Bildungscampus: Aus Wohncontainern für Studenten sollen Lehrsäle werden
Hochschule braucht mehr Platz

Herford (WB). „Die Erfolgsgeschichte Bildungscampus geht weiter“, sagte ein gut gelaunter Bürgermeister Tim Kähler am Freitag im DCC-Kongresszentrum. Die Hochschule für Finanzen (HSF), die seit 2017 die ehemaligen britischen Kasernen für die Ausbildung angehender Finanzbeamter nutzt, wird sich auf dem Campusgelände weiter ausbreiten. Zunächst für ein Jahr wird es auf dem Wentworth-Areal auch einen Weiterbildungszweig geben. „Ein weiteres Signal des Landes, dass man auf den Standort Herford setzt“, bewertet Kähler die Entscheidung der Hochschule.

Samstag, 15.08.2020, 05:30 Uhr aktualisiert: 15.08.2020, 05:40 Uhr
Über die weitere Nutzung der Container freuen sich Bürgermeister Tim Kähler (von links) und die SEH-Geschäftsführer Dr. Jan Miller und Norbert Landshut. Foto: Ralf Meistes
Über die weitere Nutzung der Container freuen sich Bürgermeister Tim Kähler (von links) und die SEH-Geschäftsführer Dr. Jan Miller und Norbert Landshut. Foto: Ralf Meistes

Darüber hinaus kommen zu den vorhandenen 480 Studentinnen und Studenten für den Zeitraum 31. August bis 31. Dezember noch einmal 80 hinzu. Diese werden im Aparthotel GO25 an der Sophien­straße untergebracht.

Vertrag zunächst für ein Jahr

Während die Hochschule bis mindestens 2027 in Herford bleibt, wird der Fortbildungszweig zunächst nur für ein Jahr in Herford angesiedelt. Der Vertrag endet zum 31. Dezember 2021.

80 Finanzbeamte sollen ab Januar 2021 auf dem Campusgelände fortgebildet werden. Dazu soll ein Teil der Containeranlagen genutzt werden, in denen heute noch 360 Studenten wohnen. Diese werden im Januar in die umgebauten Wohnhäuser an der Vlothoer Straße umziehen.

190 Container bleiben

Gut 190 der heute 580 Container sollen anschließend für die HSF-Weiterbildung umgebaut und genutzt werden. Die übrigen 390 Container werden abgebaut. „Es bleiben zwei Modulreihen stehen. Dort werden wir im Erdgeschoss die Container so umbauen, dass daraus sieben Lehrsäle entstehen“, sagt Norbert Landshut, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEH). In den übrigen Containern sollen die Seminargäste übernachten. Durch die Weiternutzung der Container werde die Stadt auch finanziell profitieren, betonte Kähler.

Mit dem Abbau der 390 Container, für die es keine Verwendung mehr gibt, soll am 4. Januar 2021 begonnen werden. Ab dem 25. Januar könnte dann der Weiterbildungszweig starten. Ab 2022 sollen auch die restlichen 190 Container abgebaut werden. „Wir haben mit der Fläche ja noch einiges vor“, sagt SEH-Geschäftsführer Landshut. So war unter anderem im Gespräch, dass sich der Landesbetrieb Wald und Holz auf dem Areal ansiedelt.

Auswirkung auf Mensabetrieb

Auswirkungen hat der zusätzliche Bedarf auch auf den Mensabetrieb. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen ist heute bereits die Anzahl der Mensa-Nutzer begrenzt. Weil jetzt noch einmal 80 Personen für den Bereich Weiterbildung dazu kommen, wird im Garten hinter dem ehemaligen Offizierskasino ein Catering-Zelt aufgebaut.

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