Auf dem Herforder Hof von Laer fallen wieder reihenweise große Feste ins Wasser
„Gefühlt ein zweiter Lockdown“

Herford (WB). „Nicht schon wieder“, sagt Alexander von Laer frustriert. Das Schreckensszenario, als im Frühjahr in Deutschland alle Räder still standen, ist noch längst nicht verarbeitet. Und jetzt kommen die nächsten drastischen Einschnitte für die Gastronomen – eine Katastrophe.

Samstag, 24.10.2020, 06:00 Uhr
„Wir sind ja froh, dass wir in den letzten Monaten im Gegensatz zu anderen Bundesländern überhaupt noch große Feste ausrichten durften“, sagt Alexander von Laer. Trotzdem träfen ihn die neuen Verbote sehr hart. Foto: Moritz Winde
„Wir sind ja froh, dass wir in den letzten Monaten im Gegensatz zu anderen Bundesländern überhaupt noch große Feste ausrichten durften“, sagt Alexander von Laer. Trotzdem träfen ihn die neuen Verbote sehr hart. Foto: Moritz Winde

Angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen im Kreis Herford hat sich’s im großen Stil erst einmal ausgefeiert. „Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Festen aus herausragendem Anlass außerhalb des privaten Raums auf zehn Personen“, heißt es in der Allgemeinverfügung, die ab Samstag in Kraft tritt. Dabei sind es gerade die Partys mit vielen Menschen, für die das idyllisch gelegene Areal in Schwarzenmoor im Schatten des Senders bekannt ist. Von vielen wird die traumhafte Kulisse geschätzt.

„Am Freitag wäre eine Hochzeit mit 110 Gästen, am Samstag eine Hochzeit mit 180 Gästen und am Sonntag eine Taufe mit 40 Gästen gewesen“, listet der Geschäftsführer die Buchungen des kommenden Wochenendes auf. Und in diesem Maße wäre es die nächsten Wochen weiter gegangen.

Strenges Hygienekonzept

Doch nun fällt alles in Wasser – genau wie zuvor schon sämtliche geplante Weihnachtsfeiern, Oktoberfeste und Firmenpartys. „Bis Ende des Jahres wurden große Veranstaltungen storniert. Die meisten sind auf nächstes oder übernächstes Jahr verschoben worden – einige sogar schon zum zweiten Mal“, sagt der 32-Jährige, der neben dem Restaurant auch die Event-Scheune betreibt. In beiden Location ist normalerweise Platz für insgesamt 310 Personen.

Auch aufs À-la-carte-Geschäft wirke sich das Infektionsgeschehen negativ aus, bedauert Alexander von Laer. „Auch kleinere Gruppen sagen seit dieser Woche vermehrt ab, aus Angst vor dem Virus.“ Der Gastronom kann die Sorgen verstehen, verweist aber auf das strenge Hygienekonzept: „Wir desinfizieren jedem Gast persönlich die Hände und begleiten ihn zum Platz. Unsere Mitarbeiter müssen sich ständig die Hände waschen und dies in Unterschriftenlisten vermerken.“ Grundsätzlich sei er froh und dankbar über jeden Gast.

Alexander von Laer geht davon aus, dass der Jahresumsatz durch die Pandemie um etwa 60 Prozent einbrechen werde. Die finanzielle Hilfe vom Staat sei enorm wichtig. Weniger Gäste heißt weniger zu tun: Deshalb werden die 50 Angestellten wieder in Kurzarbeit geschickt. „Ich bin ja froh, dass es keinen kompletten Stillstand gibt – es fühlt sich aber an wie ein zweiter Lockdown.“

Traumhafte Kulisse: In der Event-Scheune und im Restaurant ist normalerweise Platz für 310 Gäste.

Traumhafte Kulisse: In der Event-Scheune und im Restaurant ist normalerweise Platz für 310 Gäste. Foto: Moritz Winde

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