Innenstadtring: Kähler denkt über Lösungen mit App und modernem Parkleitsystem nach
„Erst Verkehrsströme digital analysieren“

Herford (WB). Eine mögliche Neuordnung des Verkehrs auf dem Herforder Innenstadtring hat die Kommunalpolitiker in den vergangenen Wochen beschäftigt. Einen ersten Vorschlag hatten die Grünen unterbreitet. Jetzt äußert sich auch Bürgermeister Tim Kähler.

Donnerstag, 16.07.2020, 10:00 Uhr
Zweispurig? Einspurig? Extrastreifen für Bus und Fahrrad? Die Verkehrsführung auf dem Herforder Innenstadtring wird in diesen Tagen von den verschiedenen Parteien wieder heiß diskutiert. Einen ersten Vorstoß hatten die Grünen gemacht. Foto: Moritz Winde
Zweispurig? Einspurig? Extrastreifen für Bus und Fahrrad? Die Verkehrsführung auf dem Herforder Innenstadtring wird in diesen Tagen von den verschiedenen Parteien wieder heiß diskutiert. Einen ersten Vorstoß hatten die Grünen gemacht. Foto: Moritz Winde

Er sitze in überregionalen und europäischem Gremien. „Da erlebe ich, wie andere Städte nach ganz neuen Lösungswegen suchen“, sagt er. Bislang sei es beim Straßenausbau immer darum gegangen, dass eine größtmögliche Menge an Fahrzeugen zu Stoßzeiten bequem unterwegs sein könne. „Aber schauen wir mal in Richtung ‚Auf der Freiheit‘. Im Berufsverkehr werden die zwei Spuren gut genutzt. Zu vielen anderen Zeiten aber würde durchaus eine reichen“, meint Kähler.

Verkehrsströme analysieren

Es gäbe heute Möglichkeiten, mit GPS und anderen Mitteln Verkehrsströme ganz genau zu analysieren. „Wie werden Busse genutzt? Zwar sind immer mehr Radfahrer – auch mit E-Bikes – unterwegs: Aber was passiert bei Regenwetter? Ich denke, dass es für Herford ganz wichtig ist, jetzt ausreichend Daten zu sammeln. Das machen andere Städte auch und dann erst über eine mögliche neue Verkehrsplanung nachzudenken“, sagt Kähler. Aktuell gibt es doch keinen baulichen Anlass, beispielsweise „Auf der Freiheit“ etwas zu verändern.

Auch über ein noch ausgereifteres Parkleitsystem sei nachzudenken. „Autofahrer, die einen Parkplatz suchen und sofort finden, sind eben nicht länger auf der Fahrbahn unterwegs“, meint Tim Kähler.

Mobilitäts-App

In Zukunft werde es eine Art Mobilitätskette geben. „Wie komme ich mit welchen Verkehrsmitteln von A nach B. Bei der Beantwortung dieser Frage kann dann eine App helfen, die alles optimiert berechnet“, sagt er. Dabei werde öfter herauskommen, dass sich der Weg mit dem Auto gar nicht lohne. Die Straßenverkehrsführung sei eine Diskussion aus den 90ern. In den kommenden sechs bis acht Jahren werde sich jede Menge tun. Daher sei es jetzt nicht der richtige Ansatz darüber nachzudenken, ob es tatsächlich eine Autospur weniger und eine mehr für Radfahrer geben sollte.

Vorschlag der Grünen

Die Grünen hatten vorgeschlagen, dass für den motorisierten Individualverkehr künftig in beide Fahrtrichtungen nur noch eine Fahrspur zur Verfügung steht. Die zweite Fahrspur soll Radfahrern und dem Busverkehr gehören. Durch diese Maßnahme würden die Fahrgeschwindigkeiten sinken und die Sicherheit steigen. Auch weniger geübte Radfahrer könnten sich wieder auf die Straße wagen, Fußgänger kämen leichter über die Straße, argumentieren die Grünen.

Für die Busse soll außerdem eine Ampelvorrangschaltung eingerichtet werden. Durch die Maßnahmen werde die Trennung der nördlichen Innenstadt vom Zentrum aufgehoben – „eine städtebauliche Wunde der Nachkriegszeit kann verheilen“, sagen die Grünen.

SPD-Ratsherr Manfred Mohning hatte den Vorstoß begrüßt – allerdings mit Einschränkungen.

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