Verein Musik-Kontor appelliert an Fans – Platzkontingente reduziert
„Ein Jahr könnenwir das noch durchhalten“

Herford (WB). Von einer großen Sehnsucht nach Kultur war oft die Rede, als die Corona-Bestimmungen Konzerte unmöglich machten. Wer allerdings glaubte, dass der Lockerung der Vorschriften ein Run auf die Veranstaltungen folgen würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt.

Samstag, 17.10.2020, 05:50 Uhr
Ein Foto aus besseren Tagen, aufgenommen im damaligen Schiller: Thomas Hagen, Heike Doht und Ralf Hammacher (von links/alle Musik-Kontor) hoffen jetzt, dass die Musikfans ihre Zögerlichkeit beim Konzertbesuch aufgeben. Foto: Hartmut Horstmann
Ein Foto aus besseren Tagen, aufgenommen im damaligen Schiller: Thomas Hagen, Heike Doht und Ralf Hammacher (von links/alle Musik-Kontor) hoffen jetzt, dass die Musikfans ihre Zögerlichkeit beim Konzertbesuch aufgeben. Foto: Hartmut Horstmann

Maximal 100 Besucher

Diese Erfahrung macht auch der Verein Musik-Kontor, der auf die allgemein konstatierte Zögerlichkeit reagiert. Viele Leute hätten Angst, sagt Vorsitzender Ralf Hammacher (das HK berichtete). Folglich soll das Platzangebot bei Innen-Konzerten für die nächsten Veranstaltungen auf maximal 100 begrenzt werden. Einen Raum wie das Marta-Forum, in dem 240 Menschen Platz fänden, könne man also locker bestuhlen.

Drei Konzerte hat der Verein bisher im Kontor-Café veranstaltet – mit bis zu 40 Zuhörern. Die Konzerte seien gut gelaufen, so Hammacher. Aber es stellt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit.

„Zur Zeit zahlen wir bei jedem Konzert drauf“, sagt der Vorsitzende: „Wir leben von unseren erwirtschafteten Reserven, von unseren Mitgliedern und Sponsoren.“ Ein Jahr, so schätzt Hammacher, könne man das noch durchhalten. Dann müsse sich etwas grundlegend ändern. Daher sein Appell: „Wer will, dass die Kultur überleben kann, sollte zu Konzerten gehen.“

Neue Veranstaltungsorte

Dies ist aus Sicht des Vereins um so wichtiger, da das Platzkontingent aus Rücksicht auf die Ängste vieler Menschen sowieso schon reduziert wurde. Dabei soll ab sofort auch wieder der Kartenkauf an der Abendkasse möglich sein. Als einen Höhepunkt der nächsten Wochen nennt Hammacher die Veranstaltung mit dem bekannten Kolumnisten Harald Martenstein und dem Musiker Georg Clementi am 6. November im Marta-Forum.

Andere Veranstaltungsorte der kommenden Wochen sind zwei neue Örtlichkeiten: zum einen das „Wohnzimmer“ (ehemals Schiller), zum anderen das „Lui.House“ an der Luisenstraße. Auch hier gelte die 100-Personen-Regel, so der Vereinsvorsitzende, der auch die Rahmenbedingungen der Veranstaltungsräume hervorhebt: „Im Marta, im Wohnzimmer und im Lui.House kommt modernste Belüftungstechnik zum Einsatz.“

Unabhängig von den Herforder Veranstaltungen plant der Verein auch große Konzerte in der Bielefelder Oetkerhalle (Pat Metheny am 17. Mai). „Doch wer weiß, ob das klappt“, meint Hammacher. Daher zieht es den Verein an die frische Luft. In Planung ist ein Festival auf dem Münsterkirchplatz im Mai.

Festival auf Münsterkirchplatz

Seine Konzerttauglichkeit hat der Ort im Jahr 2017 bewiesen, als das Musik-Kontor dort ein Festival auf die Beine stellte. Im Unterschied zu damals werden die Besucher im Mai aber Eintritt zahlen müssen. „Das Ganze muss sich ja rechnen“,

Die nächsten Veranstaltungen in Herford sind: Harald Marten­stein (6. November, Marta-Forum). Dann drei Konzerte im Lui.House: Alexander Stewart (12. November), Nighthawks (19. November), Fat Cat (27. November). Im „Wohnzimmer“ gastieren David Haynes und Band am 10. Dezember.

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