Architekt und Sachverständiger unterstützen Laschinski – Stadt untersagt Nutzung erneut
Spielplatz: Welle der Hilfsbereitschaft

Herford (WB). Vor gut einer Woche hatte das Bauamt der Stadt Herford den XXL-Spielplatz von Eugen Laschinski stillgelegt und den Weiterbau an Auflagen gebunden. Jetzt hat es eine Welle der Hilfsbereitschaft gegeben. Etliche Herforder wollen den Spielplatzbauer, der mit seinem Projekt ins Guinnessbuch der Rekorde will, kostenlos unterstützen. Allerdings war die Stadt Donnerstag zu einem weiteren Termin vor Ort: Der Baustopp bleibt bestehen.

Samstag, 01.08.2020, 05:58 Uhr aktualisiert: 01.08.2020, 06:01 Uhr
Hoffen weiter auf grünes Licht für den Bau am XXL-Spielplatz: Eugen Laschinski und sein Sohn Georg (6). Foto: Kathrin Weege
Hoffen weiter auf grünes Licht für den Bau am XXL-Spielplatz: Eugen Laschinski und sein Sohn Georg (6). Foto: Kathrin Weege

So hat sich der Herforder Architekt Axel Meyse gemeldet: Er will sich um den Bauantrag und die dazugehörige Bauzeichnung kümmern. Für die richtige Statik möchte Claudia Placke (CP Baustatik) verantwortlich sein. „Sie alle finden mein Projekt einfach toll, haben sie mir gesagt“, berichtet der Herforder, der gebürtig aus der Ukraine stammt.

Absicherungen erforderlich

Und auch Markus Hoffmann, geprüfter Sachverständiger für Spielplatzsicherheit, engagiert sich ehrenamtlich, hat für den Hobbyhandwerker einen Prüfbericht verfasst, den es nun abzuarbeiten gilt. „Als ich von dem Projekt in den Medien gehört habe, fand ich es so toll, dass ich Eugen Laschinski bei der Realisierung helfen wollte“, sagt Hoffmann. Einiges sei durchaus noch sehr gefährlich auf dem Spielplatz gewesen. Kinder können in 2,50 Metern Höhe spielen. „Da muss man schon entsprechend absichern“, betont er. Er hat beispielsweise festgestellt, dass Bretter in einem von Laschinski gebauten Zaun zu weit auseinander sind. Ein Kinderkopf könnte dazwischen stecken bleiben. Dinge, die ein Laie so gar nicht bedenken würde. Laschinski wird den kompletten Zaun hoch oben beim Feuerwehrauto neu bauen. Nun sei es an Laschinski, alles mit dem Bauamt der Stadt Herford abzusprechen und in einem ersten Schritt die bisher geplanten Geräten umzubauen, bevor man weiter plane, so der Experte.

Jede Menge Baumaterialien hat Laschinski vom Obi-Baumarkt aus Bielefeld und vom Toom in Herford bekommen. „Ich muss alle Spielbereiche einzäunen. Unter anderem dieses Material habe ich dort bekommen“, freut er sich. Beim Obi habe er sich im Wert von 1300 Euro Materialien aussuchen dürfen. 15 Tonnen Sand hat er von Baustoffe Hirschhorn schon bekommen, weitere 15 Tonnen, mit denen er den Boden des gesamten Spielplatzes gestaltet, sollen noch kommen.

Verein soll gegründet werden

„Was erlaubt ist und was nicht – darin bin ich inzwischen Experte“, meint Laschinski mit einem Augenzwinkern. Er hat ein Häuschen im Spielbereich stehen. „Vorne muss es offenbleiben. Dann ist es ein Unterstand, geschlossen wäre es ein Haus – und das ist nicht erlaubt“, weiß er. Hier will er Eis und Getränke anbieten – und vielleicht irgendwann sogar Pizza. „Mein Spielplatz soll zwei feste Öffnungstage haben, dann wird eine Aufsichtsperson vor Ort sein“, sagt der Herforder, der einen Verein gründen will. Nutzer des Spielplatzes sollen künftig in den Verein für monatlich 5 Euro eintreten. „Dann sind Essen und Trinken für die Kinder hier gratis“, sagt er. Außerdem könne er immer wieder neue Spielsachen anbieten, denn auch die Recyclingbörse unterstütze ihn, er dürfe einmal wöchentlich vorbeikommen.

Einen richtigen Medienrummel hat es nach der exklusiven Berichterstattung des WESTFALEN-BLATTES gegeben: Sat 1, RTL, WDR und die Bild-Zeitung waren in der Diebrocker Straße. Und jetzt hat sich das ukrainische Fernsehen angekündigt. Laschinski kann all das noch gar nicht glauben.

Stadt untersagt Nutzung

Doch wann Laschinki weiterbauen darf, ist ungewiss. „Die Bauaufsicht war heute erneut zum Ortstermin. Es ging dabei in erster Linie um die Grenzbebauung, also die Bebauung zu den Nachbargrundstücken hin. Diese ist durch die Bauordnung gesetzlich geregelt. Darin geht es um bestimmte Abstände, Brandschutz und Ähnliches. Laschinskis Grenzbebauung ist von der Bauaufsicht bemängelt worden“, sagt Stadtsprecherin Susanne Körner. Laschinski selbst habe das Bauamt zu dem Termin gebeten und angegeben, er habe die Grenzbebauung verändert, sie würde jetzt den gesetzlichen Vorgaben genügen.

„Die Bauaufsicht vor Ort konnte dies jedoch nicht bestätigen. Die mündlich verfügte Nutzungsuntersagung für die Spielanlage wurde wiederholt. Ein Bußgeld wurde nicht verhängt“, erklärt Körner weiter.

Kommentar

Jetzt heißt es am Ball bleiben und einen Schritt nach dem anderen machen. Damit Eugen Laschinski seinen XXL-Spielplatz doch noch von der Stadt Herford genehmigt bekommt, muss er unter anderem an der Sicherheit aller Geräte arbeiten. Toll, dass er so viele Unterstützer für sein Projekt gewinnen konnte und es nun weiter realisieren kann. Wichtig ist, dass er eng und konstruktiv mit dem Bauamt der Stadt Herford zusammenarbeitet. Nur so kann das außergewöhnliche Projekt ein Erfolg werden.

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