HK-Fotoaufruf: Leser zeigen, wie sie die Krise erleben
Liebe in Zeiten von Corona

Herford (WB). Erinnern Sie sich noch daran, als die Plätze menschenleer waren, als kaum ein Auto auf den Straßen fuhr? Auch wenn Corona noch lange nicht vorbei ist, hat sich doch einiges wieder verändert. Manches wirkt zwei Monate später schon fast unwirklich – so eine Aufnahme, die der Hiddenhauser Andreas Gassner am 9. April an der Dürkopp-Brücke in Bielefeld gemacht hat – eine Stadt wie leergefegt.

Donnerstag, 16.07.2020, 07:00 Uhr
Masken mit Liebesherzen tragen Heidi Pahmeyer und Manfred Dunst bei ihrer standesamtlichen Trauung. Während im Hochzeitszimmer tatsächlich Maskenpflicht bestand, haben sich die beiden die Masken draußen fürs Foto nochmal vors Gesicht gehalten. Foto: Jaci Wlasny
Masken mit Liebesherzen tragen Heidi Pahmeyer und Manfred Dunst bei ihrer standesamtlichen Trauung. Während im Hochzeitszimmer tatsächlich Maskenpflicht bestand, haben sich die beiden die Masken draußen fürs Foto nochmal vors Gesicht gehalten. Foto: Jaci Wlasny

Standesamtliche Trauung

Das Foto ist Teil eines Aufrufs, mit dem sich das HERFORDER KREISBLATT an seine Leser gewandt hat. Gesucht wurden Bilder, die mit Corona zu tun haben: mit dem Alltag, mit dem Erleben, mit den Einschränkungen.

Besonders in Mitleidenschaft gezogen waren/sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Situation in den Altenheimen zum Beispiel, als die Angehörigen die Heimbewohner nicht mehr besuchen durften. Von Zwischenmenschlichkeit und Liebe kündet das vielleicht schönste Foto, das die Redaktion erreicht hat. Es stammt von Jaci Wlasny und entstand nach der standesamtlichen Trauung von Heidi Pahmeyer und Manfred Dunst.

„Coronababy“

Vor dem Kuss halten beide Masken in der Hand – eine Inszenierung fürs Foto. „Die Macht der Gewohnheit“, sagt Manfred Dunst, den viele als früheren NWD-Musiker kennen. Beim Betreten des Hochzeitszimmers im Standesamt sei allerdings noch der Mundschutz angesagt gewesen, aber nicht mehr draußen an der frischen Luft.

Spielerisch mit dem Thema gehen auch Ursula und Werner Eikmeier um, die sich per Selbstauslöser auf einer Bank mit Masken fotografieren. Von der Liebe beziehungsweise dem, was daraus entstehen kann, erzählt auch ein Foto der Bünderin Sylvia Kersting. Sie hat den Bauch einer schwangeren Freundin fotografiert – mit Maske, um das „Coronababy“” auf die neue Situation vorzubereiten.

Hinweisschilder fotografiert

Viele der eingereichten Bilder spielen mit dem Thema, versuchen, den Beschränkungen eine heitere Seite abzugewinnen. Andere Fotografen wiederum waren eher in Sachen Corona-Alltagschronik unterwegs. So zum Beispiel der Herforder Lars Oliver Gehring, der unter anderem Hinweisschilder fotografiert hat.

Wartende Menschen vor Bäckereien zum Beispiel, in gebührendem Abstand, zählen ebenfalls zu den bleibenden Corona-Eindrücken. Und die Berge von Klopapier, die in Windeseile ausverkauft waren.

Corona-Fotos – das sind oft Alltagssituationen, Bilder, die mit dem Handy im Vorbeigehen gemacht und eine Woche später wieder gelöscht werden. Daher sind sie nicht zu vergleichen mit Urlaubsfotos, die schöne Erinnerungen konservieren sollen.

 

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