Warum Oliver Schübbe genug vom TV hat – ZDF-Reihe startet Sonntag
Ein letztes Mal auf Sendung

Herford (WB). Er sei während der Dreharbeiten kurz vor einem Nervenzusammenbruch gewesen, gesteht Oliver Schübbe – und das will bei dem normalerweise in sich ruhenden Upcycler schon etwas heißen. In Dutzenden TV-Produktionen schon hat der 47-Jährige alte Möbel aufgemotzt, nach der letzten ZDF-Produktion aber hat er vom Fernsehen erst einmal die Nase voll. Weshalb nur?

Samstag, 26.09.2020, 14:05 Uhr aktualisiert: 26.09.2020, 14:10 Uhr
In seiner Werkstatt fühlt sich Oliver Schübbe am wohlsten: Seine neue­ste Erfindung ist eine Garderobe aus Lattenrost-Leisten und Sektkorken. Rechts sind die Entwürfe zur ZDF-Sendung zu sehen, von denen er die meisten nicht realisieren durfte. Foto: Moritz Winde
In seiner Werkstatt fühlt sich Oliver Schübbe am wohlsten: Seine neue­ste Erfindung ist eine Garderobe aus Lattenrost-Leisten und Sektkorken. Rechts sind die Entwürfe zur ZDF-Sendung zu sehen, von denen er die meisten nicht realisieren durfte. Foto: Moritz Winde

Vier Wochen stand der Herforder Bastel-König für die zweite Staffel von „Mach was draus“ vor der Kamera. In dem Format werden nutzlose Objekte in einem kreativen Wettbewerb in einzigartige Stücke verwandelt. Moderatorin Eva Brenner lässt sich von den Kandidaten die Geschichte hinter dem Objekt erzählen, und jeweils drei Designer versuchen, daraus Neues zu schaffen. Ausgestrahlt werden die acht Folgen sonntagmittags ab 13.50 Uhr, los geht es am 27. September.

Man könnte meinen, das Konzept sei Oli Schübbe wie auf den Leib geschneidert. Schließlich gehört der studierte Innenarchitekt zu den Upcycling-Pionieren in Deutschland, beschäftigt sich seit 16 Jahren mit den Themen Nachhaltigkeit und Wiederverwertung im Möbelbereich – und zwar mit sehr großem Erfolg. Sein Regalsystem „Frank“ soll weltweit das meistverkaufte Möbelstück aus Recyclingmaterialien sein.

„Mein Platz ist in der Werkstatt“

Obwohl die Dreharbeiten bereits fast ein Jahr zurückliegen, gerät er immer noch ins Granteln, wenn er daran zurückdenkt. Gerade einmal neun der 26 Präsentationen habe er gewinnen können. Ist Schübbe ein schlechter Verlierer? „Mag sein. Es war aber leider so, dass manche meiner Entwürfe nach wenigen Sekunden als schlecht abgeurteilt wurden – ohne Begründung, ohne Argumente. Ich gebe immer Vollgas, stecke viel Herzblut in meine Arbeit. Wenn jemand dann sagt, dass sei alles nicht zu gebrauchen, tut es weh.“

So wollte Schübbe aus Töpfen eine Aufhängung für Obst kreieren, eine Kommode sollte zum Multifunktionsschrank werden und aus Rollschuhen wollte er einen rollenden Balkontisch basteln. Doch diese und viele weitere Projekte wurden abgelehnt – zum Verdruss des Herforders, der seinem Ärger mehrmals Luft gemacht habe.

Dabei habe er eigentlich nur super Stimmung verbreiten sollen, ist ja schließlich eine Sonntagnachmittag-Show. „Ich bin aber nicht der Gute-Laune-Bär – und will es auch nicht sein. Mein Platz ist in meiner Werkstatt.“ So nervenaufreibend diese Aufzeichnungen auch gewesen sein mögen: Zumindest finanziell habe es sich gelohnt.

Wie genervt er ist, sieht man Oliver Schübbe an. Das Foto zeigt ihn im Kölner Studio neben Moderatorin Eva Brenner.

Wie genervt er ist, sieht man Oliver Schübbe an. Das Foto zeigt ihn im Kölner Studio neben Moderatorin Eva Brenner.

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