Stadt Herford erlaubt zwölf Stände – Außengastronomie der Markthalle wird erweitert
Kirmesbuden können kommen

Herford (WB). Nein, einen Sommer-Rummel wird es in Herford nicht geben: Und doch werden in der Innenstadt wohl schon in Kürze ein Dutzend Kirmesbuden aufgebaut werden. Auch Karussells sollen sich drehen. Das Ordnungsamt hat bereits seine Zustimmung gegeben.

Freitag, 17.07.2020, 08:08 Uhr aktualisiert: 17.07.2020, 08:30 Uhr
Zumindest ein wenig Kirmes-Flair wird bis Ende August durch die Herforder Innenstadt wehen. Foto: Moritz Winde
Zumindest ein wenig Kirmes-Flair wird bis Ende August durch die Herforder Innenstadt wehen. Foto: Moritz Winde

Pro-Herford-Chef Frank Hölscher sagt: „Ich gehe davon aus, dass zehn bis zwölf Stände zunächst bis Ende August aufgestellt werden – vom kleinen Kinderkarussell bis zur Zuckerwatte.“ Ein Vorteil in Bezug auf Abstandsregeln ist die lang gezogene Fußgängerzone, die sich von der Lübberstraße bis in die Radewig erstreckt. Zwischen Gänsemarkt und Neuem Markt ist also reichlich Platz für die Beschicker.

Anfang bis Mitte kommender Woche wird mit einem Ergebnis gerechnet. Parallel werden die Schausteller, die auch Antragssteller für die Flächen sein werden, in ihren Gremien die Vergabe besprechen. „Die Interessen der innerstädtischen Gastronomen und der Schausteller werden zu wahren sein. Bestmöglich ergänzen sich die Angebote, aber keinesfalls treten sie in Konkurrenz zueinander“, sagt der 50-Jährige.

Stadt erhebt keine Standgebühren

Ob das aber gelingt, ist als fraglich. Schließlich dürfte es nicht jedem Restaurantbetreiber schmecken, wenn vor seiner Tür ein Mitbewerber ebenfalls Speisen und Getränke offeriert. Die Herforder können ihr Geld eben nur einmal ausgeben. Andererseits ist wohl die Hoffnung, dass die Kirmes im Mini-Format weitere Menschen in die City locken wird.

Und natürlich sollen mit der Erlaubnis auch die Schausteller unterstützt werden, die wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand stehen. Viele haben seit Monaten keinen Cent verdient. Aus diesem Grund müssen sie auch keine Standgebühren wie sonst üblich an die Verwaltung überweisen.

Frank Hölscher beschreibt das Dilemma so: „Stadtmarketing in dieser besonderen Situation heißt: agieren mit Augenmaß. Erlebnisse in Form von Freizeitangeboten für Gäste und Bürger zu schaffen, ist von großer Bedeutung. Es ist notwendig, Wirkung für Handel, Gastronomie, Kulturschaffende, Künstler, Schausteller und viele mehr zu erzeugen. Dies im Rahmen der aktuellen Verordnungen zu tun, ist die Vorgabe. Jede Chance als Standort relevant zu sein, wollen wir nutzen.“

Noch keinen Plan fürs Weihnachtslicht

Unterdessen kündigt der Pro-Herford-Geschäftsführer an, die Außengastronomie der Markthalle angesichts drastisch rückläufiger Besucherzahlen zu erweitern. Die Einnahmen seien nicht annähernd auf dem Niveau der Anfangszeit. Der Schließung des Gastrobereiches im April sei eine Zeit mit starken Einschränkungen gefolgt.

„Spürbar wird der Aufenthalt im Freien momentan oft bevorzugt und demnach bietet es sich in den Sommermonaten an, über eine Ausweitung der Außensitzmöglichkeiten nachzudenken. Ein erstes Ergebnis wird noch im Juli umgesetzt, indem die Fläche um das Denkmal mit 20 Tischen und damit 80 Sitzmöglichkeiten bestückt wird. Je nachdem, wie die Gäste diesen Bereich annehmen, wird über Weiteres nachgedacht.“ Dabei könnte nach Informationen dieser Zeitung ein Teil des Rathausplatzes für Autos gesperrt werden.

Kategorische Denkverbote schließt Frank Hölscher auch in Bezug auf den Weihnachtsmarkt aus. Zum jetzigen Zeitpunkt könne zwar keine verbindliche Aussage getroffen werden. Aber: „Natürlich ist es unser Ziel, dass wir alles Machbare, Verantwortbare und Genehmigungsfähige umsetzen wollen und werden. Wir beschäftigen uns permanent mit unseren geplanten Veranstaltungen, modifizieren Konzepte auf die neuen Herausforderungen und denken in Eventualitäten. Ich bin überzeugt, dass wir die Erfahrungen aus der momentanen Situation für zukünftige Entwicklungen nutzen können. Aber konkret kann und möchte ich heute nicht werden, um Diskussionen über Ungewisses zu vermeiden.“

Die Außengastronomie der Markthalle wird vergrößert.

Die Außengastronomie der Markthalle wird vergrößert. Foto: Moritz Winde

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7496786?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
RKI warnt vor Ungeduld und zu frühen Öffnungen
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) , warnt weiter vor dem Corona-Virus.
Nachrichten-Ticker