„Seniorinas“ überzeugen bei Herforder Premiere – noch zwei Aufführungen
Humor gegen die Krise

Herford (WB). Humor ist in Krisenzeiten ein besonderes Gut, das sich die Seniorinas aus Herford bewahrt haben und mit ihrem Publikum teilen. Bei der Premiere des neuen Programms sind die vier Frauen der Kabarett-Gruppe vor einem vollem Haus unter den Linden aufgetreten. Mit ihrem Programm „Unsere Devise: Wir meistern jede Krise“ lieferten sie zugespitzte Anekdoten aus den Krisen ihres Lebens – vor und während Corona.

Dienstag, 15.09.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 13:06 Uhr
Die hippe „Tante Hanni“ hat so einiges vor. Zum Beispiel ein Start-up-Unternehmen für Toilettenpapier-Zubehör gründen. Hannelore Fentrup ist mit dieser selbstkreierten Rolle am Puls der Zeit – in doppelter Hinsicht. Foto: Jane Esche
Die hippe „Tante Hanni“ hat so einiges vor. Zum Beispiel ein Start-up-Unternehmen für Toilettenpapier-Zubehör gründen. Hannelore Fentrup ist mit dieser selbstkreierten Rolle am Puls der Zeit – in doppelter Hinsicht. Foto: Jane Esche

„Wir machen uns nicht lustig“, sagen die Seniorinas einstimmig. „Wir wollen die Leute in diesen Zeiten zum Lachen bringen, indem wir ihnen lustige Einblicke aus unserer Perspektive geben“, erklärt Hannelore Bartmann. „Unsere Devise: Wir meistern jede Krise“ ist das siebte Programm der eingespielten Gruppe.

Seit genauso vielen Jahr treten sie im HudL auf. Aber in diesem Jahr ist vieles anders. Sie präsentieren Open-Air, die Kostüme und die Bühne werden nicht allzu viel verändert, die Anzahl der Zuschauer ist auf 80 begrenzt. Ihr Programm aber ist genauso spritzig und bissig wie immer.

Die besten Krisen-Tipps

Nicht nur die Corona-Krise, auch alltägliche und persönliche Krisen werden auf die Schippe genommen: Von Kochkatastrophen über die Auswahl der besten Krisen-Tipps und die Einschränkungen im Fußball bis hin zu den Schwierigkeiten des Einkaufens – wo sich alte und neue Krisen miteinander vermischen, wie Seniorina Rita Fentrup mit ihrer Geschichte über eine verlorene Bankkarte beweist. „Wir schätzen die Gruppe, weil sie aktuelle Themen auf den Punkt bringt“, meint der Leiter des Bürgerzentrums, Harmut Giebel.

Dabei hatten die Seniorinas in diesem Jahr für die Entwicklung des Programms nur knapp drei Monate Zeit. Erst als feststand, dass sie Open-Air auftreten können, setzten sie sich wöchentlich zusammen. Mit der richtigen Portion aus Sensibilität und Selbstironie ist ihnen die Gratwanderung gelungen, Krisen in den Mittelpunkt ihres Kabarett-Programmes zu stellen. Mit der hippen Tante Hanni alias Hannelore Bartmann und ihren Quarantäne-Tipps oder der Normalität einer chaotischen Zoom-Konferenz treffen sie den richtigen Ton.

Spenden sind genug

Ihre Sketche schreiben die Seniorinas selbst. Es sind Geschichten aus ihrem Alltag und das merken die Zuschauer. „Mich bringen die Auftritte der Seniorinas immer zum Lachen. Man findet sich in den Sketchen wieder, es ist so zutreffend“, meint etwa Zuschauerin Margaret Tiemann. Die vier Frauen haben sich mit ihren ehrenamtlichen Auftritten eine treue Fangemeinde aufgebaut. „Die Texte und die Dramaturgie der Seniorinas könnten den Profis Konkurrenz machen“, erklärt Giebel. Aber die Seniorinas wollen nicht professionell werden, Spenden reichen ihnen. Davon kaufen sie dann etwa ihre Kostüme.

Diesmal waren das Shirts mit Aufdrucken wie „Abstand“ oder „Hinweise zum richtigen Maskentragen“ eine subtile Anmerkung dazu, dass eine Krise Humor und Regeln braucht. Die Botschaft des Abends fasst aber der Abschiedssong zusammen: „Always look on the bright side of life“.

Wer diese Seite sehen möchte, hat noch zwei Mal im HudL die Chance – und zwar am 16. September ab 16 Uhr und am 25. September ab 17 Uhr. Restkarten sind verfügbar.

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