150 Teilnehmer demonstrieren für ein fahrradfreundlicheres Herford
Kopenhagen als Vorbild

Herford (WB). Seit mehreren Jahren demonstrieren Radfahrer für ein fahrradfreundlicheres Herford . „Und seit Jahren gehen die Bewertungen zur Fahrradfreundlichkeit der Stadt immer weiter in den Keller“, sagt Bernd Meier-Lammering vom BUND.

Mittwoch, 15.07.2020, 12:00 Uhr
Die Teilnehmer der Demonstration für ein fahrradfreundliches Herford radeln an der Markthalle vorbei. Etwa 150 Radfahrbegeisterte nehmen an der Demo teil. Foto: Daniela Dembert
Die Teilnehmer der Demonstration für ein fahrradfreundliches Herford radeln an der Markthalle vorbei. Etwa 150 Radfahrbegeisterte nehmen an der Demo teil. Foto: Daniela Dembert

Auch bei der diesjährigen Fahrraddemo am Montagnachmittag traten die Radler wieder für ihre Forderungen ein und machten ihrem Unmut über die in ihren Augen wenig ambitionierte Haltung von Politik und Verwaltung Luft. „Die Fahrradbeauftragte hätte heute die Chance gehabt, mit vielen aktiven Radlern ins Gespräch zu kommen“, meint Irmgard Pehle (Naturfreunde).

Radverkehrsbeauftragte Frauke Heidemann hatte sich für diesen Termin in den Ferien schon vor Wochen entschuldigen lassen, aber auch ansonsten war kein Vertreter aus dem Rathaus zur Demo erschienen.

„Fahrräder sind das Verkehrsmittel der Zukunft“, sagen die Initiatoren der Fahrrad-Demo, die sich aus zahlreichen Umweltschutzgruppen, Sozialverbänden und anderen Akteuren zusammensetzen.

Weniger Tempo

Gefordert werden die Erstellung eines Masterplans für den Radverkehr, bessere Fahrradanbindung der nördlichen Stadtteile über die Mindener Straße sowie eine zügige Realisierung einer schnellen Radverkehrsverbindung Bielefeld-Herford-Minden und Bünde-Hiddenhausen-Herford, um das Radeln für Berufspendler attraktiv zu machen.

Lieber heute als morgen wünscht sich Heidi Hetz, Sprecherin des Kreisverbands Minden-Lübbecke-Herford des Verkehrsclubs Deutschland, die Abschaffung der Vierspurigkeit im Innenstadtbereich. „Das würde das Aus für gefährliche Autorennen bedeuten, und Umweltspuren für Busse sowie Radfahrer könnten angelegt werden. Diese Kombination führt zu mehr Rücksichtnahme und einer Temporeduzierung. In Großstädten wie Berlin hat man mit dieser Aufteilung sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Irmgard Pehle wies vor allem auf die vielen Gefahrenstellen im Innenstadtverkehr hin. Darüber hinaus mangele es im Innenstadtbereich an geeigneten Fahrradparkplätzen, an denen ein sicheres Anschließen der Räder möglich sei.

Schwimmnudel auf Gepäckträger

Herford zumindest ansatzweise „kopenhagenisieren“ lautet Meier-Lammerings Wunsch. „Schon in der Planung muss dem Fahrradverkehr Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr eingeräumt werden“, meint der BUND-Mann. Immerhin seien die Vorteile des Radelns weder für die Umwelt, noch für die Verkehrsbelastung der Innenstädte und die Gesundheit von der Hand zu weisen.

Etwa 150 Radfahrbegeisterte hatten sich trotz Corona und Sommerferien gemeinsam auf die etwa zehn Kilometer lange Strecke rund um den Stadtkern gemacht. Mit Schwimmnudeln an Lenkern und Gepäckträgern wurde auf den einzuhaltenden Abstand von 1,50 Meter zwischen Fahrrädern und überholenden Autos aufmerksam gemacht.

Die Route führte ganz bewusst auch über Problemstellen wie die Marienstraße mit den versetzt parkenden Autos und über radweglose Straßen.

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