Bürgermeisterkandidat will verstärkt gegen Maskenpflicht an Grundschulen vorgehen
Richard Adriaans verlässt Liste 2004

Herford (HK). Richard Adriaans tritt als Vorsitzender der Liste 2004 zurück und aus der Wählergemeinschaft aus. Der in Stedefreund wohnende Bürgermeisterkandidat wird statt dessen seinen politischen Kampf gegen die Maskenpflicht an Grundschulen fortsetzen. Dazu hat er gleich fünf Strafanzeigen gestellt.

Samstag, 26.09.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 26.09.2020, 05:20 Uhr
Richard Adriaans, aus Stedefreund stammender Bürgermeisterkandidat der Liste 2004, hat die Wählergemeinschaft verlassen, um verstärkt gegen die Maskenpflicht an Grundschulen kämpfen zu können. Darin sieht er eine Kindeswohlgefährdung. Foto: Stephan Rechlin
Richard Adriaans, aus Stedefreund stammender Bürgermeisterkandidat der Liste 2004, hat die Wählergemeinschaft verlassen, um verstärkt gegen die Maskenpflicht an Grundschulen kämpfen zu können. Darin sieht er eine Kindeswohlgefährdung. Foto: Stephan Rechlin

Über diesen Kurs wollte er zunächst die Mitglieder der Liste 2004 in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Ende September abstimmen lassen. Die „Vertrauensfrage“ sollte klären, ob er weiter als Vorsitzender gewünscht sei. Mit seinem Rücktritt erspart er der Wählergemeinschaft diese Versammlung. Offenbar hatte sich im Vorfeld abgezeichnet, dass Adriaans keine Mehrheit für seine coronakritischen Marschroute finden würde: „Ich bin auch im Wahlkampf aufgefordert worden, dieses Thema nicht öffentlich anzusprechen. Daran habe ich mich auch gehalten.“

Zu hohes Risiko

Doch die Hygieneauflagen speziell an der offenen Ganztagsgrundschule Eickum würden ihn jetzt zwingen, sich verstärkt diesem Thema zu widmen. Während es seiner Ansicht nach keine Evidenz für die medizinische Schutzwirkung der Masken gebe, zeigten viele wissenschaftliche Studien, dass das gesundheitlliche und das psychologische Risiko insbesondere für Kinder in einem derart hohen Widerspruch zum Nutzen stehe, dass von einer Kindeswohlgefährdung auszugehen sei. Adriaans, ein bestellter und vereidigter Sachverständiger für Flachdächer und thermische Bauphysik der Industrie- und Handelskammer (IHK), führt dazu Artikel 24 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union an: „Bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher oder privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein.“

Wegen des Verstoßes gegen diesen Artikel hat Adriaans Ministerpräsident Armin Laschet, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Bildungsministerin Yvonne Gebauer und zwei leitende Beamte der Bezirksregierung Detmold bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld angezeigt.

Separate Gruppen auf Schulhof

Drei Enkelkinder Adriaans besuchen die Grundschule Eickum. Konkret richtet sich seine Kritikgegen die Trennung der Kinder in separate Gruppen auf dem weitläufigen Schulhof. Ferner seien die Kiner verpflichtet, ihre Masken auch im Klassenraum anzulegen, wenn sich eine Lehrerin ihren Tischen nähere. Um eine ausreichende Lüftung zu gewährleisten, müssten die Kinder in den Klassen ihre Jacken anziehen. Zur Heimfahrt müssen sich Schüler klassenweise mit Masken in abgezeichneten Feldern aufstellen. Dabei hätten sie den Zeigefinger vor di Maske legen und einen Arm heben müssen. Eine vermutlich traumatisierte und hilflose Schülerin habe unter diesem Druck bereits zweimal auf dem Schulhof urinieren müssen. In den Klassen dürfe nicht gesungen werden, wohl aber auf dem Schulhof: „Aber nur mit angelegten Masken.“ S

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