Verhinderung oder Ahndung des Abstellens von E-Scootern mit Behinderung ist naturgemäß nicht möglich.“

Drosselung auf sechs Stundenkilometer

Obwohl das Fahren mit dem E-Scooter in der Fußgängerzone grundsätzlich verboten ist, seien immer wieder Roller zwischen Bäckerstraße und Lübberstraße unterwegs. Laut Böhm werden die Roller in der Fußgängerzone automatisch auf sechs Stundenkilometer gedrosselt. Diese Drosselung sei sinnvoll, damit der Roller durch die Fußgängerzone geschoben werden kann und nicht komplett blockiert. Um deutlich zu machen, dass wohl das Schieben, aber nicht das Fahren mit Elektro-Rollern in der Fußgängerzone erlaubt ist, könnten entsprechende Schilder aufgestellt werden.

Seit Mai sind die Roller des Anbieters Tier-Mobility in Herford unterwegs.

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