Weltrekord-Versuch: Eugen Laschinski muss Auflagen erfüllen – Unterstützer gesucht
XXL-Spielplatz: Stadt verhängt Baustopp

Herford (wb). Mit seinem privaten XXL-Spielplatz war Eugen Laschinski auf dem Weg ins Guinness-Buch der Rekorde. Doch jetzt steht die Baustelle an der Diebrocker Straße still. Die Stadt hat einen Stopp angeordnet.

Dienstag, 21.07.2020, 16:59 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 17:02 Uhr
Ausruhen statt weiterbauen: Die Stadt Herford hat einen Baustopp für den XXL-Spielplatz von Eugen Laschinski an der Diebrocker Straße verhängt. Fotos: Kathrin Weege

„Das Bauamt der Stadt hat mir Auflagen für das Weiterarbeiten gemacht: Ich soll einen Bauantrag stellen, der Flächennutzungsplan muss geändert werden“, erklärt der 37-Jährige. Zudem müsse ein Entwurfsplan erstellt werden. „Das kann nur ein Ingenieur- oder Architekturbüro machen, ich selber darf das nicht. Zudem muss ein Statiker ran und am Ende die Feuerwehr alles auf korrekten Brandschutz überprüfen“, erklärt Laschinski. Geschätzte Kosten: rund 10.000 Euro. Doch so schnell will er seinen Traum vom Spieleparadies nicht aufgeben, zu viel ist schon geschafft. „Ich habe ein Spendenkonto angelegt und hoffe auf Unterstützung“, so Laschinski.

Unterstützer gesucht

Toll wäre es alternativ, wenn ein Statiker oder Ingenieur kostenlos die Planungen erstellen würde. Sollte am Ende sogar Geld übrig bleiben, will der Hobbybastler es an die Stadt spenden. Er selber benötige es nur, um Architekt, Statiker und Feuerwehr zu bezahlen. „Ich könnte dann von dem Restbetrag beispielsweise für die Stadt einen Spielplatz bauen“, sagt Laschinski, der sich bald wieder als Garten- und Landschaftsbauer selbstständig machen will.

Baustopp angeordnet

Vor dem Baustart hatte sich Laschinski ans Bauamt gewendet und auch Fotos zu seinem Projekt eingeschickt. Als er zunächst nichts weiter hörte, ging er davon aus, dass er durchstarten kann. Nachdem sein XXL-Projekt – nach der Berichterstattung in dieser Zeitung – auch im WDR, bei Sat1 und RTL vorgestellt wurde, meldete sich die Stadt mit den Auflagen.

Besonders ärgerlich für den Bastler ist, dass er aktuell nicht weiterbauen kann. Schließlich hatte sich eine Kommission vom Guinness-Buch der Rekorde schon angekündigt – voraussichtlich im Oktober wollte sie kommen. „Derzeit dürfen nicht einmal meine eigenen Kinder auf dem Spielplatz auf unserem Grundstück toben“, bedauert der Herforder.

Doppelrekord-Versuch

Und so soll das Spieleparadies aussehen: 60 Quadratmeter groß und gefüllt mit 15 Tonnen Sand, dazu ein Spielareal von 200 Quadratmetern mit Trimmpfad, Feuerwehrauto und Waschbärgehege. Damit will Eugen Laschinski es auch weiterhin gleich zweimal ins Guinness-Buch der Rekorde schaffen: mit dem größten Sandkasten und privaten Spielplatz. Seit Mai arbeitet er im Garten.

„Die Idee kam mir, als im März alle Spielplätze wegen Corona gesperrt waren. Außerdem möchte ich, dass meine drei Kinder viel an der frischen Luft sind und nicht nur vor dem Fernseher sitzen. Mit unserer neuen Attraktion klappte das bestens“, meint der 37-Jährige.

Das sagt die Stadt

Auf Anfrage heißt es seitens der Stadt: „Bei dem ‚Spielplatz‘ handelt es sich um ein gebäudeähnliches Objekt. Wie bei anderen baulichen Veränderungen ab einer Größe von 75 Kubikmetern ist eine Baugenehmigung notwendig – die wurde aber nicht beantragt.“

Die Stadt Herford habe darüber hinaus die Nutzung der ungenehmigten Anlage aufgrund bestehender Gefahren untersagt. So bestünden Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit (Einsturzgefahr, lose Steine, ungesicherter Teich).

Kein Bußgeld

„Auch bemängelt werden der fehlende Grenzabstand und eine erhöhte Brandgefahr durch die überwiegende Holzbauweise. Im Zusammenspiel mit der fehlenden Standsicherheit – ein Standsicherheitsnachweis liegt nicht vor – gab es keinen Ermessensspielraum für diese Entscheidung“, sagt Stadtsprecherin Susanne Körner. Neben der Nutzung seien auch weitere Bauarbeiten an dem Projekt verboten. „Ein Bußgeld wird allerdings nicht verhängt, da es der Stadt Herford nicht darum geht, das Engagement zu verhindern. Nach Erteilung einer Baugenehmigung könnte der Bau wieder aufgenommen werden“, so Körner weiter.

Wer Eugen Laschinski unterstützen möchte, wendet sich direkt an ihn. Bei ihm ist auch die Nummer des Spendenkontos zu erfragen. Infos: 0152/56390620.

Kommentar

Der erste Gedanke bei den Auflagen der Stadt: Ärgerlich, muss das sein – ein Baustopp!? Genauer betrachtet ist es aber richtig, ein so großes Bauprojekt auf seine Sicherheit zu überprüfen. Schließlich sollen hier neben den eigenen Kindern auch mal Freunde und Nachbarskinder toben. Schade, dass das alles vor dem Baustart nicht geklärt werden konnte. Nun heißt es: Daumen drücken, dass Unterstützer für das Projekt gefunden werden. Schließlich war der Weltrekord schon zum Greifen nahe. Kathrin Weege

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