Vor allem auf Türklinken und Benutzerflächen kommt es an – Gewerkschaft fordert Aufstockung
Schulen werden gründlicher gereinigt

Herford (WB). Wohl noch nie waren Hygiene und Sauberkeit in den Schulen so wichtig wie jetzt. Seit dem Schulstart am Mittwoch würden die Gebäude intensiver gereinigt, um die Gefahr des Corona-Virus’ zu minimieren. Das hat die Stadt angekündigt. Was bedeutet das für die Reinigungskräfte? Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in der Region weist auf die hohe Arbeitsbelastung hin.

Freitag, 14.08.2020, 05:50 Uhr
Wegen der Corona-Gefahr sollen die Schulen jetzt gründlicher gereinigt werden. Foto: dpa
Wegen der Corona-Gefahr sollen die Schulen jetzt gründlicher gereinigt werden. Foto: dpa

„Acht Minuten – so viel Zeit hat eine Reinigungskraft im Schnitt, um ein Klassenzimmer zu säubern. Diese Zeit war schon vor der Pandemie viel zu kurz bemessen“, meint Sven Bönnemann, Vize-Regionalleiter in Westfalen.

Nach Angaben des Beigeordneten Peter Böhm gebe es bei der Reinigung der städtischen Schulen in Herford jedoch keine Minutenvorgaben pro Klassenzimmer. „Wir schauen auf das Gebäude insgesamt.“ Wegen der Corona-Gefahr würden jetzt vor allem die Türklinken und Benutzerflächen (Tastaturen/Tischplatten) intensiver geputzt. „Das gilt unter anderem auch für das Technische Rathaus.“ Das sei aufwendiger und verursache Mehrstunden. Ob die Stadt deshalb mehr Geld in die Hand nehmen müsse, sei nicht sicher. Schließlich seien in der Zeit des Lockdown und der folgenden Monate die Schulen kaum genutzt und entsprechend seltener geputzt worden.

Personal ist knapp

Die Schulreinigung sei für Schüler und Eltern in NRW aber nicht erst seit Corona ein Thema, meint Gewerkschafter Bönnemann. In den vergangenen Jahren hätten die Beschwerden deutlich zugenommen. „Es geht so weit, dass Schüler in Putzdienste eingeteilt und Eltern zum Fensterputzen beordert werden. Um die stark verschmutzten Schultoiletten zu säubern, gibt es mancherorts private Spendenaufrufe für zusätzliches Reinigungspersonal“, berichtet er aus anderen Kommunen.

Die Gewerkschaft fordert vor dem Hintergrund der Pandemie, vorhandene Kräfte mit mehr Stunden zu beauftragen und wo nötig, zusätzliches Personal einzustellen. „Den Einsatz von Personal von außen haben wir auch mal geprüft, um bei Krankheitsfällen flexibler zu sein“, sagt Böhm. Bislang sei dies aber nicht nötig gewesen. Zudem sei es schwierig, überhaupt Personal zu bekommen.

Insgesamt begrüßt die IG BAU die Schutzmaßnahmen in den Schulen. Allerdings dürfe das Reinigungspersonal nicht vergessen werden. „Saubere Schulen gibt es nur mit sauberen Arbeitsbedingungen.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7533283?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
CDU-Bundesvorstand für Laschet als Kanzlerkandidaten
CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet wird Kanzlerkandidat.
Nachrichten-Ticker