Kreisausschuss stimmt 4,4 Millionen Euro hohen Vorleistung für neuen Studiengang zu
Kreis Herford nimmt es auf eigenen Deckel

Herford (HK). Die Kreisstiftung ist einer jener Kandidaten, die Landrat Jürgen Müller ins Auge gefasst hat, um eines Tages den neuen Studiengang Digital Management Solutions auf dem Herforder Bildungscampus mitzufinanzieren. Bis es soweit ist, soll aber erst einmal der Kreis selbst mit 4,4 Millionen Euro einspringen.

Mittwoch, 30.09.2020, 18:15 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 18:20 Uhr
Die Finanzierung des neuen Studienganges Digital Management Solutions der TH OWL auf dem Bildungscampus steht. Der Kreis tritt in Vorleistung und wartet auf Stiftungen und Firmen. Foto: Stephan Rechlin
Die Finanzierung des neuen Studienganges Digital Management Solutions der TH OWL auf dem Bildungscampus steht. Der Kreis tritt in Vorleistung und wartet auf Stiftungen und Firmen. Foto: Stephan Rechlin

Müller: „Die Kreisstiftung sucht nach geeigneten Förderprojekten. Der neue Studiengang könnte sicher so ein Projekt sein.“ Allerdings habe die Stiftung solch einen Schritt erst noch zu prüfen und zu beraten. Das wiederum koste Zeit, die von der Corona-Krise erfasste Unternehmen nicht hätten: „Sie brauchen eine möglichst schnelle Lösung.“ Um einen Start des neuen Studienganges mit 20 bis 30 Studenten zum Wintersemester 2021/22 zu ermöglichen, solle der Kreis mit seiner Finanzierungszusage „ein Sicherheitsnetz“ spannen: „Ohne solch eine Sicherheit wird das Land eine Akkreditierung des neuen Studienganges ablehnen.“

Von diesem Finanzierungswunsch überrascht wurde die CDU. Deren Fraktionsvorsitzender Michael Schönbeck bat im Kreisausschuss darum, auch in Wahlkampfzeiten frühzeitig in solche Leuchtturmprojekte einbezogen zu werden, wenn seine Fraktion sie hinterher mit bezahlen soll: „Das gebietet schon der gegenseitige Respekt.“ Ansonsten zuckte er nur mit der Schulter: „Der Wahlkampf ist vorbei. Das Projekt ist gut. Wir stimmen dafür.“

Irritiert, aber überzeugt

Vom plötzlichen Finanzierungswunsch irritiert, aber von der Idee überzeugt stimmte auch Herbert Weber (AfD) zu: „Das ist die Sache wert.“ Ingeborg Balz (Grüne) sah in dem Projekt ein doppeltes Signal für den Herforder Bildungscampus und die Wirtschaft im Kreis Herford. FDP-Fraktionsvorsitzender Stephen Paul hielt die Frage, ob Stiftungen oder Kreis den Studiengang bezahlen, für „Geplänkel“ und lobte die Wahl des Kooperationspartners: „Die Technische Hochschule OWL ist der beste Partner, den wir dafür finden konnten.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Tiekötter äußerte sich überzeugt, dass der Landrat schnell Unternehmen und weitere Stiftungen in Ostwestfalen finden werde, die mit aufspringen würden, sobald der neue Studiengang erst einmal gestartet sei.

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