Klärwerk bekommt vierte Reinigungsstufe – Herforder Straße ab 13. Juli wieder befahrbar
Kleine Baustelle für Großprojekt

Herford (WB). Die eigentliche Baustelle ist klein, dennoch bleibt in dieser Woche die Herforder Straße in Richtung Schweicheln am Klärwerk noch gesperrt. Ab dem 13. Juli soll der Teilbereich zwischen der Kreuzung Goebenstraße/B239 und der Ortseinfahrt Schweicheln dann wieder für den Verkehr frei gegeben werden.

Montag, 06.07.2020, 05:48 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 05:50 Uhr
Nur ein kleines Stück Asphalt an der Herforder Straße ist seit Ende Juni aufgerissen worden. Ab dem 13. Juli ist die Straße in Höhe der Kläranlage wieder freigegeben. Die derzeitigen Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der 14 Millionen Euro teuren vierten Reinigungsstufe, die am Klärwerk gebaut wird. Foto: Moritz Winde
Nur ein kleines Stück Asphalt an der Herforder Straße ist seit Ende Juni aufgerissen worden. Ab dem 13. Juli ist die Straße in Höhe der Kläranlage wieder freigegeben. Die derzeitigen Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der 14 Millionen Euro teuren vierten Reinigungsstufe, die am Klärwerk gebaut wird. Foto: Moritz Winde

Bis dahin werden Rohre unterhalb der Herforder Straße (B239) verlegt, die das Abwasserwerk mit dem Klärwerk verbinden. Denn die Bauarbeiten stehen in Verbindung mit der Großbaustelle auf dem Klärwerk-Gelände.

Dort wird derzeit die vierte Reinigungsstufe installiert. Sie soll Medikamentenreste, aber auch Mikroplastik aus dem Abwasser entfernen. Beide Schadstoffe haben in den vergangenen Jahren das Wasser in der Werre belastet. Mit der 14 Millionen Euro teuren Anlage, die im März 2021 in Betrieb gehen soll, können diese Mikrospurenstoffe aus dem Abwasser herausgefiltert werden.

Wirkungsvoll gegen Mikroplastik

Derzeit wird dafür auf dem Klärwerks-Gelände eine neue Halle gebaut. Dort sollen ab März 2021 etwa 900 Kubikmeter Abwasser pro Stunde drei Hightech-Module durchströmen, die die Schadstoffe herausfiltern.

„Es gibt aber noch keine Entkeimung des Wassers, das heißt, Viren und Bakterien bleiben im Abwasser. Derzeit gibt es Versuche in anderen Kläranlagen, durch UV-Licht den Bakterien zu Leibe zu rücken. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt“, sagt Gerhard Altemeier, Geschäftsführer der Herforder Abwasser GmbH (HAG).

Was die neue Anlage aber kann: etwa 70 Prozent der Mikroplastikpartikel binden, also jener Stoffe, die beispielsweise durch Kosmetika oder Reifenabrieb ins Abwasser gelangen und anschließend die Gewässer belasten.

Im Abwasserwerk auf der westlichen Seite der Herforder Straße (in Fahrtrichtung Schweicheln auf der linken Seite) wird das Abwasser zunächst mechanisch-biologisch gereinigt. Dies geschieht mit Hilfe von Bakterien. Anschließend wird das Abwasser durch die Rohre, die derzeit verlegt werden, auf die östliche Seite (in Richtung Schweicheln auf der rechten Seite) gepumpt. Dort werden mit Hilfe von Aktivkohle in Pulverform weitere Schadstoffe aus dem Wasser herausgefiltert.

Abwassergebühren steigen

Diese Pulverkohle-Partikel lagern sich an die Schadstoffe an. „Das hat eine Wirkung wie bei einem Magneten“, schildert Altemeier das Prozedere. Nicht nur die Anschaffungskosten für die neue Reinigungsstufe, auch der Betrieb geht durchaus ins Geld. Für die Aktivkohle in Pulverform wird die Herforder Abwasser GmbH etwa 400.000 Euro pro Jahr ausgeben.

Geld, dass die HAG über erhöhte Abwassergebühren wieder reinholen wird. Der praktizierte Umweltschutz sollte den Menschen diese Mehrkosten aber Wert sein, sagt Altemeier.

Das von Medikamentenresten gereinigte Wasser wird anschließend wieder auf die andere Seite der B239 fließen, wo es in dem Übergabeschacht landet. Dort werden durch überörtliche Behörden die Wasserproben genommen.

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