Nähen im Trend: Herforder Stoff-Quartier ist in einen größeren Laden gezogen
Gewinnerin in der Krise

Herford (WB). Ja, es gibt auch sie, die Gewinner der Krise: Zwar würde sich Heike Meier selbst nie so bezeichnen – dafür ist sie viel zu bescheiden –, doch ihr Erfolg spricht für sich. Mit ihrem Stoff-Quartier hat sie sogar expandiert.

Samstag, 17.10.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 17.10.2020, 05:50 Uhr
Heike Meier freut sich über den Erfolg, hinter dem jede Menge harte Arbeit stecke. Vor allem in der Krise wollten sich viele ihre eigene Kleidung selbst nähen. Die Nachfrage nach Stoffen und Kursen sei enorm, sagt die Hiddenhauserin. Foto: Moritz Winde
Heike Meier freut sich über den Erfolg, hinter dem jede Menge harte Arbeit stecke. Vor allem in der Krise wollten sich viele ihre eigene Kleidung selbst nähen. Die Nachfrage nach Stoffen und Kursen sei enorm, sagt die Hiddenhauserin. Foto: Moritz Winde

Umsatzeinbrüche, Kurzarbeit, Angst vor der Pleite: Während die allermeisten Einzelhändler unter den Folgen der Corona-Pandemie heftig zu leiden haben, hat die Frau aus Hiddenhausen wenig Grund zum Klagen. „Es läuft recht gut“, sagt die 38-Jährige – und man hat den Eindruck, sie schäme sich fast ein wenig dafür.

Im August vergangenen Jahres eröffnete Heike Meier ihr Fachgeschäft für internationale Stoffe und Kurzwaren in der Radewiger Straße 17 gegenüber der Jakobikirche in der Herforder Fußgängerzone. Schon lange vorher hatte sie jedoch darüber nachgedacht, sich selbstständig zu machen. Genäht habe sie schon immer gerne, aber seit der Geburt ihres Sohnes habe sie dieses Hobby intensiviert.

Der Sohn ist mittlerweile im Grundschulalter – und Heike Meier hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Die Verwirklichung ihres Traumes war für die Quereinsteigerin naturgemäß mit einem finanziellen Risiko verbunden. Etwa 100 verschiedene Stoffe lagern griffbereit in den Regalen. „Nähen liegt zwar im Trend, aber ich konnte ja nicht ahnen, wie es sich entwickelt.“

Großes Interesse an Kursen

Doch wer nichts wagt, der nichts gewinnt: Der Zuspruch und das Interesse an Stoffen aus aller Welt und wie diese eigenhändig verarbeitet werden, war so groß, dass es der Inhaberin auf den 75 Quadratmetern schnell zu klein wurde. „Natürlich gibt es auch Tage, an denen wenig los ist. Ich scheine mit meinem Angebot aber einen Nerv getroffen zu haben.“

Vor allem junge Mamas seien nähbegeistert, aber auch Frauen jeden anderen Alters gehörten zum Kundenstamm. „Und sogar Männer freuen sich über selbst genähte Kleidung. Die meisten suchen aber nur die Stoffe aus – und die Partnerin macht dann etwas Schönes daraus.“

Seit Mittwoch hat Heike Meier mehr Platz. Das Stoff-Quartier ist etwa hundert Meter weiter in Richtung Bäckerstraße gezogen und nun in der Radewiger Straße 26 zu finden. Das neue Lokal ist fast 100 Quadratmeter groß.

Der Clou: Über eine Treppe ist in der ersten Etage ein abgetrennter Bereich erreichbar, wo schon bald Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene von externen Experten gegeben werden. Die Nachfrage sei enorm, freut sich die 38-Jährige. „Nähen ist für viele eben das schönste Hobby der Welt.“ Das Stoff-Quartier ist seit Mittwoch im Haus Bremen neben der Recyclingbörse zu finden. Das Ladenlokal bietet mehr Platz. Foto: Moritz Winde

Kommentare

Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7635282?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Arminia: Mittwoch erster Corona-Test seit dem Bayern-Spiel
Bayern-Profi Serge Gnabry (rechts) beim Spiel am Samstag in Bielefeld Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker